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AW: Bush und das Amerikanische System
Traditionell haben die Demokraten immer die Unterstützung von Volksgruppen gehabt, die sich eher am "Rand" der Gesellschaft befanden. Bis zur ersten Hälfte des 20. Jh. waren das vor allem neue Einwanderer, später dann vor allem Schwarze.
Jetzt wären die Latinos an der Reihe, sie sind die am schnellsten wachsende Bevölkerungsgruppe und es ist abzusehen, dass viele jetzt noch illegale Latino-Einwanderer irgendwann legal werden, Wahlrecht bekommen, etc. Deshalb bemühen sich sowohl Demokraten und Republikaner um die Stimmen dieser Gruppe. Normalerweise wären sie Demokraten-Stammwählerschaft, da sie im Schnitt über eher geringes Einkommen verfügen. Jetzt kommt dummerweise die Religion ins Spiel: Die meisten Leute aus Mittel- und Südamerika sind katholisch und sehr religiös. Bush schafft es, sich als sehr frommer Christ darzustellen und damit auch viele Stimmen aus diesem Lager zu gewinnen. Deswegen hat Kerry (der im Gegensatz zu Bush sogar Katholik ist) im letzten Wahlkampf auch versucht, sich als regelmäßiger Kirchgänger darzustellen. Obwohl er von der religiösen Seite näher an an den Latinos dran war, hat das wenig geholfen. Ein konservativer Katholik wählt halt eher einen konservativen Methodisten als einen liberalen Katholiken.
Dass die Politik von Bush letztendlich wenig mit christlichen Grundwerten zu tun hat, ist den meisten Gläubigen offensichtlich egal. Er muss nur sagen, dass er gegen Abtreibungen ist, und schon stimmen sie für ihn. Soviel zur religiösen Komponente des ganzen.
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