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Alt 25.05.2005, 08:07
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AW: Flow IV: "Spass am Spielen" contra "Siegen wollen"

Hallo Martin
Zitat:
Zitat von martinspin
Ich denke nicht, dass ich Flow erzwingen will. Ich glaube auch nicht, dass man entweder im Flow spielt oder nicht. Flow hat viele Facetten und Abstufungen.
Ich denke auch nicht, dass Du Flow erzwingen willst. Trotzdem frage ich mich schon länger was mich an deinem Vorgehen zum Thema Flow hintergründig stört. Das "erzwingen" hat mich draufgebracht. Du versuchst Flow rational zu erfassen und daraus eine Basis zu basteln. Du brauchst dich aber nur selbst zu überprüfen und wirst feststellen, dass Flow näherungsweise nichts mit Ratio zu tun hat. Es ist ein emotionales, körperliches Phänomen.
Wenn man also Zugang zu Flow bekommen will, muss man sich um Zugang zu seiner Körperlichkeit bemühen. Ratio steht dem im Weg!
Möglicherweise kann ich sogar besser theoretisieren als praktizieren, da ich aus der rationalen Ecke komme und erst über den Sport (Badminton, TT) Körpergefühl mehr oder wahrscheinlich weniger, aber bewusst entwickelt habe. Es fing damit an, dass ich bei anderen merkte, dass sie aus dem Bauch heraus spielten - machte ich nie! Das war der initiale Punkt, danach ergab eins das andere.
Zitat:
Ich sehe nicht ein, dass ich gegen bessere Gegner nicht im Flow-Zustand spielen kann. Wenn du dich zu stark auf den Gewinn konzentrierst, wird das immer frustrierend sein. Wenn du dich auf die gemachte Erfahrungen besinnst, können solche Spiele trotz Niederlage sehr wertvoll sein und ich erinnere mich im Nachhinein an die schönen Punkte nicht an die Niederlage.

Flow hat nichts mit Gewinn oder Niederlage zu tun.
(Auch) Ein (zu) starker Gegner kann gut Flow auslösen! Entscheidend ist dass man nicht über seinen Möglichkeiten spielen will.
Im Training oder gegen schwächere Gegner hat Flow eine andere Qualität. An einem einfachen Beispiel lässt sich der emotionale Charakter von Flow beschreiben - das zeigt deutlich die Sinnarmut des rationalen Ansatzes.

Ich spiele mit meinem Trainingspartner Übungen und stelle fest, dass ich eine ein effektives Training vereitelnde hohe Fehlerquote habe. Schön, denke ich, versuche ich es mit Flow. Der Einstieg ist ganz leicht, wenn ich mir sage: okay, ich spiele genauso weiter, spiele die Bälle jetzt aber auf die Platte.

Das funktioniert, mehr ist es nicht! Nicht ein tiefgründiges Analysieren und Anwenden von irgendwelchen Techniken, die mir meist schon lange bekannt sind.

Gruß, Nik
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Gruß von der Ostsee
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