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Zitat von MIKE WIENRICH
Traumfinale ohne Happy-End ... !
Die Rahmenbedingungen hätten besser nicht sein können - das Spiel in allen Belangen ein Höhepunkt - nur das Ergebnis aus unserer Sicht unbefriedigend.
Die nackten Zahlen können sich sehen lassen:
Zuschauer: 50-60
Getränke: 50 L Bier (30 L Füchschen vom Faß und zwei gespendete Kästen von Unterrath)
diverse Flaschen Sekt und antialkoholische Getränke.
Speisen: 120 köstliche Frikadellen, 10 kg Kartoffelsalat und 5 kg Nudelsalat
Sportlich: 3 1/2 Stunden spannender und guter TT-Sport
Ergebnis: 7:9 Spiele / 28:31 Sätze / 567:570 Bälle
Am wichtigsten aber, daß trotz der Brisanz, die Atmosphäre jederzeit sportlich und fair war. Deshalb auch eine ehrliche Gratulation an eine starke Unterrather Mannschaft, die im entscheidenden Spiel einen Tick besser war und sich somit den Aufstieg verdient hat.
Die Dramaturgie des "Endspiels":
Eine kleine Vorentscheidung fiel bereits in den Anfangsdoppeln. Unterrath hatte sich eine taktisch clevere Aufstellung ausgedacht. Die beiden spielerisch schwächsten Spieler (Sperling/Heinemann), die an diesem Abend ohne Satzgewinn blieben, wurden als "Opferdoppel" nominiert und damit gab es zwei sehr starke Doppel. Nicki und Markus hatten mit Sperling/Heinemann keine Probleme und siegten 3:0. Trotz einer spielerisch guten Leistung von Adrian + Martin reichte es gegen Getschmann/Both nur zum Gewinn des 1. Satzes. Die nächsten Sätze gingen knapp verloren. Obwohl Ludger und Mike die letzten 11 Doppel gewonnen hatten, wirkten beide im Auftaktdoppel gehemmt. Als der erste Satz nach einer 9:7 Führung noch verloren ging, nahm die Nervosität weiter zu und so stand am Ende eine vielleicht schon vorentscheidende und unnötige 0:3 Niederlage zu Buche.
Spielstand 1:2
Im ersten Einzel des Abends kam Nicki zu einem ungefährdeten 3:0 Sieg gegen Sperling. Wie bereits im Doppel konnte der Unterrather unsere Nummer 1 zu keiner Zeit gefährden. Zwischen Adrian und Getschmann entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel. Die entscheidenden Punkte gelangen jedoch der Unterrather Nr. 1, der zu einem knappen 3:1 Sieg kam.
Spielstand 2:3
Markus merkte man in seinem ersten Einzel an, daß die klare Hinspielniederlage gegen "Kaputzenmann" Both noch im Hinterkopf war. Trotz der spielerisch guten Rückrunde fehlte der Glaube an den Sieg und so verlor er erneut deutlich mit 0:3. Mike wollte die Scharte aus dem Doppel und die Hinspielniederlage gegen Hausen ausmerzen. Die Entscheidung fiel im 3. Satz beim Stand von 9:9. Bei eigener Angabe hatte Mike zweimal die Chance zum Angriff, zog aber beide Male ins Netz und so lag er mit 1:2 Sätzen zurück. Mit der eigenen Führung und dem 4:2 der Mannschaft im Rücken spielte Hausen im 4. Satz befreit auf und gewann diesen deutlich.
Spielstand 2:5
Wie so oft in dieser Saison hatte Martin gegen die Nummer 6 des Gegners keine Mühe und ließ Heinemann keine Chance zu einem Satzgewinn. Eine erneut konzentrierte Vorstellung. Nun kamen die Spiele, die die Halle zum brodeln bringen sollten. Ludger begann nach seinem Debakel in der Hinrunde gegen Wilkowski sehr stark und konzentriert. Der 1. Satz ging an Ihn, den zweiten gewann er mit den bekannten "Strahlschen Netzrollern" und der 3. Satz ging an Wilkowski. Danach wurde es dramatisch. Beide kämpften in langen Ballwechseln um jeden Punkt. Keiner konnte sich entscheidend absetzen bis Ludger eine kleine Phase der Unkonzentriertheit unterlief und der 4. Satz verloren ging. Im fünften wurde der Kampf noch verbissener. Zuerst Matchball Ludger, dann Matchball Wilkowski, dann wieder für Ludger und dann das bittere Ende für Ihn beim 12:14.
