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Alt 06.09.2001, 08:27
Jaskula Jaskula ist offline
hasst die 11
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@fuxx2000

Sorry, aber Du hast ja wohl den ganzen Artikel nicht verstanden. Bei dem was Du von Dir gibst, kannst Du auch nur sehr wenig Ahnung von Tischtennis haben. Außerdem willst Du gar nicht verstehen, was Hermann Hammer zu sagen hat.

Seine Analyse trifft in jedem Punkt zu. Sofern man sich die Mühe macht, mitzudenken (oder die Fähigkeit dazu hat).

1. Daß die neue Zählweise gravierender ist, als die neue Aufschlagregel ist ja wohl unstrittig. Deshalb ist in jedem Fall eine genügend lange Vorlaufzeit zu veranschlagen. Auch wenn es "nur" eine mentale Sache ist, so geht gerade dabei die Umstellung nicht über Nacht.

2. Daß sich der Abstand zwischen guten und mittleren Spielern vergrößert, ist eine ganz natürliche Sache. Die stärkeren Spieler zeichnen sich in der Regel durch erhöhten Trainingsaufwand aus, bzw. durch gezielteres Training. Als normaler Freizeitsportler, der zweimal pro Woche TT spielt, kann man da nicht mehr mithalten, schon gar nicht seit der Einführung der großen Bälle.
Vor allem Spieler, die mal sehr gut gespielt haben, eine gewisse Spielstärke haben und mit vermindertem Training von ihren Fähigkeiten leben, sind durch neue Bälle und neue Zählweise extrem bestraft, da sie nun wieder ihr Training steigern müssten, um ihre alte Spielstärke zu halten. Dazu sind wohl viele nicht bereit.
Außerdem: je besser die Grundtechnik, desto eher kann ich solche Änderungen umsetzen (verkraften), nicht so starke Spieler tun sich da schwerer.
Insofern wird es wohl so sein, daß die Abstände bei den Spielern, die gewisse Schwächen in ihrer Technik haben geringer werden, sie sich aber allesamt noch weiter von denen entfernen, die mit intensivem Training arbeiten.

3. Hermann Hammer hat nicht behauptet, die Dicken seien bevorteilt, er hat lediglich richtigerweise festgestellt, daß durch die verkürzte Spieldauer die konditionellen Anforderungen sinken werden. Dies erhöht tendenziell die Chancen der älteren, erfahreneren Spieler, darunter eben auch die etwas Übergewichtigen. Das klingt komisch, aber es stimmt. So wie Du das verstehen willst, fällt es mir sehr schwer, Dich ernstzunehmen !

4. Die Tischtennis-Zählweise hat sich bewährt. Kein TT-Spieler hat sich im Vorfeld der Entscheidung in Osaka jemals über sie beschwert. Sie war der perfekte Kompromiß zwischen Spieldauer und Spielfluß. Eine Spielentwicklung war möglich, dennoch war ein Match recht schnell in seiner spannenden Phase. Wer hier von Geplänkel und Langeweile am Satzanfang spricht, hat den Sinn des Spiels nicht begriffen und hat auch nicht darüber nachgedacht. Wie lange dauerte ein 21er-Satz beim TT ? Maximal 10-15 Minuten. Das Abtasten am Satzanfang konnte also maximal 3-4 Minuten dauern, wenn es in der Form überhaupt vorkam. Wie siehts denn in anderen Sportarten aus ? Wer kommt denn da so schnell auf den Punkt ? Eine Verkürzung und Beschleunigung war m.E. also in keinem Fall notwendig.

5. Was Deine Meinung betrifft, daß die neue Zählweise gut sein muß, weil ja schließlich 104:7 Nationen dafür gestimmt haben:

- Indiskutabel - .

Wenn Du alles, was mit großer Mehrheit von hohen Funktionären oder Politikern entschieden wurde als gut ansiehst, dann kann ich Dich ebenfalls kaum ernst nehmen. Ich denke Du verstehst das.

@ All

Hermann Hammer hat fast schon wissenschaftlich untersucht, was die neue Zählweise bedeuted. Im Gegensatz zu denjenigen, die die Entscheidung getroffen haben, hat er sich dafür Zeit genommen. Ich muß ihm in allen Punkten Recht geben, leider auch in dem Punkt, daß die 11er Sätze nun einmal da sind und wir dies akzeptieren müssen.
Zu Lobhudeleien dieses Treppenwitzes der TT-Geschichte besteht absolut kein Anlaß. Wer diesen Artikel von Hermann Hammer kritisiert, sollte ihn auch genau lesen und darüber nachdenken.
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