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Regeln
Da ist ja ein ziemliches Wirrwarr um die Regeln entstanden. Ich versuche mal etwas Klarheit zu schaffen. Ein falscher Aufschlag gilt nicht als Fehlverhalten und hat daher auch keine Karten zur Folge. Die Regeln lauten:
Falls der SR Zweifel an der Zulässigkeit eines Aufschlags hat, aber weder er noch der Hilfsschiedsrichter sicher sind, dass dieser regelwidrig ist, kann er beim ersten Vorkommnis dieser Art den Aufschläger verwarnen, ohne dies als Fehler zu werten.
Wenn später im selben Spiel aus dem gleichen oder irgendeinem anderen Grund erneut Zweifel an der Zulässigkeit des Aufschlages dieses Spielers oder seines Doppelpartners bestehen, erhält der Rückschläger den Punkt.
Verstösst der Aufschläger jedoch eindeutig gegen die Bestimmungen über einen vorschriftsmässigen Aufschlag, so wird er nicht verwarnt, sondern der Rückschläger erhält den Punkt, und zwar sowohl beim erstenmal als auch bei irgendeiner anderen Gelegenheit.
Ein falscher Aufschlag wird also gleich gewertet wie ein unkorrekter Rückschlag, dafür gibt es logischerweise keine gelben und roten Karten.
Zum Fehlverhalten:
Falls ein Spieler oder Betreuer zu irgendeiner Zeit einen schwerwiegenden Verstoss begeht, unterbricht der SR das Spiel und unterrichtet unverzüglich den Oberschiedsrichter. Bei weniger schweren Verstössen kann der SR beim 1. Mal die gelbe Karte zeigen und den betreffenden Spieler warnen, dass jeder folgende Verstoss Bestrafungen nach sich ziehen könnte.
Begeht ein Spieler, der verwarnt wurde, im selben Einzel- oder Doppelspiel oder im selben Mannschaftskampf einen zweiten Verstoss, spricht der SR seinem Gegner einen Punkt und bei einem weiteren Verstoss zwei Punkte zu. Dabei zeigt er jedesmal eine gelbe und eine rote Karte zusammen.
Setzt ein Spieler, gegen den bereits drei Strafpunkte verhängt wurden, sein Fehlverhalten fort, unterbricht der SR das Spiel und berichtet unverzüglich den Oberschiedsrichter.
Der SR hat im Fall Ma Wenge - Boll also völlig richtig gehandelt, er hätte sogar schon beim ersten Mal eine gelbe Karte zeigen können. SR, welche unerlaubte Handtuchpausen tolerieren, handeln nicht nach der Regeln und kommen damit ihrer Aufgabe nicht nach. Der SR hat in diesem Fall Fingerspitzengefühl bewiesen indem er es beim ersten Verstoss bei einem mündlichen Hinweis hat bewenden lassen. Bei den weiteren Verstössen hatte er gar keine andere Möglichkeit, als zu den Karten zu greifen.
Früher waren Handtuchpausen nur alle 5 Punkte erlaubt und es hat sich niemand darüber beschwert, dass diese Regel nicht eingehalten werden kann. Jetzt sind es 6 Punkt, dass kann ja kein so grosse Unterschied sein, oder?
Ma Wenge hat also keine rote Karte erhalten (eine solche darf nur der Oberschiedsrichter aussprechen) sondern gelb-rot. Bei einem weiteren Verstoss hätte er nochmals gelb-rot bekommen und seinem Gegner wären zwei Punkte zugesprochen worden. Hätte er danach noch einen weiteren Verstoss begannen, hätte der Oberschiedsrichter unterrichtet werden müssen, der dann zu entscheiden hätte.
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