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Alt 15.05.2005, 17:57
Dornröschen Dornröschen ist offline
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AW: Wie geht es mit dem BTTV weiter?

Zitat:
Zitat von Motzer
Dornröschen, die Vorteile des Internates hast du bereits geschildert. Hier einige Nachteile:
Auseinanderreißen der Familie. Auf die Erziehung der Kinder haben die Eltern fasst keinen Einfluss mehr. Die Eltern sind nicht da, um auftauchende Probleme/Fragen mit ihren Kindern gemeinsam zu lösen. Die Kinder sind den Trainern/Aufsichtspersonen mehr oder weniger „ausgeliefert“. Die Zusammenarbeit Schule/Sport funktioniert nur, wenn es sich um Sportgymnasien handelt. .....
Die Praxis hat gezeigt, das ein Internat kein Allheilmittel ist. In Bayern geht es mit dem Internat ständig bergab. Jedes Jahr schlechtere Ergebnisse. Für Länderspiele wird nur noch A. Gürz nominiert, die aber, so wie es jetzt aussieht, nicht zu den EUROS kommt. Würzburg ist mangels Ergebnissen kein Bundesstützpunkt mehr und das erste Mal seit vielen Jahren stellt Würzburg keine/n EURO-Teilnehmer/in.
.....

Verbands-Stützpunkte sollten mehrmals die Woche Training anbieten. Sie sollten mit einem hochklassigen Verein zusammenarbeiten.

Das Controllinstrument Vize und HLS-Ausschuss genügt den Ansprüchen. Wer nicht den Ansprüchen genügt, sind teilweise die jetzigen Stelleninhaber. Da gehe ich mit dir konform.

.....
Wenn dich keiner die letzten vier, fünf Jahre nach deiner Meinung gefragt hat, warum hast du dann deine Meinung nicht selbst kundgetan?

Mit den Nachteilen gebe ich dir Recht, wobei ich diese nicht in allen Fällen als reine Nachteile sondern zum Teil als (aber nicht ausser Acht zu lassende) Risiken sehe. Ich vergleiche das Internat zunächst eher mit einem allg. Internat, in das Schüler gehen. Somit haben alle Internatskinder - unabhängig davon ob mit/ohne Sport - diese "Nachteile". Andererseits muss man auch sehen, dass Internatskinder so manche Vorteile fürs spätere Leben mitnehmen (Eigenverantwortung, Selbständigkeit, Selbstbewußtsein). Trotzdem - es sind klare Nachteile vorhanden, da gebe ich dir recht.

Die Aussage "In Bayern geht es mit dem Internat ständig bergab" halte ich leider für allzu pauschal. Für die nicht vorhandenen sportlichen Erfolge sollte man nicht das Internat als Institution verantwortlich machen. Die Frage ist, warum die Erfolge nicht da waren bzw. sind. Übrigens: Es hat bislang noch keiner danach gefragt bzw. sich Gedanken darüber gemacht, wie die derzeit im Internat beheimateten Jugendlichen die über das gesamte vergangene Jahr im Internet veröffentlichten Angriffe (mental) verarbeitet haben. Die Angriffe waren manchmal schon äußerst heftig. Ebenso muss sich doch die unmittelbar vor der DEM Jugend getroffene fristlose Kündigung von Thomas Müller auf die Jugendspieler negativ ausgewirkt haben. Ich hätte mich im vergagenen Jahr unter den gegebenen Umständen nicht im Internat aufhalten wollen. Nur, gute Leistungen können nur dann erbracht werden, wenn auch das Umfeld stimmt. Andererseits muss man auch bedenken, dass es Höhen und Tiefen gibt. So sehe ich das Potential im Schülerbereich durchaus als vielversprechend an. Wir dürfen nur keine Zeit damit veschwenden, ständig Kritik zu üben und über lange Dauer notwendige Veränderungen aufzuschieben. Wenn man über die Erfolge auf Verbandsebene diskutiert, sollte man sich auch über die Förderung der Jugendlichen auf Vereins- und Bezirksebene Gedanken machen, da alles ja aufeinander aufbaut bzw. aufbauen sollte. Auch hier gibt es mit Sicherheit viel Verbesserungspotential.

Dass Verbandsstützpunkte mehrmals die Woche Training anbieten sollten halte ich insbesondere bei dezentral ausgerichteter Struktur für sehr wichtig.

Und noch zu "Meinung kundtun": Ein generelles Problem sehe ich hier auf allen Ebenen wie Verein, Bezirk und Verband. Als Elternteil hat man hier wirklich des öfteren das Problem, dass Verantwortliche bzw. Trainer glauben, etwas "Besseres" zu sein. Ein mehr an Zusammenarbeit wäre wirklich wünschenswert. Und wenn ich das Thema "Qualitätsmanagment" von D.G. aufgreife, so heißt dies auch:
Wenn man über neue Strukturen und Methoden nachdenkt, dann müssen auch und insbesondere die Kinder und Eltern mit einbezogen werden. Verantwortliche und Trainer die glauben, dass sie alles besser wüßten - und die Eltern sowieso keine Ahnung haben - sind der Zeit weit hinterher (und von diesem Personenkreis gibt es nicht wenige). Wirtschaftsunternehmen sind hier wirklich Jahre voraus. Der BTTV und deren Untergliederungen sollten aber als "Wirtschaftsunternehmen" denken und handeln. Ein aktives Einbeziehen der Eltern und Kinder (durch regelmäßige Umfragen / Beurteilung und bei Bedarf in Diskussionsrunden) kann m. E. nur positiv beitragen. Voraussetzung hierfür ist aber, dass die Verantwortlichen umdenken - bei einigen dürfte dies aber nicht leicht sein. In dem Wirschaftsunternehmen, in dem ich tätig bin, ist "ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess" seit Jahren eingeführt - und hat sich bestens bewährt.

Warum also nicht bei der Bearbeitung von Problemen und Neuausrichtung in der Praxis bewährte Methoden anwenden? Sehr gut finde ich z. B. die SWOT-Analyse. Hier geht es darum, regelmäßig (z.B. jährlich) sich Gedanken zu machen über die "Stärken" (strength), Schwächen ("weakness"), Chancen ("opportunities") und Risiken ("threats"). Bei diesem Vorgehen lassen sich sehr schnell eine Strategie und kurz- und langfristige Maßnahmen ableiten. Dies z. B. angewendet auf das Thema Bezirkstraining, Verbandstraining, ... würde mit Sicherheit weiterhelfen (soweit z. B. zu meinem Vorschlag hinsichtlich "analytisches Vorgehen").
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