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Alt 15.10.2001, 00:10
Bernd Beringer Bernd Beringer ist offline
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Natürlich, TT-Zuschauer, niemand von uns ist fehlerlos. Aber so viele Fehler, wie sie einige Spitzenfunktionäre des BTTV in den letzten Jahren/Monaten/Tagen gemacht haben, darf sich auch kein "Ehrenamtlicher" leisten. Beispiele gefällig? Bitteschön:

1. Die radikale Veränderung in der Trainerstruktur, die Auswahl des "falschen" Verbandsrainers (Müller), die rechtlichen und gerichtlichen Auseinandersetzungen mit Lena Andersson und Volker Brandhofer, die dabei aufgedeckten "Ungereimtheiten" im Zusammenhang mit Zuschüssen durch den BLSV haben den BTTV und damit seine Vereine und seine Mitglieder wohl weitaus mehr Geld gekostet, als die meisten von uns ahnen.

2. Die Konzentration fast aller verbliebener finanziellen Mittel für den Hochleistungssport auf das TT-Internat in Würzburg ist mE fragwürdig und höchst gefährlich. Es ist zu bezweifeln, dass sich auf Dauer die besten Talente Bayerns aus ihrer Familie, aus ihrem Verein, aus ihrer vertrauten Umgebung herausreißen lassen, nur um eine höchst unsichere und eher unwahrscheinliche Profi-Karriere im Tischtennis ein paar hundert Kilometer von ihrer Heimat entfernt anzustreben. Die vorhandenen dezentralen Leistungsstrukturen in den Vereinen drohen (finanziell) auszubluten, die Abhängigkeit von e i n e m Verein (Würzburg) wächst beträchtlich, der dringend notwendige Aufbau weiterer regionaler Trainingszentren wird nahezu ausgeschlossen.

3. Die kurzsichtige, radikale und überstürzte Vorgehensweise gerade der BTTV-Funktionäre in der Ausländerfrage kostet die Verbände (auch den vom BTTV dominierten Südverband) nicht nur Geld (verlorene Gerichtsentscheidungen), sondern letztlich auch Ansehen. Der Verband und der Sport werden verlieren, manche Vereine, gerade auch die, die es übertreiben, werden triumphieren. Das in den Begründungen vorgeschobene Argument der Nachwuchsförderung war lächerlich, manche Äußerung der Präsidialen ausländerbefremdlich.

4. Über die völlig überzogene Jubel-Reaktion des BTTV-Präsidenten auf die neuen Regeln haben sich zu Recht viele altgediente Tischtennisspieler mokiert und geärgert, die sich „sportpolitisch“ normalerweise völlig heraushalten. Das war nur noch eine Lachplatte!

5. Der „Befehl“, das BTTV-Gästebuch zu schließen und vorher auf nichts und niemanden zu antworten, zeigt die Kleingeistigkeit unserer Spitzenfunktionäre. Wer heutzutage basisdemokratische Einrichtungen wie Kritikforen im Internet ignoriert und sie als beleidigte Leberwurst wegsperrt, darf sich nicht wundern, wenn die Kritik immer lauter wird oder gar eskaliert. Klar: ein Präsidiumsmitglied oder ein Angestellter eines Verbandes kann nicht auf jede Äußerung im Internet eingehen. Doch laute und häufig gerechtfertigte Kritik totzuschweigen, ist genau der falsche Weg. Kritik braucht zeitnahe Antworten. Wer gerade seine engagiertesten Mitglieder nicht ernst nimmt, macht die größten Fehler überhaupt.

Zugegeben: Ehrenamtliche sind keine hauptamtlichen Manager. Dennoch darf man mit „Ehrenamtlichkeit“ nicht alle Fehlleistungen entschuldigen. Im übrigen verfügen wir auch in den Verbänden über hauptamtliche "Manager", für die die Mitglieder nicht wenig Geld ausgeben. Und mit „Strukturen“ hat das Ganze erst mal nichts zu tun, sondern mit der Fähigkeit und der Unfähigkeit von Personen. Diese Personen müssen sich jetzt der Kritik stellen, nicht alle drei Jahre, wenn schon längst Gras über die Vergangenheit gewachsen ist. Dass sie dabei auch auf Verteidiger wie Dich, TT-Zuschauer, zurückgreifen können (oder verbirgt sich hinter Deinem Nickname selbst ein Verbandsfunktionär?), ist eine Selbstverständlichkeit.

Liebe Moderaten, vielleicht könnt Ihr mit diesem und den letzten eher grundsätzlichen Beiträgen irgendwo, möglicherweise auch im neuen inoffiziellen BTTV-Forum von Helmut Wagensonner, einen neuen Thread eröffnen. Unter „Ergebnisse Bayernschild“ hat diese Diskussion ja wohl nichts mehr verloren. Ihr macht das schon...
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