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AW: Wie geht es mit dem BTTV weiter?
Ich habe in diesem Forum selten rhetorisch so geschickt formulierte Beiträge, wie die von Dornröschen gelesen, das meine ich wirklich ehrlich. Es ist nahezu unmöglich diesen Beiträgen zu widersprechen. Dornröschen hat in seinem Betrieb nicht nur etwas über Controlling gelernt, sondern wahrscheinlich die in der Industrie in leitenden Positionen üblichen Rhetorik Kurse mitgemacht. Rhetorisch Mittel sind jedoch dazu da, Argumente oft besser aussehen zu lassen als sie wirklich sind und sich grundsätzlich ein Hintertürchen offen zu halten, indem man Aussagen sehr allgemein formuliert. Eine beliebte Strategie ist es zunächst Aussagen zu formulieren, denen jeder zustimmt um eine postitive Einstellung beim Leser zu provozieren und dann erst stritige Punkte anzusprechen.
Dornröschen beschreibt in seinem Beitrag zunächst die Aufgaben eines Verbandstrainers, diese kann man nehzu wörtlich in den Unterlagen zur A-Lizenzausbildung nachlesen. Die Vor und Nachteile von Internaten kann man auch in vielen pädagogischen Veröffentlichungen nachlesen, sie werden jedoch in Dornröschens Beitrag nicht auf die Situation Bayern spezifiziert. Dornröschen beschreibt dann die Bayerische Struktur mit ihren Ebenen Verein, Bezirk, Verein, Internat und zeigt Probleme auf die zwischen diesen Ebenen auftreten können, allerdings so allgemein, dass kein Bezug zur aktuellen Situation existiert. Die Probleme sind schon lange bekannt.
Zusammengefasst die Aussagen von Dornröschen (ohne rhetorische Mittel):
- Es sollte einen leitenden VT geben der noch mehr Macht hat als der bisherige (auch in den Bezirken mehr Mitsprache)
- An der Struktur des Fördersystems soll sich nichts ändern, außer das das Internat zentraler liegen soll. (Sofern es ein Internat überhaupt geben sollte Stimme ich der zentralen Lage uneingeschränkt zu.)
- Das Controlling soll besser werden. Aber ohne konkreten Vorschlag. (Eine Standardmethode, die im übrigen genauso oft gelingt wie mißlingt (SWOT) zu nennen bringt uns nicht weiter. Viel interessanter wäre die Frage wer daran teilnehmen soll, wie oft in welchen Gremien)
- Die Kommunikation zwischen den Ebenen muss verbessert werden und viele Trainer sollten sich nicht für etwas "Besseres" halten.(gilt das auch für den VT?) (das ist im übrigen genau das was Gerhard Schauer seit langem fordert)
- Bezirksgrenzen sollen kein Hindernis bei der Förderung sein. (dies ist in dem von Dornröschen kritisierten Oberbayern übrigens selbstverständlich. Konkret: Erhardsberger, Dengel, Schmachtenberger, (... alle aus Niederbayern), früher Zusammenarbeit mit Klessinger gemeinsame Lehrgänge (Schwaben) ... , aber das ist nebensächlich)
- Eltern sollen mehr eingebunden und besser informiert werden
- In Einzelfällen sollen individuelle Lösungen gefunden werden (und wie finanziert werden? Keine konkreten Vorschläge)
- Der fehlende Erfolg der Internatsspieler wird mit der öffentlichen Kritik am Internat begründet. (Da sollte man sich doch mal Gedanken darüber machen warum diese Kritik laut geworden ist und wie es zu dieser Situation kommen konnte und wie so etwas in Zukunft vermeidbar ist.)
Was ist in diesen Beiträgen neues und konkretes, außer dass er zwei Seiten fühlt und für einen rhetorisch geschulten Leser, und das meine ich ehrlich, viele Beispiele zum guten Einsatz rhetorischer Mittel enthält? Es hat mir Spass gemacht das zu lesen.
Übrigens das "Todschlag Argument" die Wirtschaft macht alles besser kann ich nicht mehr hören. Es ist nicht Beweisbar und nicht Wiederlegbar. Es gibt erfolgreiche Unternehmen und weniger erfolgreiche, gute und schlechte Manager, Insolvenzen und Rekordgewinne, Betrug, Bestechung, Steuerhinterziehung, Mobbing, 5 Millionen Arbeitslose für die die Wirtschaft mitverantwortlich ist, wenig Wachstum in Deutschland, ... . Und übrigens was ist die "Wirtschaft" als Konstrukt überhaupt? Große Konzerne, Mittelständler, der Laden nebenan, ... im vorliegenden Fall ist "wirtschaft" ein rhetorisches Mittel um die eigenen Argumente besser aussehen zu lassen.
Ich bin mir sicher, dass viele die rhetorischen Mittel erkannt haben, wollte aber die konkreten Aussagen nur mal zusammenfassen ohne Wertung.
In der Hoffnung auf konkretere Vorschläge in kommenden Beiträgen und weniger Rhetorik.
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Gruss Lukas
Die beste Art die Zukunft vorherzusagen, ist, sie selbst zu gestalten. (Alan Kay)
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