Hallo an alle Diskutierenden,
Es geht generell im Sport nicht nur um die Leistungsentwicklung und Förderung, sondern auch um die "Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit des Sportlers" (sinngem. Handbuch Trainingslehre).
Auf einen einfachen Nenner gebracht habe ich einmal gelernt, in einer Trainingseinheit muß man schwitzen, lernen, lachen. Daß sich dies im Leistungssport verlagert, das mag wohl sein. Nur wenn ich ein Training ohne pädagogische Aspekte durchführe, wird das der Leistung nicht dienen. Habe ich nur

an dem Tisch, wird es schwer, eine Lern-Atmosphäre zu schaffen. Es geht um die Entwicklung der Kinder zu "Persönlichkeiten", welche sie auch im alltäglichen Leben sein sollen. Hier haben Trainer auch die Möglichkeit und sogar den Auftrag, erzieherisch zu wirken.
Und zum Thema "Wir-Gefühl". Delegation ist dann möglich, wenn sie auch motiviert. Einen Trainer, der jahrelange Erfahrung hat, zum "unverantwortlichen Zubringer" zu degradieren, hat bestimmt noch keinen motiviert. Und je besser die Stimmung unter den Trainer-Kollegen, desto erfolgreicher wird sicherlich die Arbeit werden.
Wie ist das in einer Firma, wo keiner den Anderen leiden kann... Am besten sagen wir allen, sie sollen sich auf Ihre Aufgaben konzentrieren, dann wird das Ziel schon irgendwie erreicht. Wieviele Krankheitstage gibt es nochmal wegen psychosomatischen Krankheiten und wieviele Verluste werden durch schlechte Stimmung in Betrieben jährlich verursacht?
Bei uns fahren Trainer ihr Engagement zurück oder hören auf, weil sie sich sagen - ich brauch mir in meiner Freizeit nicht noch mehr Frust holen...
Und auch die Funktionäre sind verantwortlich für das "Wir-Gefühl" - genauso wie die Trainer gegenüber den Funktionären das Miteinander sehen sollten. Es sollten alle in eine Richtung ziehen, die Kommunikation muß stimmen.
Diesen Punkt - Motivation der Trainer (Wir-Gefühl) sehe ich als sehr wichtig an.
Früher gab es Lehrgänge in Hilpoltstein, Burglengenfeld und neuerdings auch in Oberhaching. Flankiert waren diese durch Bezirkslehrgänge und die Möglichkeiten der Stützpunkte. Ich selbst war lange Sparring in Perlach und auf Lehrgängen, das Niveau damals war sehr ordentlich. Das Trainingsangebot, welches dort auf die Beine gestellt wurde, war enorm. Und der Erfolg war auch da...
Es gab damals das Internat in Heidelberg, das vom Bund betrieben wurde. Nun hat jedes System auch Schwächen, klar.
Die Frage ist, wann ich denn eine "Zusammenführung" in Form eines Internates betreibe - und auch mit wem ich diese betreibe. Ist es Aufgabe eines Landesverbandes, schon ein zentrales System auf die Beine zu stellen? Ich denke, das kann man auch diskutieren.
Die Frage in der Nachbetrachtung ist - wo wurde mehr erreicht, warum wurde mehr ereicht, was wurde aus der Vergangenheit gelernt. Man hat ja nun mehrere Systeme praktiziert und nun ist es auch an der Zeit, zu schauen, welcher Weg weiter gegangen werden soll. Alles hat seine Vor- und Nachteile.
Ich bin neugierig, welche Entscheidungen demnächst getroffen werden.
Gruß, Gerhard