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Alt 29.05.2005, 22:37
hermano hermano ist offline
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hermano ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Neuwahlen - Der richtige Schritt der Bundesregierung?

Es dürfte doch hoffentlich allen klar sein, dass die wirtschaftlichen Probleme wahnsinnig grossgeredet werden. Seit ich denken kann und so halbwegs Politik verfolge (so etwa seit 15 Jahren), die Lage war immer schlecht...
Die Probleme haben nix mit irgend einer Regierung zu tun, sondern mit der Globalisierung. Man kann eben woanders günstiger produzieren als hier. Das wird sich auch nicht mit einer unionsgeführten Regierung ändern. Die Rufe nach mehr Unternehmensfreiheit, Lohnnebenkostensenkung etc. dienen einzig der Gewinnmaximierung und nicht dazu, neue Arbeitsplätze zu schaffen. Das Beispiel Deutsche Bank hat es ja nun deutlich gezeigt (Es gab noch viele andere, die haben es aber nicht in die grossen Schlagzeilen geschafft.)
Das Problem an der ganzen Sache ist nur, dass ja hier auch Leute kaufen sollen, was woanders billig produziert wird - und dazu brauchen die Leute nunmal auch Geld. Das ging jahrzehntelang gut, es gab hier noch genug Arbeit, weil die Infrastruktur hier überlegen war, es gab ein gewisses Gleichgewicht. Nun ist die Rationalisierung in Vereinigung mit Globalisierung weit genug, dass dieses Gleichgewicht nicht mehr existiert, und keiner weiss, was passieren wird. Nur von einem bin ich überzeugt: Der Wirtschaftsliberalismus wird hierzulande keinen einzigen neuen Arbeitsplatz schaffen.

Ach ja, die Zahl der Arbeitslosen lag lag 1998 bei ca. 4 Millionen (als die Regierung Kohl beendet wurde). 2002 war sie genauso hoch (und im Wahlkampf hat die CDU geschrieben: "4 Mio Arbeitslose - die Bilanz von Schröder"). Jetzt ist sie, im wesentlichen aufgrund einer neuen Zählweise bei grob fünf Millionen. Viel schlimmer ist es also in den letzten sieben Jahren nicht geworden. Und besser wird es unter der CDU auch nicht. Darauf nehme ich gerne Wetten an.
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