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AW: Gerade oder schlaufenförmige Bewegung???
Hallo Martin,
obwohl ich über den Kern und die Intention Deiner Frage nicht völlig sicher bin,
meine ich, dass folgende Betrachtungen Dir vielleicht weiterhelfen.
Betrachtet man nur den Schlag allein, läßt also das vorangegangene Sich-Positionieren (BA),
falls es denn stattgefunden hat, ebenso außen vor wie das Ausholen und den folgenden
Übergang zum nächsten Schlag, dann ist es vorteilhaft, diesen Teil der Bewegung,
sozusagen den eigentlichen Schlag, in einer Ebene zu vollziehen.
In einer Ebene bedeutet dabei, daß der Schläger sich entlang einer geraden Linie bewegt,
wenn man den Schlag als Außenstehender von der Seite betrachtet (Von oben dagegen - also von der Hallendecke -
ist die Schlägerbahn gekrümmt, Das liegt ganz simpel an unseren anatomischen
Gegebenheiten). Seitlich gesehen aber, wie gesagt, gerade. Diese Geradlinigkeit (nix Schlaufe, nix Kurve,
keine Schnörkel !) in diesem Teil des Schlages hat imho
deuliche Vorteile, etwa:
- eine gerade Bewegung hat keinen "Reibungsverlust", sie kann maximal schnell erfolgen
- die koordinative Abstimmung zwischen beschleunigendem und langsamer
werdendem Teil der Bewegung ist sehr gut möglich, das heißt das Timing (hier
Treffen des Balles im Moment der höchsten Schlägergeschwindigkeit)
ist gut zu bewältigen
- die Bewegung ist einfach
- ein nie zu vermeidendes zu frühes oder zu spätes Treffen des Balles wirkt sich nicht
übermäßig fehlerträchtig aus
Wenn Du die Technik der besten Spieler analysierst, wirst Du feststellen, daß die Schläge in der Regel
geradlinig ausgeführt werden, in dem Sinne, wie hier von mir beschrieben.
Nach dem Treffen des Balles verlangsamt der Schläger natürlich, was man gemeinhin als Ausschwungphase
bezeichnet. Die Frage ist nun: Wohin soll der Schläger dann gehen? Zurück in die Ausgangsposition?
In eine neutrale Postion? Nach Rom?
In einer Matchsituation auf Toplevel ist die Antwort auf diese Frage nach dem "wohin?"
extrem simpel: Der Spieler muß antizipieren, welchen Schlag er als nächstes spielen wird, und er
muß seinen Schläger schnellstmöglich in die "Ausholposition" für diesen Schlag bringen. That's it.
Wenn beispielsweise gerade ein paralleler VH-Topspin aus der Vh-Seite gespielt wurde und der
nächste Ball in der Rh erwartet wird, sollte der Schläger ohne Zeitverlust in die Rh gebracht werden.
Nix mit "Zurück in die Ausgangsposition" oder "Neutralstellung". Am Ende jeden Schlages hat der Schläger
in die "Startposition" für den nächsten Schlag zu gehen. Hierfür kann eine gerade Bewegung sinnvoll
sein, also einfach zurück, wenn anzunehmen ist, daß der gleiche Schlag von der
gleichen Stelle wieder gespielt wird. Es Kann aber auch eine Kurve die beste Lösung sein. Je nach
Situation und Schlagfolge. Natürlich kann es vorkommen, daß der eigene Folgeschlag falsch antizipert
wurde. Naja, das ist halt Pech oder Dummheit.
In den (seltenen) Situationen, wo nach dem Schlag Zeit zur Verfügung steht und dadurch eine Vorwegnahme des
nächsten Schlages erschwert ist, macht es Sinn, am Schlagende den Schläger unter Verringerung der
Muskelspannung absinken zu lassen und in Neutralposition zu bringen.
Bevor ich diese Betrachtungen fortsetze, bester Martin, würde ich gern wissen, ob sie Dir helfen. Falls nicht, wären genaue
Nachfragen hilfreich.
Supersriver
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Suppe muß man heiß essen !
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