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Alt 25.05.2005, 18:01
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AW: Flow IV: "Spass am Spielen" contra "Siegen wollen"

Zitat:
Zitat von martinspin
Hoi Hogar



Im Prinzip hast du ja recht. Wenn wir schon bei den besagten Emotionen sind, halte ich es auch so, dass ich sie zwischen den Ballwechseln zulasse. Ich nerve mich schon mal beim dritten Kantenball meines Gegners in entscheidenden Situationen. Für mich ist es sogar wichtig, dass ich solche Emotionen nicht unterdrücke. Beim Ballwechsel bin ich jedoch wieder konzentriert. Die ganzen Spielchen nehme ich ja auch wahr und reagiere z.T. auch darauf. Nur dürfen sie keinen Einfluss auf die anschliessenden Ballwechsel haben.

Ich bin z.B. sehr konzentriert bei einem Match und das drückt sich dadurch aus, dass ich ziemlich ernst wirke. Im Moment des Wettkampfs ist mein Gegenüber mein Gegner und nicht mein Freund. Ein solches Verhalten kann auch missverstanden werden. Ist mir aber gleich. Nach dem Spiel bin ich wieder locker, was jedoch eine Zeit lang dauern kann.

Wir können uns noch lange über FLOW unterhalten und doch muss jeder für sich herausfinden, wie er dorthin gelangt, wenn er denn möchte.

Ich gebe einfach den Tipp ab, sich auf den Spass zu besinnen. So spielen, dass es Spass macht, ist der schnellste Weg zum FLOW. Die Kinder haben das noch drauf, nur wissen sie es nicht. Irgendwann kommt dann der Ehrgeiz und dann ist der FLOW gestört. Aber auch da muss man durch. Hat man diese Phase absolviert, kommt irgendwann wieder die Besinnung auf den FLOW und damit den Spass. Nur, um das zu entdecken, muss man eine intensive Zeit ohne Flow gespielt haben. Irgendwann hat man genug von solchen unmotivierten Zuständen und besinnt sich auf das wirklich Wesentliche am TT, dem Spiel, Spiel und nochmal Spiel.

Gruss
Martin
Hallo Martin,
du hast recht, wenn du schreibst, dass die Spielchen keinen Einfluss auf die anschliessenden Ballwechsel haben dürfen. Doch habe ich es zumindest in den Klasssen in denen ich gespielt habe festgestellt, dass diese Mätzchen eine entscheidende Rolle spielen.
Kantenbälle und Netzroller der Gegner sind mir egal. Mich ärgert nicht die Tatsache, dass er sie spielt, mich ärgert, dass ich den Ball nicht bekomme, ich nehme mir vor den nächsten aber zu bekommen. Oh Wunder oder auch oh Flow, den nächsten Netzroller spiele ich dann auch zurück. Dann folgen meist noch eigene Netzroller wenn dann der Gegner anfällig ist, verliert er obgleich er technisch stärker schien als ich. Es klappt nicht immer aber sehr häufig.
Nun übe ich nicht Netzroller zu spielen, doch es mag am Flow oder auch an meinem System liegen, es sind doch einige.
Ich ärgere und freue mich über meine eigenen Aktionen. Wobei ich es aber auch als meinen Verdienst ansehe, wenn der Gegner aufgrund meines letzten Schlages den Ball verschlägt. Denn dann ist mein Plan aufgegangen, er hat den Fehler gemacht, zu dem ich ihn verführen wollte.

Was mich freut, ist dass du TT als Spiel begreifst, bei dem man Spaß haben soll. Für mich ist es schon dadurch ein Spaß, aus dem Alltag zu entfliehen. Ich denke dann nicht an Termine die ich einhalten muss, ich vergesse zeitweilig die Sorgen, die ich mir mache. Ich denke dann auch nicht an die Glieder, die mir am nächsten Tag weh tun.
Mir ist aufgefallen, dass das Wort "Ich" häufig in meinen Beiträgen erscheint, dies hat zwei Gründe.
1. möchte ich damit zum Ausdruck bringen, dass es sich nicht um verallgemeinerbare Aussagen handelt.
2. geht es mir beim TT um mich, ich will gewinnen.
Das Größte ist aber, wenn in der Mannschaft dann das ich zum wir wird. Wenn dann die Mannschaft gewinnt, dann ist es auch nicht wichtig, dass ich verloren habe.
Richtig, TT ist ein Spiel und soll es auch bleiben. Die Welt geht nicht unter und es wird auch keiner entlassen, wenn man ein Spiel verliert. TT ist unwichtig und das ist gut so, aber eben doch so wichtig, dass ich jetzt Schluss mache und zum Training gehe.

Gruß,
Horst
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Kann man überhaupt von "Leben" sprechen, wo kein Vergnügen ist? (Erasmus von Rotterdam)
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