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Alt 09.10.2001, 07:29
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Zum Beitrag von "abaya":
Welch ein prächtiges Theaterstück, das hier im TT-Forum inszeniert wird, reif für den Komödienstadl, mit „Abaya“ als Drehbuchautor, Regisseur und Marketingleiter, der weiß, dass ein und derselbe Beitrag, gleich in allen Threads platziert, wirklich niemand mehr übersehen kann. Bravo, für diese Glanzleistung und den „dollen“ Dialekt. Im Mittelpunkt des Lustspiels (oder ist es mehr ein Drama) ein stolzer Vater und dessen 12jähriger Junge, laut Bekunden des Vaters eines der hoffnungsvollsten deutschen Tischtennistalente und der beste A-Schüler in Bayern, schwer benachteiligt durch die „Oberen“ des ja so mächtigen Tischtennisverbandes. Im ersten Akt wird er nicht für die Süddeutsche Auswahl nominiert, obwohl er doch der Bessere gegenüber dem anderen, dem Stephan ist, der zwar in der Südrangliste und auch in der Jahresrangliste der abgelaufenen Saison vor ihm steht, doch Sebastian war ja beim 1. VRLT der Bessere.
2. Akt: das 2. VRLT. Die Zuschauer aus nah und fern fragen sich vorher: Wird der Junge diesen von seinem Vater so mächtig aufgebauten Druck standhalten? Er ist schließlich der Bessere und muss deshalb unbedingt gewinnen. Wenn er einmal ein ganz Großer werden will, dann muss er diesen Druck verkraften, so die Meinung vieler in der Runde. Doch halt: Da ist ja noch der Bayern-Vize im Spiel, der den Betreuer eliminiert. Der hat nun die Schuld, dass der arme Junge nicht die erwartete Leistung bringt und Rotz und Wasser schon während des Spieles heult. Die Zuschauer fragen sich: War es nun der fehlende Betreuer oder war der Druck nun doch zu groß? So mancher erinnert sich: Schon viele haben ein Turnier auch ohne Betreuer gewonnen. Wer ein ganz großer werden will, der muss auch dies verkraften, zumal im A-Schüleralter, und zu seinem eigenen Spiel finden. Vielleicht eine Lehrstunde zur rechten Zeit für den hoffnungsvollen Sprössling. Er hat die Sympathien aller Zuschauer, die ihm dies von Herzen wünschen. Denn er kann am wenigsten dazu.
Viele Zuschauer fragen sich nach dieser Vorstellung: War das hier inszenierte Theater um eine Nicht-Nominierung gerechtfertigt? Wo ist eigentlich die Benachteiligung Sebastians? Beim ersten RLT war er der Bessere. Ist er aber wirklich der Bessere? Ist dies von einem Turnier abhängig? Oder kann auch der Unterlegene einmal einen schlechten Tag haben. Beim 2. VRLT war halt der Stephan der eindeutig Bessere und der Sebastian hatte keinen guten Tag. Ist es deshalb richtig, alles von einem Turnier abhängig zu machen? Ist es sinnvoll, einen Spieler gleich aus dem Kader auszuschließen, wenn er bei einem Turnier einmal unter ferner liefen abschneidet? Haben die Verantwortlichen nicht aus ihrer Gesamtschau einen Ermessensspielraum? Müssen sie für jede Entscheidung gleich öffentlich eine Rechtfertigung liefern? Dies alles sind Fragen, die nachdenklich stimmen.
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