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AW: Wie geht es mit dem BTTV weiter?
Zitat von Marcus C.:
"Aus Sportwissenschaftlicher sicht gab - und meiner Meinung nach gibt - es bisher keine Alternative zu einer Zentralisierung / Elitenbildung im Hochleistungssportbereich, um möglichst optimale Förderung von Jugendlichen zu erreichen, die im Spitzensport Fuß fassen könnten, insbesondere in Kooperation mit ihrem Ausbildungsweg. Mittel der Wahl: Sportinternat, bzw. Schule mit Unterstützung des Sportschwerpunktes.
Wer dies einfach nicht wahrhaben will kann sich gerne zahlreiche Studien zu Gemüte führen, welche dies belegen."
Der grosse Teil der Foerderung auf Verbandsebene ist doch um in Sportwisenschaftlichen Begriffen zu bleiben, noch nicht das was mit Hochleistungstraining in der Sportwissenschaft bezeichnet wird. Das ist auch nicht die Aufgabe der Landesverbaende im deutschen TT Leistungssportkonzept. Die Aussagen der Studien die du ansprichst sind Mittelwerte ueber mehrere Sportarten, viele Systeme viele Athleten usw. und beziehen sich meist auf die Erwachsenenspitze. Der einzige Spieler, der in den letzten 20 Jahren aus Bayern den Sprung in den Hochleistungsbereich (= Profitum, Training mehrmals am Tag, Ausrichtung an intenationalen Zielen) geschafft hat ist Bastian Steger und dieser war in seiner Jugend und Schuelerzeit an keinem Internat, aber um ihn herum wurde dezentral ein Umfeld geschaffen (Karreth Lappersdorf) das fuer seine Entwicklung in der Schuelerzeit optimal war. Aehnlich soll es bei Boll gewesen sein (goennern)
Ovtscharov besucht auch noch kein Internat oder aehnliches. Nun kommt bestimmt der Kommentar das sind Einzelfaelle, aber im Spitzenbereich ist jeder Ausnahmeathlet eben die individuelle Ausnahme und nicht die Regel. (Zu meiner letzten Aussage gibt es uebrigens eine Studie in der letzten Ausgabe der Zeitschrift Leistungssport)
Aus paedagogischer Sicht, zwar nicht generel und absolut, spricht vieles dagegen zu frueh das familiaere Umfeld zu verlassen und keine Moeglichkeit zu haben Kontakte ausserhalb des Sports zu pflegen. Es gibt definitiv Kinder die fuer den Besuch eines Internats nicht geeignet sind, oder sich in einem Internat nicht optimal entwickeln wuerden, oder im Extremfall mit dem TT Sport aufhoeren, nur um nicht mehr auf ein Internat zu muessen. Diese Kinder koennen aber durchaus talentiert sein und fuer den Leistungssport geeignet sein. Ich hoffe, dass paedagogische und Entwicklungspsychologische Aspekte, in zukuenftigen Diskussionen ueber Kinder und Jugendleistungssport in Bayern wieder eine wichtige Rolle spielen und eingebunden werden. Lesitungssport mit Kindern und Jugendlichen macht meiner Meinung nach nur dann Sinn, wenn auch diejenigen (und das ist die grosse Mehrheit) die den Sprung in den Profibereich nicht schaffen, hinterher sagen "es war eine schoene Zeit und ich wuerde es wieder machen"
Wenn man aber spaeter entscheidet wer den Sprung schaffen kann (und hier ist die Voraussage deutlich einfacher) finde ich ein Leistungszentrum des DTTB fuer den Hochleistungsbereich und Ausrichtung auf internationale Ziele im Erwachsenenbereich ausreichend.
Wichtig ist, dass wir mehr Spieler flaechendeckend Sichten und ein flexibles System haben um auch in abgelegenen Regionen ein Talent foerdern zu koennen. Dies war bisher nicht der Fall, es gab zu viele weisse Flecken auf der Leistungssport Landkarte in Bayern. Sicherlich auch deshalb weil zu viel Hoffnung (und Geld) in eine zentrale Stelle gesteckt wurde, die jedoch von Gesamtbayern abhaengt. Man sollte also genau ueberlegen ob die Kosten fuer ein Zentralinternat wirklich sinnvoll sind.
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Gruss Lukas
Die beste Art die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten. (Alan Kay)
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