Hoi zäme
Zitat:
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Zitat von Keyser Soze
...über die letztendliche spielstärke im FLOW-zustand entscheidet vielleicht auch die fähigkeit, den spass am spielen mit dem siegeswillen und der konzentration zu vereinen
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Wenn ich mich an meine Flow-Erlebnisse erinnere, war der Siegeswille ungebremst und die Konzentration maximal vorhanden.
Der Unterschied besteht darin, dass ich ohne Flow nicht verlieren will und mit Flow gewinnen will.
Um zu gewinnen, muss ein hohes Mass an Risikobereitschaft vorhanden sein. Um nicht zu verlieren, gehe ich möglichst keine Risiken ein. (Hat nicht's mit Spielsystemen zu tun; Eine kurze Ablage eines Angreiffers kann genau so riskant sein wie eine lange Platzierung eines Abwehrers).
Gewinnen wollen, hat auch damit zu tun, dass die drohende Niederlage ständiger Begleiter ist, denn wenn ich das Risiko eingehe, gewinnen zu wollen, gehe ich auch das Risiko ein, zu verlieren.
Am persönlichen Limit zu spielen, heisst auch, gegen "schwächere" Gegner verlieren zu können oder gegen "stärkere" Gegner über sich hinauszuwachsen. Nur gegen stärkere Gegner frei aufspielen zu können ist zwar schön, aber nur die halbe Wahrheit.
Der wahre Flow-Meister zeigt sich aber darin, dass er umbekümmert auch gegen "schwächere" Gegner frei aufspielt und damit das Risiko eingeht, wegen zu vielen Eigenfehlern zu verlieren.
Der wahre Flow-Meister mag es dem vermeintlich "schwächeren" Gegner von Herzen gönnen, dass der stolz ist, einen besseren Gegner besiegt zu haben.
Dem Flow-Meister ist es letztlich egal, ob er gewinnt oder verliert, denn allein das Erlebnis und die gemachten Erfahrungen zählen. Das ist einfach eine höhere Stufe von Spielverständnis.
Wenn wir es schaffen würden, nicht nur in den Matches sondern auch im Training mit Flow zu spielen, könnte es gut möglich sein, das wir uns in Rekordtempo verbessern würden. Ich arbeite daran und bin gespannt, ob ich's schaffe, meinen persönlichen Flow im Training und in den Matches markant zu steigern und wie sich das auf die Resultate auswirkt.
Gruss
Martin