Thema: Topspin A B C
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Alt 25.07.2005, 16:20
madmatt madmatt ist offline
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madmatt ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Topspin A B C

Zitat:
Zitat von MiHu
Lediglich A ist sinnvoll und empfehlenswert.
(...)
Das Maximum an Spin und Tempo erhälst du nicht durch einen langen Schläger-Ball-Kontakt, sondern durch Art des Treffens (tangential-zentral) und die Geschwindigkeit des Schlägers am Ball.

Gruß,
Micha.
dem schliesse ich mich an: wenn du den spin beim schlag maximieren willst, musst du, a) die geschwindgkeit im schlagtreffpunkt maximieren und den ball b) möglichst tangential treffen. Ist die tangente zum Ball zu extrem gewählt oder die geschwindigkeit nicht ausreichend, fällt der ball ins netz (oder gar zu boden).
Zitat:
Zitat von Klaus123
ergäbe einen längere Ballkontakt, man könne den Ball also länger *führen*.
ist ein trugschluss. die ballberührung im treffpunkt ist millikurz - im treffzeitpunkt geht delta t gegen null. Wenn du den treffpunkt ungefähr zur mitte der bewegung siehst, sind die schläge im physikalischen effekt erstmal gleich - leg einfach mal tangenten an die kurven B und C zum zeitpunkt des balltreffens( für mathematiker- erste ableitung). die tangenten der Kurven B und C liegen in der gleichen ebene der bewegung A - vorausgesetzt, du schaffst es, den schläger auf allen drei kurven ABC in ähnlicher geschwindigkeit zu bewegen.

Der eigentliche unterschied kommt physiologisch - spinmaximierung ist in letzter konsequenz, wenn du den winkel zum ball optimal gewählt hast, tempomaximierung - und das geht einfacher in einer geraden, schnellen unterarmbewegung, kurzer weg, geringere zeit, höheres tempo.
Dazu ist erfolg im tischtennis natürlich von der reproduzierbarkeit von schlägen geprägt - und da sind möglichst einfache bewegungsabläufe gefragt, leichter zu erlernen, leichter zu wiederholen. Während eine ebene schlagbewegung A immer geradeaus geht, droht bei einer kurve nicht nur fehler durch eine zeitliche fehleinschätzung des Balles (auch bei A möglich), sondern auch ein falscher radius, verwackeln, weil du zusätzlich zu bewegung A das schultergelenk kugelst, dass du sonst nur einen möglichst kleinen winkel um einen punkt drehst. B und C bieten so zusätzliche fehlerquellen. Selbst wenn es dir also gelänge auf der räumlich "längeren" bewegung gleiches tempo im balltreffpunkt und so gleichen spin zu erzielen, sind B und C als standardtopspinbewegung nicht erstrebenswert.
Und du bräuchtest bei bewegung B/C immer mehr zeit (längerer weg) um den schlag so auszuführen. Zeit, die du bei A für die beinarbeit und zum antizipieren des nächsten schlages übrig hättest.

Zitat:
Zitat von Ass
B's zb. bei Perssons riesen Topspins sehen. Mit langer Armbewegung.
halte ich für seinen individuellen stil. man muss nicht alles kopieren. ausserdem macht er eine vergleichsweise lange bewegung, in der er erst im letzten drittel explodiert - die ist wieder sehr nah an A.
Zitat:
Zitat von Ass
Geht aber auch gut über'm Tisch. Sozusagen ein kurzer Topspin, kurze Armbewegung, Ball übers's Netz ziehen - treffer - versenkt.
was soll da ein bogen B bringen, was eine ebene A nicht kann? Oder du meinst so ne mischung aus flip und topspin - den ball etwas einwickeln und am ende des schlages deckeln? Das würde ich aber als speziellen der spielsituation entsprechenden eigenen schlag begreifen - und nicht als antwort auf die frage, die glaube ich nach der optimalen topspinbewegung fragt.

Zitat:
Zitat von Ass
C's kann man manchmal auch bei Waldner beobachten. Der macht aber eher Schlagspins oder Treibbälle (und haut sich nicht gegen den Hinterkopf).
Wenn du in der Halbdistanz bist, (und nicht grad Topspin gegen Topspin ziehst, wg. Oberschnitt) dann geht mit Methode C die Post ab.
Auch das war , glaube ich, so nicht gefragt. Mit aufrechterem oberkörper und dem ziel, eher tempo als spin in den ball zu bekommen (eher tennisartig, wie Benjy bereits erwähnte) ist das als alternative im schlagrepertoire in der entsprechenden situation natürlich ein gutes mittel.
Als haupt-topspinbewegung, zumindest wenn du rotation willst, ist C der bewegung A unterlegen.

Aber eigentlich bist du ja auch unserer meinung:
Zitat:
Zitat von Ass
Für die ganz normalen Tops einfach Methode A im richtigen Winkel.
Schulmässig käme zur tempomaximierung im vorhand-topspin im bewegungsablauf neben dem armzug (beschleunigung des unterarms in einer ebene tangential zum ball) noch eine kurze hüftdrehung von rechts nach links (rechtshänder), mit einer gewichtsverlagerung aufs vordere bein und das schnelle "durchziehen" des vorgespannten handgelenks nach vorne-oben kurz vorm balltreffpunkt bedeutung zu. D.h. bei guten topspinspielern (nicht bei mir ) fängt die bewegung im rechten fuß an und hört im kleinen finger der rechten hand auf. Und spätestens beim handgelenk kommen dann doch bei einigen die schläge zustande, die man dann als individuellen stil bezeichnen kann. Denn beim erlernen des topspins ist ein zu flexibles handgelenk eher hinderlich, zur meisterlichen beherrschung der handgelenkseinsatz meiner meinung nach aber unerlässlich.

madmatt
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ceci n'est pas une pipe (magritte)
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