Einzelnen Beitrag anzeigen
  #200  
Alt 18.09.2001, 01:03
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
Registriert seit 2000
Foren-Stammgast 2000
 
Registriert seit: 06.12.2000
Beiträge: 2.053
Bernd Beringer befindet sich auf einem aufstrebenden Ast (Renommeepunkte mindestens +40)
Der Gesamtzusammenhang ist leider nur schwer zu vermitteln, vor allem jenen in diesem Forum, die mit Leistungssport nichts am Hut oder keine Erfahrung damit haben. Hier noch einmal ein Versuch:

Der Tischtennissport als Massenbewegung mit über 700.000 Aktiven hat nur eine Zukunft, wenn er international erfolgreiche Vorbilder aufweisen und damit über die Medien vermittelt werden kann. Rosskopf, Fetzner, mit Abstrichen Boll, sind – allerdings ein paar Stufen drunter - ein ähnliches Beispiel wie Graf, Becker und Stich im Tennis. Also gebührt gleichzeitig mit dem Breitensport dem Hochleistungssport unser vorrangiges Interesse. Keimzelle für beides ist der Verein, oft sogar die noch kleinere Zelle Familie/Eltern. Die Asse/Stars von morgen leben und spielen in den Vereinen. Wenn sich Vereine, die viel in den Hochleistungssport investieren, und die Verbände/der DTTB zerstreiten, gibt es keine Chance, den Tischtennissport vor dem endgültigen Abstieg zu retten. Wer also nur die Vereinsbrille aufhat, ist genauso blind wie die einäugigen Verbandsfunktionäre.

Zusammenarbeit ist gefragt. Aber die ist zerstört. „Krieg“ statt Kooperation, Gerichte statt Gemeinsamkeit - so haben wir keine Chance. Die Fronten sind verhärtet – in unserer Diskussion hier ebenso wie zwischen dem DTTB und einigen (wichtigen) Vereinen. Die Folgen können verheerend sein: Entweder die klagenden Vereine gehen pleite oder – was noch eher zu befürchten ist – der DTTB, also die Summe der Vereine und Verbände. Auf eine siebenstellige(!) Summe soll sich die Schadensersatzklage der beteiligten Vereine erstrecken. Wenn sie gewinnen, was ich erwarte, rollen vielleicht Köpfe. Vor allem aber rollt der Rubel. Ob in die richtige Richtung, bezweifle ich stark.

Den von einigen Vereinen vorgeschlagenen Kompromiss halte ich für unrealistisch: Sie schlagen vor, Quizard, dass es in der Regionalliga Süd einen zweiten Aufsteiger aus den Reihen der Vereine gibt, die mit nur einem „Ausländer“ antreten und dass es nur einen (statt drei) Absteiger gibt (wohl unabhängig von der Anzahl der „Ausländer“, Hauptbetroffener wäre möglicherweise also der Verein mit den jüngsten Spielern und einer tollen Nachwuchsarbeit: der TSV Wendlingen). Von so einer Regelung wären ja die Ligen darunter und darüber auch stark betroffen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass es für eine Liga nachträglich eine gesonderte Auf- oder Abstiegsregel geben kann. Wenn schon Kompromisse zur Vermeidung des Super-Gaus, dann für alle Ligen gleich. Hier ein Vorschlag, der nur im Einvernehmen a l l e r Vereine geht, aber möglicherweise zumindest eine gewisse Chancengleichheit beinhalten würde:

DTTB/Verbände und die gegen die Ausländerregel verstoßenden Vereine aller Ligen verpflichten sich, die Spiele dann nach Ausgang zu werten, wenn die Vereine nur mit gleich vielen „Ausländern“ antreten wie der Gegner (Mindestzahl 1). Das bedeutet z.B.: Wenn Wehr gegen Eilenburg spielt, dürfen beide maximal drei „Ausländer“ einsetzen. Wenn Eilenburg gegen Tegernheim oder Kleinwallstadt oder Hilpoltstein oder Wendlingen spielt, dürfen sie nur einen „Ausländer“ einsetzen. Ich fürchte, auch das wird abgelehnt. Aber es dürfte der einzige Kompromiss sein, der a l l e n Vereinen, also auch den „korrekt“ aufgestellten, einigermaßen gerecht wird. Und wie gesagt: Es geht nur einvernehmlich.

Ansonsten befürchte ich, Quizard: Es kommt nicht nur zum Chaos, sondern zum Gau. Und wer kann heutzutage noch eine solche Eskalation verantworten? Ein runder Tisch muss her – und zwar schnellstens. Ansonsten nimmt das Chaos seinen Lauf.
Mit Zitat antworten