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Alt 24.05.2005, 15:00
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AW: Flow IV: "Spass am Spielen" contra "Siegen wollen"

Zitat:
Zitat von martinspin
Hoi zäme

Wie wär's wenn einige von euch meine beiden ersten Fragen beantworten würden.

1. Was kann ich tun, damit ich beim Spielen viel Spass habe?
2. Was kann ich tun, damit ich beim Spielen garantiert keinen Spass habe?

Nach der Antwort zur 2. Frage müsst ihr deren Inhalt umkehren und erhaltet so eine persönliche Liste, die auf jeden Fall hilft, nicht den Spass zu verlieren.

Gruss
Martin
Entschuldigt, dass ich erst jetz zu den Fragen antworte.
Ich antworte nur auf die 1.Frage, denn warum soll ich über die Negation der Antwort zur 2. Frage zur Lösung der 1. Frage kommen.
Dabei beziehe ich mich auf das TT, ich denke, dass es indeinem Sinn ist.
Ich brauche nichts zu tun um Spaß am TT zu haben, denn ich habe den Spaß.
Ausschlaggebend ist mir dabei, dass ich TT als ein Spiel ansehehen kann.
Kennzeichnend für ein Spiel ist, dass es einen Anfang und ein Ende gibt.
Am Anfang steht die Begrüßung und am Ende die Gratulation. Wichtig ist auch, dass es Regeln gibt. Es gibt sehr viele Regeln, es gibt sogar Regeln, die eintreten, wenn sich jemand nicht an die Regeln hält. Es geht beim TT darum, dass durch einen Wettkampf ermittelt wird, wer oder welches Paar am Ende der Sieger ist. Die Anforderungen die dieses Spiel stellt, werden im Wesentlichen von den jeweiligen Gegner vorgegeben. Je höher die Fähigkeit des Gegners, desto höher ist die an dem Spieler gestellte Anforderung und desto höher muss seine Fähigkeit sein, um den Flow-Effekt zu erreichen. Nun heißt es, dass der Flow-Effekt nur eintritt, wenn Anforderungen und Fähigkeiten hoch und ausgewogen sind. Nun ist mir klar, dass meine Fähigkeiten begrenzt sind, ich versuche jedoch immer die Grenzen zu erreichen, bzw. vermeindliche Grenzen zu überschreiten. Nun geht es mir nicht um den Sieg, es geht mir um den Versuch selbst, diesen Sieg anzustreben. Unter Fähigkeiten verstehe ich alles, was mir hilft diesen Versuch zu starten. Wohlgemerkt, innerhalb der Regeln. Dabei gehe ich an die Grenzen meiner körperlichen Fähigkeiten, es gab Situationen, da habe ich Sterne gesehen und an den folgenden Tagen taten mir die Glieder weh. Ich gehe auch an die Grenzen der psychischen Belastung, ich leide und ich jubel.
Meine Aufmerksamkeit ist ganz fokussiert auf diesen Wettkampf und ich bin wenns gut läuft abgeschirmt gegenüber äußeren Ablenkungen. Dieses ist so stark, dass ich mein Zeitgefühl verloren habe. Meine Frau hat schon mal die Polizei gerufen, weil ich auf einem Turnier nicht daran gedacht habe, dass sie sich Sorgen machen könnte, dass mein Sohn und ich nach Mitternacht immer noch nicht zu Hause sind.
TT ist für mich also eine Scheinwirklichkeit, die durch die Ausübung zur Realität wird. Ich schlüpfe in eine Rolle und diese versuche ich so gut wie möglich zu spielen, wobei dies dann gelingt, wenn ich in ihr bin. Andere suchen die technische Vollkommenheit, ich warte auf den Zufall, der Zufall zeigt mir die Schwächen der Gegner, ich muss nur bereit sein sie für mich zu nutzen.
Gruß,
Horst
P.S. Nach der Gratulation, gibt es aber noch etwas sehr wichtiges. Es ist das Abklatschen, dies ist immer wichtig. Entweder als Zeichen über die Freude, dass wir wieder einen Punkt haben, aber auch als Zeichen der Anerkennung alles versucht zu haben.



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Kann man überhaupt von "Leben" sprechen, wo kein Vergnügen ist? (Erasmus von Rotterdam)
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