Hallo Leute,
ich habe die Diskussion sehr interessiert verfolgt und möchte, als derjenige der den Artikel ins Netz gestellt hat und Hermann Hammer im übrigen auch persönlich gut kennt, doch noch ein paar Anmerkungen machen.
Erst einmal freue ich mich, dass so viele den Artikel gelesen haben und somit auf meine Tischtennisseite geschaut haben. Danke an G. Klotz für seine schmeichelhaften Worte für meine Seite!
Es gab sehr unterschiedliche Ansichten über die Richtigkeit einiger Aussagen in dem Artikel. Ich kann Jaskula nur zustimmen. Du hast den Artikel gründlich durchgelesen und auch verstanden! Auf einen Punkt bist Du nicht eingegangen, nämlich auf die Frage der Spielsysteme, das hat dafür Ino andeutungsweise getan. Ich möchte an dieser Stelle noch mal näher darauf eingehen.
Die Aussage, dass mehr Material eingesetzt wird und die Zahl der Spielsysteme sinken wird, klingt nur im ersten Moment wie ein Widerspruch. HH unterscheidet grundsätzlich zwischen Breiten- und Spitzensport. Im Spitzensport scheinen defensive Spielsysteme immer weniger Chancen zu haben. Die Einführung des 40mm Balles war für dieses Spielsystem schon schlecht, da dem Ball weniger Rotation gegeben werden kann und somit Schnittwechsel nicht mehr so gefährlich sind. Auch die neue Zählweise scheint gegen die Verteidiger zu sein. Zu sicher sind die Profis beim TopSpin und „Müde spielen“ kann man sie auch nicht. Wer es nicht glaubt sollte sich die aktuellen Ergebnisse der Damenbundesliga anschauen. Der Titelmitfavorit 3B Berlin hat zwei Verteidigungsspielerinnen in seinen Reihen (Li Ran im oberen und Katalin Harsanyi im unteren Paarkreuz) und hat gegen zwei relativ schwache Mannschaften (Tostedt und Coesfeld) bisher schlecht ausgesehen.
Im Breitensport könnte die Sache anders aussehen. Hier spielen, wie Jaskula richtig angemerkt hat, Spieler, die im Schnitt vielleicht ein- bis zweimal pro Woche trainieren. Manche trainieren auch gar nicht. Diese Spieler haben erfahrungsgemäß mit unorthodoxen Spielsystemen ihre Schwierigkeiten und brauchen eine gewisse Eingewöhnungszeit, die sie jetzt nicht mehr haben. Aber ich denke auch hier wird es die Defensive schwer haben. Denn genau diese Spieler, die wenig trainieren, haben häufig Vorteile, wenn das Spiel langsam ist. Durch die geringeren konditionellen Anforderungen können Verteidiger ihre Gegner auch nicht mehr so schnell müde spielen. Das Material wird also eher für Angriffsspielsysteme verwendet werden (zum Beispiel kurze Noppen für Block/Konter). Es gibt ja sogar Spieler, die mit langen Noppen angreifen. Es läuft also alles (meiner Meinung nach, übrigens auch die von HH) auf eine Beschleunigung des Spiels hin, die nicht beabsichtigt war!
Schlussbemerkung:
Egal, ob man die 21 oder die 11 besser findet. Wir haben nun die 11 und müssen sehen, dass wir das beste daraus machen. Und unstrittig wird wohl die Tatsache sein, dass Tischtennis jetzt auch vom ersten Ball an spannend ist, denn es könnte schon die entscheidenden sein.