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Alt 18.10.2001, 21:34
Ahdow Ahdow ist offline
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Zitat:
Original geschrieben von Oblomow


1. Der SR sollte so flexibel sein, dass er unter Berücksichtigung der ihm (hoffentlich) bekannten Regeln situationsgerecht entscheidet.

2.Übrigens: Der "Vorturner" bei unserer SR-Ausbildung hat uns sein kpl. Besteck gezeigt: Wasserwaage, Zentimetermaß, Lupe zur Feststellung der Gummi- und Schwammstärke, Beleuchtungsmesser, Ersatznadel für die Spielernummernbefestigung, Messleere für die Netzhöhe - international nur in Metallversion zulässig usw.). Du siehst, auch ein SR hat immer sein Päckchen zu schleppen!!
1. Nichts anderes habe ich gesagt!

2. Ja genau, Wasserwaage, Zentimetermaß und Lupe sollten zum Routinebesteck der SR gehören. Aber dann laßt uns bitte noch rechtzeitig alle Fernsehübertragungen cancellen, es wäre peinlich wenn das über die Grenzen der TT-Szene hinaus bekannt würde. Dann brauchen wir übrigens auch die 11er-Regel, den dicken Ball und die Vierermannschaften nicht mehr, weil TT dann zur Belustigung Nummer eins der gesamten Sportwelt und nicht zur Fernsehsportart würde.

Ja richtig, ich meinte Thomas Höhl, entschuldige. Ich bin mit dem Mülheimer TT-Spieler Michael Höhl durcheinandergeraten, pardon!

@Manfred
Miz´ Beitrag liest sich aber anders. Aber da will ich mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, im Regelwerk kennst du dich sicher besser aus als ich.

@manfred, thomas höhl
ich glaube übrigens, dass unsere meinungen gar nicht so weit auseinander liegen. wir sind uns einig darüber, dass es regeln geben muß. außerdem müssen regeln befolgt werden, bzw. die sr und die spieler müssen sich daran halten. genauso einig sind wir uns, dass das auslegung der regeln für sr in manchen situationen sehr schwierig sein kann. auch sollten regelverstöße konsequent bestraft werden. da beginnt jedoch langsam der unterschied unserer standpunkte, denn ich plädiere dafür, dass die sr ein gefühl für wichtige und nicht so bedeutende regeln entwickeln sollten. eine harte bestrafung für einen spieler, der bei internationalen turnieren das hemd nicht in der hose hat (müßte dann ohne verwarnung gelb geben, oder manfred?), oder
seinen schläger in der satzpause versehentlich mit zum coaching nimmt (gelb-rot?) oder in der satzpause für zehn sekunden mit beiden beinen außerhalb der box steht, weil er sich eine banane aus seiner tasche holen will (rot, spiel verloren?) halte ich für völlig falsch, ja sogar ernsthaft unseren sport gefährdend. völlig anders stehts da für mich bei der bestrafung falscher aufschläge, vor allem solcher, bei dem sich der aufschläger durch einen regelverstoß einen offensichtlichen vorteil verschafft. wenn z.b. piotr szafranek zum dritten mal den ball 16 cm von vorne nach hinten gegen seinen schläger wirft (zu zeiten bei gw hamm wurde er beim thema falsche aufschläge von vielen kollegen oft zuerst genannt), kriegt er rot und darf nicht mehr mitspielen. aber selbst bei der aufschlagregel gibt es für mich noch unterschiede: ich kann mich noch gut an ein spiel von jiang jialiang bei der wm 89 in dortmund erinnern. er bekam einen punkt abgezogen, weil er den ball beim aufschlag - kein witz - vielleicht einen knappen cm (jedoch auf dem flachen handteller) unterhalb der tischoberfläche gehalten hatte. erst in der fernsehzeitlupe war es deutlich zu erkennen. warum dieses theater? der gegner war nicht im geringsten davon beeinflußt oder benachteiligt. verständlich, dass jiang die auswechslung des sr verlangte. natürlich hatte der sr richtig gehandelt, denn so sind die regeln! aber das ist nie und nimmer der richtige weg.

es wird immer soviel von fernsehsportart und vereinfachung unseres sports geredet. wie glaubt ihr denn reagiert der laie vor dem fernsehschirm, wenn er sieht dass ma wenge gelb-rot für den griff zum handtuch bekommt? der versteht überhaupt nix mehr und zappt demnächst sofort weg, wenn er tt im tv sieht.

das ansehen der sr unter den profi- und leistungssportlern muß wachsen. dies dauert jedoch eine weile, sicherlich mehrere jahre. haben die spieler mehr respekt (und ich meine echten respekt und nicht angst) vor den sr, dann wird sich vieles von selbst regeln. ich bin sicher, dass die sr dann nicht mehr vor solche entscheidungen - gelb-rot für zum handtuch gehen oder nicht - gestellt würden, zumindest noch weitaus seltener als heute.

ich weiß selbst, dass es schwierig für einen sr ist, sich immer für die richtige gewichtung einzelner regeln zu entscheiden. aber es geht und durch erfahrung, intuition und vor allem fingerspitzengefühl (welches man schulen und selbst entwickeln kann) kann es jeder sr immer weiter automatisieren. der tt-sport gilt in der öffentlichkeit allgemeinhin als der fairste sport der welt. warum also machen wir es den fairsten sportlern der welt oft so schwer?
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