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Eins vorweg: Ich persönlich finde auch nach einigen absolvierten Punktspielen und Turnieren immer noch, dass es sportlich sinnvoller war, bis 21 zu spielen.
Gründe (meiner Meinung nach objektive):
> Bei längeren Sätzen spielt der Zufall (Netz- und Kantenbälle, "Glückstreffer"...) eine geringere Rolle
> Bei längeren Sätzen ist es leichter möglich, sich eine Taktik zurechtzulegen bzw. zu ändern
> Bei längeren Sätzen spielt der Konditionsfaktor (v. a. bei Turnieren) eine größere Rolle
Ich war auch ein Gegner der Einführung der 11er-Zählweise. Allerdings finde ich auch, dass man - nachdem diese Entscheidung nun so gefallen ist - der Regel auf jeden Fall eine faire Chance geben muss. Und eine Phase von drei Jahren halte ich da - mit Verlaub - schon für notwendig. Es ist meiner Meinung nach ohnehin eine Crux unseres Sports, dass man zu oft sehr schnell mit der Änderung von Änderungen bei der Hand ist. Wenn Neuerungen beschlossen werden, sollte man sie mit einer gewissen Mindestlaufzeit ausstatten (mein Vorschlag wäre eben drei Jahre), um dann seriös darüber entscheiden zu können, ob sie sich bewährt haben.
Das Strickmuster "Rin in die Pantoffeln - raus uss den Pantoffeln" bringt uns nicht weiter. Ein bisschen Geduld, auch mit ungeliebten Neuerungen, muss sein. Wer Entscheidungen von gewählten Funktionären für falsch hält, kann sie abwählen und beim nächsten Mal geeignetere Kandidaten wählen. Und bei so grundlegenden Entscheidungen wie der Zählweise sollten wir uns zehnmal überlegen, ob wir die nach Belieben hin- und herändern wollen. Welche Außenwirkung das hätte, brauche ich wohl kaum jemandem zu erzählen.
P. S: Eine genauso verheerende Außenwirkung hätte es, wollte man irgendwo - egal ob zwischen 2. BL und RL oder zwischen Bezirksklasse und Kreisliga - einen Trennstrich 11er/21er-Zählweise ziehen. Es reicht schon, dass im Mannschaftssport in der 1. Bundesliga D/H und der 2. BL Damen nach einem anderen Spielsystem als in den tieferen Ligen gespielt wird. Beim Versuch, das grundsätzlich interessierten, aber mit der Tischtennis-Materie nicht vertrauten Sportfreunden klarzumachen, ernte ich regelmäßig Unverständnis und Kopfschütteln.
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Pfannaflicka - der "Kampfname" der Rainer Tischtennisspieler; in Erinnerung an unseren unvergessenen Peter Drabek (1965 -1997), der diesen Begriff geprägt hat
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