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Alt 15.05.2005, 10:36
D.G. D.G. ist offline
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AW: Wie geht es mit dem BTTV weiter?

Zitat:
Zitat von Dornröschen

Meiner Meinung nach besteht in einem Verband ohne einen leitenden Verbandstrainer keinerlei Aussicht auf erfolgreiche Jugendarbeit, nämlich der Förderung und Entwicklung talentierter und leistungswilliger Jugendlicher bis hin zum Hochleistungssport.
...
Die Anforderungen an einen „leitenden Verbandstrainer“ möchte ich wie folgt skizzieren:

Welche Pflichten hat ein VT?
- Umsetzung der vom Verband vorgegebenen Strategie hinsichtlich einer zielgerichteten Förderung und Weiterentwicklung talentierter Jugendlicher des Verbandes mit regelmäßiger Zielkontrolle und Berichterstattung an das Präsidium.
-Verantwortungsvolle Betreuung der Jugendlichen bei Trainingsmaßnahmen, Lehrgängen und Turnieren nicht nur in sportlicher Sicht sondern und insbesondere auch in den Bereichen der Persönlichkeitsentwicklung, Gesundheit / körperliches Wohlbefinden und Schule (letztere Punkte auch in Hinblick auf die Interessenlage der Eltern, die während dieser Zeiten einen Teil ihrer Verantwortung an den/die Trainer abgeben, ihre Vorstellungen in diesen Bereichen aber auch sichergestellt haben möchten).

Welche Aufgaben muss aus meiner Sicht ein leitender VT u.a. abdecken?
- Zusammenarbeit mit den Bezirken in Bezug auf Auswahl und Förderung talentierter Jugendlicher und festlegen Trainingsprogramm
- Entwickeln Konzept für flächendeckendes Training (Bezirks- und Verbandsstützpunkte) und umsetzen dieses Konzeptes
- Koordination der unterschiedlichen Trainingsmaßnahmen (Termine und Inhalte)
- Betreuung der Kaderspieler/innen: Planung, Organisation und Durchführung von Lehrgängen, Vorbereitung für und Begleitung bei Turnieren.
- Rundumbetreuung der Internatskinder bzw. Sicherstellung dieser Betreuung (Übernahme elterlicher Pflichten, Aufgaben und Verantwortung (s.o.)).
- Zusammenarbeit mit den Eltern (insbesondere der Kaderspieler/innen).
- Unterstützung der Bezirke bei der Förderung des jüngsten Nachwuchses.

Um die Strategie des Verbandes umsetzen zu können, muss der leitende Verbandstrainer mit ausreichenden Befugnissen ausgestattet sein, was durchaus zu „Kompetenzproblemen“ mit anderen Trainern, die ihm nicht direkt unterstellt sind, führen kann bzw. in der Praxis mit Sicherheit führt. Ein leitender Verbandstrainer muss das Standing haben, sich vor die Jugendlichen zu stellen. Er muss in der Lage sein, Konflikte sachlich und intern auszutragen – öffentliche Anschuldigungen und persönliche Missfallensäusserungen z. B. über TT-News sprechen nicht gerade für die Qualität eines Trainers.

Die oben skizzierte (nicht vollständig beschriebene) Rolle eines Verbandstrainers zeigt, dass dieser neben seiner Qualifikation als Trainer in noch größerem Maße umfassendes Organisationsgeschick und persönliche Qualitäten (Charakterstärke, Ausbildung etc.) besitzen muss.
Ein Trainer, der „nur“ ein guter Trainer ist, reicht für die o.g. Aufgaben (leider) nicht aus.

Persönlich halte ich es somit nicht für vertretbar, auf eine leitenden Verbandstrainer zu verzichten. Im Gegenteil, ich bin sogar der Meinung, dass dieser wesentlich intensiver auf Bezirksebene tätig sein müsste. Es ist sogar zu überlegen ob es nicht besser wäre, dem leitenden Verbandstrainer (mit Unterstützung einer ausreichenden Anzahl weiterer Verbands- Honorartrainer) die Steuerung der Trainingsmaßnahmen eines Verbandes ganzheitlich und verantwortlich zu übertragen. Denn jede weitere Untergliederung hat u.a. Reibungsverluste, Abstimmungsprobleme und Kompetenzstreitereien zur Folge – und dies alles auf dem Rücken der Kinder und Jugendlichen.
......
Mit all den o.g. Beispielen möchte ich nur die Komplexität aufzeigen. Ohne eine hierarchische Trainerstruktur und ohne einen verantwortlichen und in organisatorischen Belangen versierten VT sind die Probleme wohl nicht zu lösen. Entsprechend der Situation in Bayern muss ein Konzept erarbeitet werden, es muss eine verantwortliche Person geben, die dieses Konzept umsetzt und die Fäden in der Hand hat. Diese Person muss aber auch in der Lage sein, die vielfältigen Trainer mit ihren unterschiedlichen Charaktären und pers. Vorstellungen einzubeziehen.
Die Beurteilung von "Dornröschen" geht konform mit meiner o.g. Meinung.

Es wird jedoch nicht einfach sein, einen VT zu finden,
der das o.g. Anforderungsprofil persönlich und zeitlich erfüllen kann,
geschweige denn das ganze Modell zu finanzieren.
Bei so viel Machtfülle eines VT müsste unbedingt auch ein ausgeklügeltes Berichtswesen und ein effektives Controlling der Zielvorgaben durch eine unabhängige (paritätisch besetzte - auch mit einem Elternvertreter) Instanz installiert werden.
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