Zitat:
|
Zitat von Bernd Beringer
@ Petar, Markus Cansever
Spannendes Thema, und eigentlich wäre ein eigener Thread hierzu angebracht.
Mir persönlich ist jede Deutschtümelei fremd, und ich bewundere jeden guten und fairen Tischstennisspieler - ganz gleich, welcher Nationalität. Dennoch glaube ich nicht, dass sich viele mit einem Verein identifizieren können, zu dem alle Spieler im Grunde keine Bindung haben, wo sie nicht trainieren, in dem sie häufig nicht mal ein paar Mitglieder kennen oder gar mit denen kommunizieren (können). Im Grunde entspricht dies auch nicht dem Begriff "Verein" = Zusammenschluss Gleichgesinnter.
Natürlich bin ich mir bewusst, dass das Problem schon im Spannungsfeld zwischen Hochleistungssport und Breitensport liegt. Diesen Spagat halten jedoch vor allem die aus, die eigene Talente (oder die aus der Umgebung) in ihre Spitzenmannschaft einbauen können. Wo dies nicht der Fall ist, wird's, meine ich, schwierig, so was wie ein "Zusammengehörigkeitsgefühl" innerhalb des Vereins oder des Umfelds zu schaffen. Denn eigentlich interessiert das (fast) keinen.
Das mag in reinen Profi-Ligen - im Tischtennis ist das ja per Definition nur die 1. Bundesliga der Herren - ein bisschen anders sein. Hier freuen sich natürlich auch die Würzburger (Fans) oder die Ochsenhausener über einen deutschen Meistertitel. In anderen Sportarten (Eishockey, Basketball) gibt es jedoch auch hier, nach einigen Auswüchsen, Ausländer-Beschränkungen, was in erster Linie dem deutschen Nachwuchs zugute kommen soll und dies auch tut.
Jedenfalls ist zu beobachten, dass der Anteil der ausländischen Spieler auch in der Regionalliga Süd jedes Jahr beträchtlich zunimmt. Dass dies in jedem Fall gut ist für den deutschen Nachwuchs, um dem wir uns ja am meisten kümmern sollten, wage ich doch stark zu bezweifeln. Der Erfolg heiligt nicht jedes Mittel.
|
Es ist nicht das Thema und trotzdem:
1. Wenn zB. nur ein Ausländer pro Mannschaft spielen dürfte wird bedeuten:
- in höheren Klassen mehr eingebürgerte ausländische Spieler (somit mehr "Deutschen").
- das Gesamtspielniveau wird um einiges sinken.
2. Wenn man jetzt schon das Potenzial an jungen und GUTEN Spieler hätte (wie in China), würden die Mannschaften mit Sicherheit anderes aussehen.
Du schreibst selber: "Der Erfolg heiligt nicht jedes Mittel."
Also hast Du auch erkannt, dass die Mannschaften ohne "so viele" ausländischen Spieler nicht so erfolgereich wären.
Und wer mag den Erfolg nicht?
3. Und trotzdem stellt sich noch immer die Frage: warum müssen Nachwuchsspieler unbedingt in der erste (also in der beste) Mannschaft spielen, auch wenn die spielerische Klasse fehlt? Sie können ihre Herausforderungen in anderen Klassen auch finden. Es ist ein langer Prozess und man sollte nicht gleich übermutig werden und nicht nur Spiele, auch Spass an dem Spiel verlieren. Erzwingen kann man es nicht.
4. Mehr gute TT-Ausländer heisst - bessere Qualität.
Sport wird attraktiver. (Zumindest für die Insider, denn für die "Anderen" ist so oder so egal, ob in der Mannschaft ein Karl-Heinz spielt oder Andrej, Petr, Chen usw.)
4. Von erhobenem Spielniveau profitieren auch die junge Spieler und von "grossen Namen" in dieser Sportart gewinnt man evtl. neue Vorbilder für den Nachwuchs.
5. Bin nicht der Meinung, dass sich ausländische Spieler mit der Mannschaft nicht identifizieren können und dass Zuschauer in den Spieler noch immer die "Fremden" sehen.
Bsp. Plüderhausen zeigt, wie eng der Kontakt zw. Spieler in Arena und Zuschauer auf Tribühnen ist. Spätestens dann, wenn sie alle gemeinsam nach dem Training oder nach dem Spiel in der Kneipe sitzen und einen zusammen trinken.
Andererseits gibts auch genug Beispiele wo die "einheimische" Spieler das "Miteinander sein" nach dem Training oder Spiel nicht unbediengt pflegen mögen.
Da gebe es auch keine feste Regeln.