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Das Wort "bebrüten" habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört. Aber eine positive Auswirkung dieses "Bebrütens"kann ich erklären:
Ein Effekt des Frischklebens ist, daß die Lösungsmitteldämpfe aus dem Kleber verdampfen und in die Luftporen des Schwammes diffundieren. Statt Luft befindet sich dann Lösungsmittelgas in den Schwammporen. Diese Lömi-Dämpfe haben eine geringere Dichte als Luft und machen deshalb den Schwamm weicher. Dies führt zu einer erhöhten Elastizität, und außerdem, bei harten Schlägen zu dem sogenannten "durchklatschen" des Balles bis aufs Holz, wodurch die Geschwindigkeit steigt.
Dieses Verdampfen der Lösungsmittel und die anschließende Diffusion durch den Schwamm benötigt einige Minuten Zeit (je nach Kleber, Belag, bereits vorhandenen alten Kleberschichten,...). Hat man diese Zeit nicht kann man den Prozess durch Erwärmung beschleunigen. Z. B. indem man den Schläger nach dem Kleben unter den Fön hält. Dies ist allerdings nicht besonders gut für die Beläge.
Ein anderer "Bebrütungsgrund" kann auch hohe Luftfeuchtigkeit in der Halle sein. Manche Spieler tragen den Schläger dann unter dem Trikot, weil diese Luftfeuchtigkeit natürlich besser an kalten Oberflächen kondensiert, und der Schläger durch die Körperwärme ein wenig temperiert wird. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme habe ich allerdings noch nicht selber getestet.
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