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Deine Aussage, dass der Unterschied zwischen guten und mittelmässigen Spielern anwachst wage ich zu bezweifeln ,wenn man bedenkt dass aufgrund der kurzen Sätze überraschungen leichter zu erreichen sind.
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@ph
Ich dachte eigentlich, daß Hermann Hammer diesen Umstand ausreichend erklärt hat, habe aber selbst nochmal eine zusätzliche Erläuterung dazu gemacht.
Es ist doch einfach so, daß es bisher noch möglich war, weiterhin zu den guten Spielern zu gehören, wenn man mal eine gewisse Spielstärke hatte, dann aber seinen Trainingsaufwand zurückschraubt. So ergeht es jetzt mir. Ich habe mittlerweile einen Beruf und eine Familie, da kann man nicht mehr viermal in der Woche in Tischtennishallen rumfallen. Da ich aber von Natur aus kein Riesentalent bin, lebe ich von dem was ich irgendwann mal gelernt habe. Das ist durch den 40mm-Ball und die neue Zählweise auf einen Schlag weg. Ich müßte jetzt wieder intensiv trainieren, um meine bisherige Spielstärke halten zu können. Und so geht es ja nicht nur mir.
Die Kluft zwischen denen, die viel und intensiv trainieren, und denen, die einfach nur aus Spaß 'n bißchen spielen, wird deutlich größer werden. Beide Änderungen, Ball und Zählweise erfordern mehr Training. Der größere Ball verzeiht unsaubere Technik nicht mehr so stark, die neue Zählweise erzwingt taktische Vorbereitung, da die Zeit im Spiel nicht mehr ausreicht. Ergo werden die Spieler, die richtig trainieren überproportional stärker, da die anderen nämlich schwächer werden als bisher.
Daß es mehr Überraschungen gibt, gilt wie bereits erwähnt nur innerhalb dieser beiden Gruppen. Für Weltklassespieler gilt nun ebenso wie für Kreisklassespieler, daß die Unterschiede innerhalb der klassen verwischt werden.
Wenn das Ziel war, trainingseifrige Spieler zu belohnen und trainingsfaule Spieler zu bestrafen, dann ist dies gut gelungen. Meiner Meinung nach sind aber auch diejenigen, die nicht so oft trainieren keine Altlast, sondern tragende Säulen des TT-Sports, da gerade unter ihnen sehr viele ehrenamtlich tätige Vereinsfunktionäre sind, die ihre Aufgaben eben mehr in diesem Bereich sehen. Grundlage ist aber trotzdem der Spaß am Sport, der mir aber gründlich verdorben wurde.