Spieler X zieht mit 30 Jahren aus beruflichen Gründen von Altstadt nach Neustadt. Natürlich ist der TTC Neustadt froh, einen starken Spieler verpflichten zu können und hofft auf eine Belebung des Trainingsbetriebs und einen eventuellen Aufstieg. Wenn nun jemand käme und sagt: "Das geht nicht, der X ist doch gar nicht in Neustadt aufgewachsen und ausserdem nimmt er unseren jungen Talenten den Platz in der Ersten weg!" würde man ihm mit Recht den Vogel zeigen.
Die Frage ist doch: Warum soll dies auf nationaler Ebene nicht mehr gelten? Werner Schlager hat aus seiner Sicht völlig Recht, wenn er sagt, die Einbürgerungen haben den TT-Sport in Österreich vorangebracht. Als Zuschauer/Fan hat man aber irgendwie ein Problem auf der emotionalen Ebene. Auch mich beschleicht leises Unbehagen bei der Vorstellung von drei Schweizer Chinesen gegen drei norwegische Chinesen im Endspiel der EM, und das Medienecho wäre bestimmt auch nicht so prickelnd. Aber wo die Grenze ziehen? Ein eingebürgerter Spieler ist ok, zwei gerade auch noch (aber nur wenns nicht beides Chinesen sind

), und drei gehen auf keinen Fall?
Man könnte es sich einfach machen, und sagen, in Zeitalter der Globalisierung ist so etwas wie eine "Nationalmannschaft" ohnehin nicht mehr zeitgemäss. Aber gerade die Nationalmannschaft hat - egal in welcher Sportart - das höchste Identifikationspotenzial in der breiten Öffentlichkeit.
Ich habe auch keine Patentlösung, da ich, wie gesagt, das Problem in erster Linie auf der emotionalen Ebene sehe, aber es wäre auch ein Fehler, wenn die Verantwortlichen so tun, als gäbe es dieses Problem nicht.