@ w_W_:
Wo ich hier gerade an Dich erinnert werde: Deine Bitte habe ich erst wie gesagt wegen zuviel Arbeit zurück gestellt und dann leider vergessen :o . Mache ich mich aber demnächst ran.
Nun zum Thema:
Ich kann den Unmut von Montag schon verstehen, macht sicherlich keinen Spaß so etwas. Selbst wenn man vielleicht nicht unbedingt das Turnier gewinnen will ist es doch ärgerlich gleich z.B. in der ersten K.O.-Runde gegen einen „Hochkaräter“ rauszufliegen, obwohl man sonst vielleicht noch drei, vier Runden hätte spielen können.
Aber aus Sicht der Turnierdurchführer ist das Ganze auch nicht so einfach. Es wäre einfach alle guten Spieler höher zu stufen, nur sollte man folgendes bedenken:
1. Wo ist die Grenze?
Ich habe eine Turnierklasse die z.B. bis einschl. BOL offen ist, nun meldet ein Spieler der letzte Saison OL unten ne Granate war… gut, den könnte ich höher stufen. Es meldet noch einer, der letztes Jahr VL unten gut war, den lasse ich durch gehen. Da moniert doch der ehem. OL-Spieler: „Der hat letztes Jahr VL unten 22:1 gemacht, wieso wird der zugelassen und ich nicht?“ Sollen wir den auch sperren? Dann kommt der wahrscheinlich an und fragt: „Wieso lasst ihr denn Spieler XY, letzte Saison LL oben 21:7 mitspielen, gegen den hab ich auf der Rangliste verloren!“ Irgendwann sind wir bei jahrelangen „Stammspielern“ der BOL die besser sind als von uns höher gestufte ehemaliger höherer Klassen. Es gibt nun mal eine ganz klare Klasseneinteilung an die sich im Zweifelsfall gehalten werden muss.
2. Dann kommt das Problem (gerade in unteren Klassen) hinzu, dass Leute aus anderen Kreisen / Bezirken melden, die man gar nicht kennt. Bei über 300 Teilnehmern ist das ein Wahnsinn jeden einzelnen zu überprüfen. Es ist ja nicht damit getan, die aktuelle Spielklasse und Bilanz zu prüfen. Ich muss ja wissen, wo hat der Spieler vor einem, zwei drei Jahren gespielt, welche Turniere hat er in dieser Zeit besucht und wie abgeschnitten? Mit dieser Arbeit innerhalb von 48 Stunden zwischen Meldeschluss und Auslosung könnte man zwei Hartz IV- Empfänger auf Vollzeitbasis beschäftigen (und dadurch das Startgeld um 8,- € pro Person anheben)
3. Selbst wenn man sich diese aufreibende Arbeit zumutet (wie wir es z.B. stichprobenweise bei uns unbekannten Spielern sogar gemacht haben, allerdings nur in Bezug auf die aktuelle Spielklasse) gibt’s das „Problem“ mit den Nachmeldungen:
Es kommen plötzlich zwei Spieler (wir haben ein Zweiermannschaftsturnier) am Turniertag in die Halle, melden sich nach und geben ihre korrekte Turnierklasse an. Es mag eine Masche von Turnierhaien sein, sich bei Unbekanntheit durch Nachmeldungen am Turniertag der vorherigen Überprüfung zu unterziehen. Deshalb können wir aber ja nicht auf Nachmeldungen verzichten, kann ja tatsächlich mal jemand vergessen haben. Nun ja, es kamen jedenfalls erste Beschwerden wegen den beiden, die hätte man auch schon bei zwei vorherigen Turnieren in der Klasse gesperrt, die wären viel zu stark, die müssten wir raus nehmen usw…
Nach langem Hin- und Her, engeschaltetem OSR usw. brachten die beiden den Nachweis der korrekten Spielklasse, der Turnierbeginn war bereits gut 15 min. in Verzug nur wegen dieser Sch
Wir haben dann auf „im Zweifel für den Angeklagten“ entschieden, da wir so kurzfristig keine Beweise erbringen konnten dass sie wirklich zu stark sind und haben sie starten lassen. Sie schieden dann im Achtelfinale mit 2:3 aus. Mit welcher Berechtigung hätten wir sie dann höher stufen sollen, sollen wir auf jeden anderen Turnierteilnehmer hören, der sich evtl. Konkurrenz aus dem Weg schaffen will? Im Endeffekt waren wir froh über diese Entscheidung, sie hätte natürlich auch nach hinten losgehen können, schlecht waren sie auch trotz dem Ausscheiden nicht. Nur was hätten wir uns dann vorwerfen sollen? Es ist manchmal ein sehr schmaler Grat auf dem man wandert.
Es ist alles nicht so leicht, man versucht es wirklich allen gerecht zu machen, ein paar schwarze Schafe rutschen immer durch. Es sollten sich vielleicht die regionalen Turnier- Veranstalter zusammentun und eine Liste „schwarzer Schafe“ führen, die ständig aktualisiert wird und die jeder sich als Papierausdruck mit in die Halle nehmen kann um bei Nachmeldungen zu überprüfen.
Nur auch hier gilt: Wo ist da die Grenze und wer wird vielleicht zu unrecht verurteilt und wie im Mittelalter an den Pranger gestellt, nur weil er vielleicht nur "ein bisschen gut" ist?
Aber alles in allem: 99% aller Teilnehmer sind uns als ehrliche und sehr faire Sportsleute in Erinnerung, lassen wir uns doch von ein paar Unverbesserlichen nicht die gute Laune verderben!