Hallo zusammen,
seit numehr drei Wochen trainiere ich kräftig Schlägerdrehen, nachdem ich jetzt seit einem Jahr glatte LN auf der RH spiele. Auf der VH wird mein Spiel komplettiert durch effetreiche Aufschläge und agressive Topspins. Mit diesem Thread möchte ich ein wenig meine Fortschritte und Probleme dokumentieren, und eine kleine Diskussionsplattform für amtierende und zukünftige Schlägerdreher bieten.
Mein Ziel: Intuitives, schnelles Drehen, um maximale Variabilität zu erhalten. Denn hin und wieder gerate ich dann doch an Gegner, die meine VH-Topspins problemlos blocken, und mit meinen LN Null Probleme haben. Dabei soll die LN noch verstärkter in die Rolle des Vorbereitens geraten, als bisher, so dass ich nach einem LN-Ball direkt mit VH- oder RH-Topspin verwandeln kann.
Nun sind mir schon einige Sachen aufgefallen:
- Natürlich eignet sich zum Drehen ein gerade Griff am besten. Dieser ist in meinem Fall auf genau 100mm Länge gekürzt. Einige meiner Schläger habe ich mit einer Rille an der Stelle versehen, an der die Fingerkuppen liegen. Evtl hilft mir dies bei der Korrdination.
- Nach anfänglichen Korrdinationsschwierigkeiten (VH-Topspin mit den LN...
) klappt das intuitive Drehen schon ziemlich gut! Mittlerweile kann ich sogar schon im Spiel sehr effektiv drehen, was in 90% aller Fälle zum direkten Punktgewinn führt. Dabei haben meine Trainingspartner eine Spielstärke von Kreisliga bis Verbandsliga.
- Die hohe Fehlerquote mit der RH hat mich ja vor einem Jahr dazu bewogen, mit Material auf der RH zu experimentieren. Als ich nun nach langer Zeit wieder NI-Konter und NI-Topspin ausprobierte, hatte ich ein super Ballgefühl und mache gerade beim Einspielen kaum Fehler. Das hat mich dann doch überrascht...
- Sehr schwierig erscheint mir das Schlägerdrehen direkt nach dem Aufschlag, da ich beim Aufschlag den Schläger meist nur zwischen Daumen und Zeigefinger halte. Dabei sollte gerade hier ein Drehen effektiv sein, da meine Aufschläge je nach Schnitt meist in meine RH returniert werden, und ich bisher mit der VH umlaufen habe, was mich natürlich für tödliche Blocks anfällig machte. Doch durch intensives Trainieren klappte es gestern zumindest hin und wieder, direkt nach dem Aufschlag einen RH-Topspin zu platzieren.
- Interessant finde ich, dass man auch mit der NI-RH den gesamten Tisch abdecken kann. So braucht man nicht vollständig auf seine Reflexe und Intuition vertrauen, sondern kann sich z.B. beim gegnerischen Aufschlag auf einen RH-NI-Topspin/Flip im Kopf vorbereiten, und diesen auch im Notfall in der weiten VH über dem Tisch zu spielen. Dies ist insbesondere deshalb für mich von Vorteil, da ich keinen VH-Flip beherrsche. Mit der RH geht das aber nun überraschend gut...

Auch beim Material und den damit zusammenhängenden Spieltaktiken habe ich neue Erkenntnisse gewonnen:
- Eigentlich hatte ich mich ja schon mit der Kombination "kleines Shake Defence + Fakir OX" verheiratet, weil dies mir bei sehr großem Störpotential eine maximale Kontrolle bietet. Demzufolge habe ich mittlerweile drei Shakes mit drei Fakirs hier herumliegen...

- Doch seit ~zwei Wochen stelle ich fest, dass die Geschwindigkeit das die Störeigenschaften des Fakirs das Drehen dahingehend erschweren, dass ich nicht so gut kontrollieren kann, wie und wohin mein Gegner den Ball returniert. Zwar mache ich mit dem Fakir viele direkte Punkte, aber zum Drehen reicht dann oft die Zeit nicht, da der Ball dann auch entsprechend schnell returniert wird, und ich muss selbst höllisch aufpassen, welchen Effet der Gegner dem Ball mitgibt. Hier ist die Bandbreite relativ hoch!
- So habe ich mein altes Stiga Carbo 7.6 herausgekramt, ein super-kontrolliertes Off- Carbon-Holz, welches auch sehr gut mit glatten LN harmoniert. Der Fakir ist mir darauf aber deutlich zu schnell, und ich habe jetzt festgestellt, dass es mit dem Neubauer Superblock ein hervorragendes Gespann bildet. Dieser war mir auf dem Shake zu langsam, aber auf dem 7.6 bietet er eine sehr gute Kontrolle bei maximaler Spinumkehr.
- Damit lässt sich der Return des Gegners deutlich besser vorhersehen, als mit dem Fakir auf dem Shake. Denn durch die Langsamkeit des Superblocks hat man selbst mehr Zeit zum Drehen, und durch die sehr starke Effetweiterleitung muss der Gegner selbst "sauberer" spielen, um den Ball korrekt spielen zu können. Dies macht den Return kontrolliert und berechenbar. Insbesondere kann man dann super zwischen einer LN-Antwort und einem NI-Topspin wählen, und so durch geschickte Variation den Gegner zur Verzweiflung bringen.
- Allerdings sind mit dem deutlich schnelleren Holz kurze Aufschläge wieder sehr schwer geworden. Ich werde da glaub ich noch ein wenig mit klebrigen Chinesen experimentieren, um da eine optimale Kombination zu finden.
So, nach diesen immer noch sehr laienhaften und unvollständigen Erfahrungen bin ich mal gespannt, wie ihr das so mit dem Drehen macht, welche Probleme ihr hattet, und wie ihr sie gelöst habt.
Ciao
Johannes