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Alt 24.05.2005, 10:34
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AW: Flow IV: "Spass am Spielen" contra "Siegen wollen"

Hallo Martin,
Zitat:
Zitat von martinspin
Aus meiner heutigen Sicht bin ich nicht mehr einverstanden mit der ursprünglichen Reihenfolge der Kriterien von den Autoren des Buchs. Ich stelle den "Spass" absolut an den Anfang, genauso wie Kinder erstmal Spass haben am Spielen. Genauso versuch ich auch das Training mit meinen Kids aufzubauen. Im Vordergrund muss der Spass an der Sache stehen.
bei den Kids ist das schon deshalb wichtig, weil der Spaß die einzige "Belohnung" für ihr Engagement ist. Später kommt noch Erfolg hinzu. Jeder wird dann irgendwann für sich die Anteile an Spaß und Erfolg als Belohnung bestimmen müssen.

Als bekennender, untalentierter Hobbyspieler setze ich das für mich entsprechend um. Für mich ist der Spaß primäre Belohnung. Es hat allerdings durchaus gedauert bis ich das mit meinem Ehrgeiz zusammen bekommen habe. Das geht schon soweit, dass ich die aktuelle Meisterschaft mit diesem Satz erwähnend nachträglich eingefügt habe. Wenn es sich ergibt ist okay. Jetzt geht es halt eine Klasse höher ran und ich mache mal was für mein Spiel.
Ich akzeptiere aber auch, dass Leute (unabhängig von ihrem spielerischen Niveau) den Ehrgeiz und den Erfolg in den Vordergrund stellen.
Zitat:
Ich verstehe nur zu gut, was du mit deinem Beitrag meinst. Ich kann wie schon gesagt, nach drei durchzogenen Saisons nicht mehr damit leben, dass ich auf passives Spiel ausweichen muss, weils resultatmässig nicht mit dem aktiven Spiel läuft. Ich hab einfach keinen Spass am passiven Spiel. Punkt.
Da spielen viele Dinge eine Rolle. Mit Spaß an der Taktik fällt es mir möglicherweise leichter auch mal einer erzwungenen Passivität etwas abzugewinnen.
Schlimmer ist der Vezicht auf den für mein Spiel elementaren Angriff. Mein ganzes Spiel bricht zusammen, da ich die RH nur in Abhängigkeit von der VH spielen kann. Alleine mit der kann ich kein offensives Spiel aufziehen. Es wird dann defensiv/taktisch mit Aufschlägen und VH-Block/Konter. Ein ganz anderes Spiel. Es unterscheidet sich durch das Ergreifen der Initiative und die hätte ich gerne immer. Aber, ohne Arme keine Kekse!
Zitat:
Was hält dich davon ab, mit Spass an die wichtigen Matche ranzugehen?
Okay, so richtig subjektiv!
- Es geht los mit Stress im Beruf, sodass ich noch unter Strom stehe, spät zum Punktspiel komme und lange Zeit damit beschäftigt bin zur Ruhe zu kommen.
- eine unvollständige eigene Mannschaft.
- Müdigkeit

Der Rest ist nicht so wichtig. Ich könnte noch zuspätkommen anführen, aber da kann ich mir selbst an die Nase fassen.
Zitat:
Wenn wir uns untreu werden und auf ein Spielsystem auszuweichen, was nicht in unserer Natur liegt, rettet uns nur ein Sieg.


Nö, der rettet mich überhaupt nicht! Ein nach hause geschaukeltes Spiel lenkt mich nicht einen Moment von den Problemen in meinem Spiel ab. Die einzige Chance, die Probleme zu überwinden, ist genaues Ansehen und damit umgehen. Entweder bekomme ich es im Verlauf des Spiels in den Griff oder verzichte auf die spielerische Option, weil ich mir sonst gleich alle Chancen nehme.
Zitat:
Im Falle einer Niederlage, habe ich tausend Entschuldigungen für meine Niederlage. Wenn ich mit Flow mein Spiel spiele und verliere, habe ich ein komplett anderes Gefühl. Mir wird bewusst, wo meine Schwächen liegen und was mir am gegnerischen Spielsystem Schwierigkeiten bereitet. Angespornt durch die Niederlage versuche ich bei der nächsten Begegnung mit dem gleichen Gegner, etwas besser oder einfach anderst zu machen. Der Prozess dauert so lange, bis ich die "Nuss geknackt" habe und ich weiss, wie ich gegen das jeweilige Spielsystem und die Spielstärke bestehen kann.

Es liegen einfach Welt zwischen der Flow-Niederlage und der Feigling-Niedelage.
Hm, mehrfach interessant. Das einzige, was ich als Entschuldigung an mich heranlasse, ist Stress im Beruf, Antreten mit einer demotivierenden Trümmertruppe und Müdigkeit. Alles drei ausgesprochen Flow-verhindernde Faktoren! Stress und Müdigkeit kommt leider öfter vor. Passt das jedoch, kann ich in aller Regel von guten Spielen ausgehen. Flow stellt sich bei mir idR. erst bei entsprechender Forderung durch den Gegner ein. Ohne entsprechende Anforderung bin ich - wie im Training übrigens auch - nur zu Flow-Phasen fähig. Wenn ich es nicht wirklich brauche, kann ich es nicht länger halten. Das Halten bei starker Anforderung ist dann wieder kein Thema.
Ich habe lange überlegt ob ich überhaupt schon eine Flow-Niederlage hatte. Mir ist über einen langen Zeitraum keine bewusst. Soweit ich die Spiele im Flow erinnere, waren die alle hauchdünn und alle gewonnen. Gemeinsam war allen, dass zum richtigen Zeitpunkt der richtige Ball gespielt wurde, garnicht der entscheidende Killerschuss. Eine kurze Ablage, der richtige Aufschlag, ein Block gegen den Angreifer, ein Rückschlag. Vor allem der richtige Ball macht den Unterschied zu anderen Spielen. Kommt allerdings hinzu, dass ich im Flow eine geringe Fehlerquote habe.
Die Spiele bleiben aber eher selten!

Gruß, Nik
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Gruß von der Ostsee
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