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Alt 15.10.2001, 22:42
Ahdow Ahdow ist offline
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@all

diese diskussion ist mal wieder einer der zahllosen beweise dafür, wie es um unseren sport bestellt ist. so ein alberner scheiß. penible regeln über teilweise (auf diesem wort liegt jetzt gerade die betonung) lächerliche, erbsenzählerische unwichtigkeiten und eine ausführliche diskussion darüber, ob man eine dieser belanglosigkeitsregeln nun eventuell ein ganz kleines bißchen abändern sollte oder nicht. dazu schiedsrichter, die zu 99,9 % (hundert prozent gibts ja nicht, gell? wir wollen hier nicht verallgemeinern!) das fingerspitzengefühl eines elefanten haben. kleingeist ist vor allem in randsportarten weit verbreitet.
natürlich muß man verhindern, dass spieler taktische pausen einlegen und zu oft zum handtuch gehen. aber deswegen gleich gelb-rot zeigen? mein gott, das ist sowas von albern und lächerlich! kein wunder, dass die schiris von keinem profi ernst genommen werden. in anderen sportarten sind die schiedsrichter oft in der lage das spiel zu leiten, ohne immer gleich eine strafe auszusprechen. aber bei uns im tt geht das wieder nicht, weil in unserer scheißsportart einfach so gut wie alles völlig unausgereift ist! unsere unparteiischen waren scheinbar alle 20 jahre lang in einzelzellen eingesperrt, so gut können sie mit menschen umgehen. autorität erlangt man nicht durch das zeigen von gelben und roten karten, sondern durch souveränen und gleichzeitig geschickten umgang mit den sportlern, sowie fachlicher kompetenz. letzteres bedeutet für mich übrigens nicht, dass man das regelwerk unseres sports fehlerfrei auswendig aufsagen kann. vielmehr muß ich mich in die situation der spieler hineinversetzen können und merken, wenn jemand etwas unbewußt tut.
das muß man sich mal überlegen: ein ma wenge, seit vielen jahren absoluter vollprofi, ist bei der ausübung seines berufes von teilweise völlig unqualifizierten schiedsrichtern abhängig und verliert ein spiel durch den griff zum handtuch, tsss, hehe.
fingerspitzengefühl heißt das zauberwort, nicht regelkenntnis. ein schiri muß ein spiel führen. ein unparteiischer, der bei der schlägerkontrolle vor dem spiel einen fünf milimeter überstehenden belag beanstandet, hat für dieses spiel verloren. vor dem haben die spieler angst, weil sie wahrscheinlich im spiel für die nichtbeachtung von regeln bestraft werden, von denen sie noch nie etwas gehört haben, weil sie nunmal völlig unbedeutend sind.
wenn ich mich an meine regional- und zweitligaspiele erinnere, fallen mir einige unparteiische ein, die nicht einmal die gängigen höflichkeitsregeln wie ,,guten tag" oder ,,auf wiedersehen" und schon gar nicht ,,hallo, wie geht´s" oder ,,tschüs und viel glück für den rest der saison" beherrschten.
zwei beispiele: im ersten satz des ersten einzels von jo.la. ruft dieser nach einem leichten fehler laut ,,maaaaaaahnnnn!!!!" der junge, geringfügig übereifrige schiri sprang auf und schritt zur box um den wttv-geschäftsführer (gewissermaßen sein auftraggeber - aber das wußte er natürlich nicht, dafür hatte er aber am vorabend vorm ins bett gehen nocheinmal die regeln gelernt) mit ,,ein bißchen leiser bitte, ja-aaa?" zurechtzuweisen.
nachdem ich den ersten satz nach hoher führung noch abgab, warf ich den schläger samt handtuch vor dem coaching auf die andere plattenhälfte - die geschätzte flugstrecke lag bei 20 bis 30 cm. ich sah ohne vorherige warnung gelb. mein ausländischer gegner hatte bis zum spielende die übelsten schimpfwörter in allen mir bekannten sprachen (außer deutsch natürlich, denn er war sehr clever) in den raum gestellt und wurde nicht mal ermahnt.
so - nun schränke ich den ganzen sermon noch etwas ein: schiedsrichter sind nicht immer doof. es gibt halt solche und solche. sie haben ja auch einen schweren job zu machen, jaja, usw. die allgemeine entwicklung der tt-schiedsrichter (auf diesem gebiet ist deutschland wahrscheinlich trotzdem noch die führende nation auf der welt) in deutschland ist ohnehin eine längerfristige sache. das bild, welches die schiris unter den spielern und zuschauern haben, ändert sich nicht von der einen auf die andere saison. wir sollten uns jedoch die verhältnisse im basketball zum ziel setzen. dort sind die unparteiischen absolute respektpersonen, die von den spielern anerkannt sind. und die leitung eines basketballspiels stelle ich mir weitaus schwieriger vor, als die eines tt-spiels.

Geändert von Ahdow (15.10.2001 um 22:46 Uhr)
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