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Alt 09.06.2005, 11:44
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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AW: 2. bundesliga nord 2004/2005

Jochen Lang hat mE in allem Recht. Doch den gordischen Knoten kann auch er nicht zerschlagen.

Das Niveau in den Bundesligen (der Herren) ist in den letzten Jahren gewaltig gestiegen - sportlich und finanziell. Es hat also durchaus eine (gewünschte) Professionalisierung stattgefunden. Ich wage allerdings zu behaupten, dass die finanziellen Aufwendungen der Vereine nicht nur stärker gestiegen sind als das sportliche Niveau, sondern dass auch die Vermarktungsmöglichkeiten der Vereine gerade in der jetzigen Zeit eher schlechter geworden sind. Es klafft also eine Lücke zwischen den Ausgaben und der Einnahmen, der "Markt" funktioniert nicht mehr richtig, er ist überdies reichlich "grau" geworden.

Sicher ist es nicht sehr professionell, mehr auszugeben als einzunehmen. Oft jedoch müssen sich Vereine auf die Zusagen von Sponsoren verlassen, die später nicht mehr eingehalten werden (können). Trotzdem lassen sie zu, dass die Aufwendungen für Spieler (ganz gleich, ob deutsche oder ausländische) immer größer werden. Das Konkurrenzdenken besiegt die Solidarität, die Kostenspirale dreht sich immer weiter und heftiger.

Daran ist der DTTB nicht ganz unschuldig. Bei Meldegebühren von € 15.340.- für die 1. Liga Herren oder € 3.070.- für die 2. Bundesliga denken viele Spieler darüber nach, warum eigentlich sie "bescheiden" bleiben sollen.

Doch nur mit mehr Bescheidenheit, mit mehr Identifikation zwischen Spielern, Sponsoren und Vereinen und mit einem großen Schuss Ehrenamtlichkeit auch in den wachsenden professionellen Strukturen können die Probleme gelöst werden. Das mögen einige als veraltete konservative Wertbegriffe bezeichnen. Aber den Spagat zwischen Breitensport und Hochleistungssport aushalten kann im Tischtennis nur, wer das Wohl des gesamten Vereins an die oberste Stelle setzt. Oder wer Geld hat wie Heu. Aber wer hat das schon?

Das war jetzt auch nicht die Zerschlagung des gordischen Knotens, sondern lediglich die Mahnung: Wenn nicht alle, vor allem die Spieler, ein bisschen zurückrudern, stürzt das Schiff über die Klippe in den Wasserfall, und es wird in Zukunft noch mehr "Tote" geben als bisher schon.
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