Spielstand 3:6
Dann der nächste Krimi. Zunächst lieferten sich Nicki und Getschmann vier Sätze lang ein Rückhand-Konter-Duell. Nicki wirkte müde, stand oft nicht richtig zum Ball und verlor die beiden ersten Sätze. Dann ließ Getschmann etwas nach und Nicki gewann die Sätze 3+4. Im fünften Satz ein ganz anderes Bild. Zuerst "explodierte" der Unterrather, zog jeden Ball an und lief richtig heiß, was Ihm eine 6:1 Führung einbrachte. Dann die Auszeit und alles wurde anders. Auf einmal umlief Nicki die Rückhand und griff wie im Rausch an. So gelang Ihm Punkt für Punkt, bis er unter dem Jubel der Derendorfer Fans den Matchball zum 11:8 verwertetet. Zur Entspannung das Spiel von Adrian gegen Sperling. Ganz souverän und locker gewann Adrian sein Spiel mit 3:0. Die Halle tobte, denn alles war wieder offen.
Spielstand 5:6
Nun lastete der Druck auf der Mitte, die schwere Aufgaben vor sich hatte. Es folgte das nächste Drama in fünf Akten. Markus präsentierte sich gegen Hausen deutlich verbessert als im ersten Einzel und kam folgerichtig in den 5. Satz. Was dann folgte, muß man miterlebt haben. Da Mike an der Nebenplatte bereits gegen einen starken Both in vier hart umkämpften Sätzen verloren hatte, fehlte Unterrath nur noch dieser 5. Satz zum Aufstieg. Hausen zog auf 7:1 davon und während der Auszeit von Markus, sah man bei Unterrath schon die Vorbereitungen zur Siegesfeier. Per Handy wurden Livereportagen gegeben und die ersten Sektflaschen kamen zum Vorschein. Dann jedoch das "kleine Wunder von der Max-Halbe-Straße". Markus gelang alles, ließ nur einen Punkt für Hausen zu und siegte wie im Rausch. Die Halle, glich einem Hexenkessel.
Spielstand 6:7
Martin begann ungewohnt gehemmt gegen Wilkowski und kam in den beiden ersten Sätzen nicht in Schwung. In den Satzpausen redeten mehre Experten auf Ihn ein, um die Niederlage abzuwenden. In der Zwischenzeit erreichte Ludger mühelos den 7:7 Zwischenstand in einem einseitigen Einzel gegen Heinemann. Martin schien in der Zwischenzeit die Wende zu gelingen. Spielerisch verbessert und mutiger im Angriff ging er mit 10:7 in Führung. Doch diesmal drehten die Unterrather einen fast verlorenen Satz noch um und gegen 22.15 Uhr platzte der Traum vom Aufstieg endgültig. Auf Unterrather Seite brachen alle Dämme und so dauerte es eine Weile, bis das bedeutungslose Abschlußdoppel beginnen konnte. Obwohl Nicki und Markus Ihre "weiße Weste" im Doppel verteidigen wollten und damit die erste Heimniederlage abwenden wollten, merkte man Ihrem Spiel die Enttäuschung über den Verlauf des Spiels an. Ihre Gegner (Getschmann/Both) trafen dafür aus allen Lagen und so ging die Saison mit einem 1:3 im Abschlußdoppel zu Ende.
Endstand 7:9
Nachdem es zwischen den Mannschaften "Shake Hands" und ein gemeinsames Photo gegeben hatte, ging es an
die Vernichtung des restlichen Alkohols. Gegen Mitternacht brach die Mannschaft, verstärkt durch Christian, in Richtung Altstadt auf. Nachdem die ersten drei bereits um 05:00 Uhr die Segel strichen, war für den Rest erst gegen 09:00 Uhr die Nacht zu Ende ... So sehen keine Verlierer aus ... Respekt ... !!!
Fazit: Auch eine Niederlage kann man feiern und selbst ein Spiel in der 1.Kreisklasse kann begeistern.
Ein großer Dank an die vielen lautstarken und fairen Fans, die ein schöner Rahmen für dieses tolle Spiel waren. Glückwunsch an die Mannschaft von Unterrath für eine tolle Saison und ein dickes Kompliment an die eigene Mannschaft, die trotz der Einseitigkeit der Liga immer motiviert war, bis zum Schluß eine Einheit war und Unterrath einen tollen Fight geliefert hat.
Eine schöne Sommerpause, bis zur nächsten Saison!
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