Ino und Jaskula haben sehr gute Antworten gegeben. Danke! Deshalb hier nur wenige Anmerkungen
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The albatross: Deshalb habe ich eine differenzierte Pro-Contra-Analyse erwartet. Schade.
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Es wäre mal interessant (vonDir?) zu hören, wo bisher auch nur ein einziges PRO zur neuen Zählweise bekannt geworden wäre, das der einfachsten Prüfung stand hält.
Das Spiel soll spannender werden (noch spannender!?). Ja, es gibt mehr (weniger gut vorbereitete) Entscheidungssituationen.
Es kann tatsächlich (für den Zuschauer) dazu kommen, dass jeder einzelne Ballwechsel jetzt mehr zelebriert wird, also mehr Bedeutung bekommt. (Vorausgesetzt die Schiedsrichter verzichten darauf, die Regeln über das ununterbrochene Weiterspielen und die sehr kurzen Pausen durchzusetzen. In der Tat zeigten die ersten Bundesligaspiele der Damen und Herren die Tendenz, dass jetzt von Aufschlag zu Aufschlag von den Spielern etwa doppelt so lange Pausen gemacht werden als bisher).
Das ist aber auch schon alles.
In dem Artikel wird auch festgestellt, dass Vorteile des größeren Balls wahrscheinlich im Anfänger- und Breitensportbereich liegen.
Die kommende Aufschlagregel wird sogar uneingeschränkt positiv beurteilt!
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Zunächst heißt es, der Abstand von zwei Punkten macht jetzt 10% statt früher 5% aus. Weiter unten spielt dann plötzlich der Zufall eine wesentlich größere Rolle. Was denn nun ?
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Jeder einzelne Punkt ist doppelt so viel wert. Einverstanden?!
Ein Netzroller, Kantenball oder Störball, der zur Unterbrechung einer gewonnen/verlorenen Spielsituation führt, wiegt deshalb ebenfalls doppelt schwer. Außerdem besteht weniger Gelegenheit, nämlich nur halb so viel, um das wieder wettzumachen oder auch nur darauf zu hoffen, dass sich das auf die Dauer wieder ausgleicht“ (wie man zu sagen pflegt).
Ebenso ist es mit den Zufälligkeiten und Unwägbarkeiten, die bekanntlich bei nicht professionellen Spielern größer sind, die ja das Spiel mangels Training und Talent weniger beherrschen. (leichte Fehler)
Es gibt nicht mehr Zufall im Spiel selbst, aber die Zufälligkeiten werden eben auch doppelt bewertet!
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The albatross: Die Vielfalt der Spielelemente und -Systeme gehen laut HH zurück, allerdings wird Material mehr eingesetzt, weil man sich ja im Spiel nicht mehr daran gewöhnen kann.
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Laut der Analyse im DTS über die Weltmeisterschaft von Rahul Nelson, aber auch nach offiziellen chinesischen Analysen sind schon durch den 40mm Ball einige Spielweisen/ Spielsysteme in große Schwierigkeiten geraten: das gesamte Abwehrspiel, auch das moderne chinesische Penholdersystem in der Art von Liu Guo Liang. (Es gibt dazu schriftliche Aussagen von Liu Guo Ling selbst!, in englisch, die man auch im Internet einsehen kann).
Es werden Gründe angeführt, dass diese Tendenz durch die 11 Punkte-Zählweise noch verstärkt werden dürfte..
Der Nebensatz (!) über einen vielleicht vermehrten Materialeinsatz bezieht sich in dem Artikel nur auf den Nachwuchsbereich und die untere Ebene. Dort kann er (vorübergehend?) erfolgreich sein, da Gegner ohne Erfahrung und Training gegen das Material jetzt weniger Zeit haben sich im Wettkampf darauf einzustellen. Es wird ausdrücklich gesagt, dass das im Spitzensport keine Rolle spielt.
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Rudolf Endres: "Man sollte aus dem sicherlich sehr gut geschriebenen Artikel kein Dogma machen. Man muss darüber diskutieren - und auch eine andere Meinung vertreten dürfen."
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Sehr gut!!! Der Artikel stellt nämlich keine Wahrheiten vor sondern versucht nur eine Analyse und eine Abschätzung der Folgen. Das geschieht auf der Grundlage der Entwicklung des Tischtennis in den letzten 20/30 Jahren. Alle Aussagen werden begründet.
Selbstverständlich kann man zu anderen und besseren Einsichten kommen, Fehler finden.
Flotte Ausdrücke wie Quatsch, konstruierte Widersprüche, vor allem unsauberes Zitieren bringen uns nicht weiter.