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Alt 28.05.2005, 02:27
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martinspin martinspin ist offline
let it flow...
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martinspin ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Flow IV: "Spass am Spielen" contra "Siegen wollen"

Hoi Nik

Zitat:
Zitat von Spinshot
Ausgeprägter Flow ist in gewisser Weise absichtsfrei. Erst 'mal einfach nur TT spielen steht im Vordergrund.
Flow ist etwas, was entsteht, wenn Spass an einer Tätigkeit vorhanden ist und man völlig in ihr aufgeht. Der Spass an einer Sache muss nur zugelassen werden. Flow kann man nicht erzwingen. Spielsystem und Taktik stehem dem Flow nicht im Wege. Hogar hat das deutlich aufgezeigt und auf die Schachwelt hingewiesen.


Zitat:
Deshalb spielt es keine Rolle ob der nächste Punkt oder gar das Spiel gewonnen oder verloren wird!
Das sehe ich auch so.

Zitat:
Es kann vorkommen, dass ich die Initiative ergreife und idR. erwies es sich als gut, aber jede Vorababsicht, wie sich für den nächsten Ballwechsel auf Aktivität/Passivität einzustellen, wird zum Problem, wenn es nicht so kommt und ich den Bock erst wieder herumheben muss.
Ich kann das so für mich nicht stehen lassen. Aus der Sicht eines Allrounders magst du recht haben. Aus meiner Sicht als Angreifer stimmt es nicht. Ich nehme mir schon vor, lange Aufschläge sofort zu ziehen oder kurze Aufschläge zu flippen. Im Moment nehme ich mir vor, jeden langen AS mit der VH zu ziehen, also auch Bälle in der RH. Es macht mir einfach Spass, meine Grenze zu erweitern und zu schauen, was geht. Eigenfehler stören mich keine Sekunde und das ist auch gut so. Mache ich meinen Spielfluss vom gelingen des Schlags abhängig, wär's garantiert kein Flow mehr. Natürlich ziehe ich nicht zig mal den RH-TS ins Netz oder über den Tisch hinaus. (Wär doch Selbstmord ) Wenn's nicht klappt mit der RH weiche ich auf die VH aus, die recht sicher und erfolgreich ist.


Zitat:
Ich habe da eine ausgeprägte und akzeptierende "kann gutgehen, aber auch nicht!" Einstellung. Der Ausgang ist nicht gewiss, aber das macht nichts, ich spiele es einfach.
Schön formuliert.


Zitat:
Niemals hatte ich in Spielen mit Flow Stress mit meinem Gegner, ganz im Gegenteil, der ist dann ausgeprägt mein Spielpartner - und das kommt wohl auch so rüber.
Ich hatte schon verschiedentlich Phasen, wo ich auch dieses Partnerschaftliche Gefühl hatte. Im Moment, wo ich mein Angrifsspiel lebe, empfinde ich mein Gegenüber während dem Match als Gegner. Am Schluss gibt einen Sieger und einen Verlierer. Ich habe einfach keine Lust mehr, als Verlierer vom Tisch zu gehen. Ich achte heute sogar darauf, dass ich im besten Fall 3:0 gewinne und bin nicht bereit, einfach mal so einen Satz abzugeben. Ich habe mich immer am Wort "Gegner" gestossen und mich gefragt, warum es keinen besseren Begriff gibt, sowas wie "Spielpartner". Aus heutiger Sicht verstehe ich diesen Begriff. Aus einer etwas höheren Sicht empfinde ich den Gegner letztlich doch als Partner, denn ohne Partner gibt's keinen Gegner. Das Schwätzchen nach dem Match, das gemeinsame Bier trinken und die Freude am Wiedersehen (nur um ihm im Match wieder in den Arsch zu treten ) sind solche Elemente, die auf den partnerschaftlichen Aspekt hinweisen. Erbitterte Gegner am Tisch und Freunde fürs Leben schliessen sich nicht aus. Vielleicht bedingt es sich sogar.

Gruss
Martin
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