Zunächst: "Fotografen-Ranglisten" braucht es keine, davon halte ich nichts. Danke aber trotzdem für das Lob! Ich meine, bei diesem Wahnsinnsspiel mit dem - und jetzt sind wir mal ehrlich - von KEINEM Experten annähernd für möglich gehaltenen Ausgang und den damit verbundenen emotionalen Momenten boten sich entsprechende Emotionsposen und Jubelbilder förmlich an. Das war einfach ein Jahrhundertspiel und ist wahrscheinlich so schnell nicht zu toppen und schon gar nicht reproduzierbar. Natürlich habe ich auch Actionmotive im "Rucksack", wenngleich diese in der Dillenburger Halle schwerer zu schießen sind als an den meisten anderen Plätzen, da das Licht dort für die Fotografen kritisch, ja - auch wenn ich mich jetzt bei manchem unbeliebt mache - annähernd unzumutbar ist, will man mit authentischen Fotos (nicht gestellten) von dort für unseren Sport werben. Ich arbeite schon mit der bestmöglichen Ausrüstung, die überhaupt für Hallensport verfügbar ist, u.a. mit einem 5.000-Euro-Objektiv, das an Lichtstärke und Schnelligkeit seinesgleichen sucht. Und trotzdem stoße auch ich hier immer wieder an unüberwindbare Grenzen, da es dort schlicht und einfach zu düster ist. Man kann nur hoffen, daß der glanzvolle Champions-League-Sieger, der nun verdientermaßen in ganz Europa im Gespräch ist und sich einen hervorragenden Ruf erworben hat, demnächst auch in dieser Beziehung etwas nachbessert und halt die dafür nötigen Euronen (sicher kein Vermögen!) investiert - es wird am Ende ALLEN Tischtennisfreunden und dem Verein selbst zugute kommen. Ich werde sicher demnächst noch einige Action-Fotos vom Sonntag dazustellen. Wie gesagt, es geht mit Spitzenequipment einigermaßen, aber immer noch mit hoher Ausschußquote.
@Joachim: ich betreibe Sportfotografie beruflich und arbeite fast pausenlos an der Perfektionierung des ganzen, wohl wissend, daß es keine wirkliche Perfektion in dieser Branche gibt und man immer wieder Kompromisse schließen muß und sich mit der Notwendigkeit konfrontiert sieht, aus den Gegebenheiten noch das bestmögliche herauszuholen. Mein Aufwand ist folglich unwahrscheinlich hoch, zeitlich, ideell und finanziell (aufgrund der teuren Ausstattung, die immer wieder nach "Aufrüstung" schreit). Ich sitze - neben den eigentlichen Fotoeinsätzen - Tage und Nächte am PC, um das Material zu sichten, aufzuarbeiten und zu versenden. Das ist ein Fulltime-Job in der Intensität, in der ich es betreibe. Ich lebe davon, daß ich auch ab und an mal ein Spitzenfoto mit nach Hause bringe - sonst wäre ich mein Geld nicht wert. So setzt jeder seinen Schwerpunkt und versucht, das bestmögliche zu erreichen. Ich bin zwar auch schreibender Journalist, mein Schwerpunkt ist aber möglichst anspruchsvolle Sportfotografie, nicht nur, aber mit Schwerpunkt im Tischtennis. Andere setzen andere Prioritäten oder Schwerpunkte und operieren mit weniger Aufwand. So oder so, am Ende sind genügend brauchbare Tischtennisfotos von den wichtigsten Events durch vielleicht ein Dutzend Fotografen verfügbar und das ist gut so und bringt den TT-Sport voran. Der Werbeeffekt durch brauchbares Fotomaterial für Vereine und Verbände ist nämlich nicht zu unterschätzen und gute Sportfotos beinhalten auch stets die Chance, schwankenden Interessenten den letzten Motivationskick zu geben, so daß auch diese die Hallen öfters besuchen. Ich kann und will mich auf Dauer nicht wirklich damit abfinden, daß in Deutschland nur zu oft Weltklassetischtennis vor 200 oder 300 Leuten stattfindet und mancher, der die ganze Woche von Tischtennis schwärmt, wenn er sein Punktspiel in der Kreisklasse gewonnen hat, nicht im entferntesten dazu zu bewegen ist, nur mal 30 Kilometer durch die Landschaft zu tuckern, um vielleicht einen Boll, Waldner oder Ma Wenge live zu bewundern.
Aber jetzt genug des Grundsätzlichen. Im übrigen zolle ich Dir, Joachim, ohne wenn und aber Respekt für Deine Tischtennisfotos.