Zitat:
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Zitat von clemenshartmann
Hi,
4. Fahr mit Puls 120-140 und bitte nicht höher da sonst nur wenig Fett verbrannt wird
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Wenn man Fakten nur wiederholt ohne genau das "Warum" verstanden zu haben können solche Aussagen wie hier passieren. Gemeint ist nämlich relativ wenig und eben nicht absolut wie die Aussage impliziert!
Also sportmedizinisch gesehen wird die Fettverbrennung kontinuierlich ansteigen (bis zum individuellen Maximum) wenn man die Belastung erhöht. Alle anderen Äußerungen sind "Märchen" und "Fehlinterpretationen" der folgenden Tatsachen:
Fakten
(Die Werte sind mal willkürlich gewählt, da es bei jedem abhängig vom Trainignszustand sehr verschieden sein kann)
. Wenn man beispielsweise eine Stunde Fahrad bei 120-140 Puls fährt, dann erfolgt etwa 50-70% der Energiebreitstellung durch Fettverbrennung.
- Wenn man die Belastung deutlich steigert und beispielsweise bei 150-160 Puls fährt, dann wird nur noch 30-50% der Energiebereitstellung durch Fettverbrennung gedeckt.
Das klingt nun so, als ob die Aussage von clemeshartmann korrekt sein könnte. Dies ist aber nicht der Fall, hier eine kurze Beispielrechnung:
Nehmen wir an, dass der Sportler im ersten Fall 500 Kilokalorien "verbrennt". Bei geschätzen 60% Fettverbrennung sind das dann
300 Kilokalorien aus Fettreserven.
Nehmen wir weiter an, dass der zweite Sportler (mit der höheren Belastung) 800 Kilokalorien verbrennt. Bei geschätzen 40% Fettverbrennung sin das nun
320 Kilokalorien .
Ergo:
Man verbrennt (absolut!!!) mehr Fett wenn man schneller radelt. Will man sich aber weniger anstrengen und eventuell nicht nur nach absoluten Kalorien optimieren, dann kann man durchaus bei langsamen Puls trainieren. Dies könnte man einen recht guten Kompromiss nennen. Aber man sollte dabei wissen, dass die Fettverbrennung absolut (!!!) weniger beansprucht wird als wenn man eine höhere Belastung wählt.
Allerdings wird bei dem ganzen "Rummel" um die Fettverbrennung gerne vergessen, dass es beim Abnehmen letztlich nur auf die absolute Energiebilanz geht. Ansonsten könnte man ja glauben, dass sich die "Plackerei" nicht lohnt für die paar Kalorien mehr die per Fettverbrennung verbraucht werden. Man muss sich aber im Klaren sein, dass es nur auf die absolute Kalorienzufuhr minus dem Verbrauch (und zwar gleichberechtigt durch alle Formen und nicht nur Fettverbrennung) ankommt!!!
Verbraucht der Körper beispielsweise 3000 kilokalorien am Tag und nimmt gleichzeitig 2000 kKalorien über die Nahrung auf, dann gibt es ein Defizit von 1000 kilokalorien. Dies führt langfristig dazu, dass man abnimmt (ein kg Körperfett entspricht knapp 9000 Kilokalorien, ergo muss man dies mehr als eine Woche durchhalten um ein kg abzunehmen).
Letztlich ist es dem Körper völlig wurscht auf welche Art das Kaloriendefizit entstanden ist. Es ist für das Abnehmen ein weit verbreiteter Irrglaube, dass dies über Fettverbrennung gehen muss/sollte!!! Es geht über ein Energiebilanzdefizit und sonst nichts!!!
Übrigens gibt es eine Gruppe von Menschen die Ihren Fettstoffwechsel optimieren müssen. Das sind die Extremsportler wie Marathonläufer oder Triathlethen.
Achja, als vorletztes Argument dafür, dass der relative Anteil der Fettverbrennung irrelevant ist vielleicht noch die Information, dass es einen Zeitraum gibt, wo die Energiebereitstellung zu annähernd 100% aus Fettverbrennung resultiert. Dies ist die Schlafperiode. Ist das nun ein Argument dafür viel zu schlafen um möglichst viel abzunehmen????
Und zu guter Letzt noch der Hinweis, dass der Körper Fett ablagert wenn vor allem ein Kohlehydratüberschuss da ist. Die Kohlehyrdate werden umgewandelt. Dies hat zur Folge, dass eine reine fettarme Ernährung absolut nichts bringt, wenn man nicht gleichzeit für ein Energiebilanzdefizit sorgt. Schlimmer noch. Verzichtet man auf Fett (viele Fette sind absolut wichtig für den Stoffwechsel und sollten nicht reduziert werden) und man nimmt ausreichend Kalorien über Kohlehydrate zu sich, dann wird man auch dann nicht abnehmen, wenn man täglich mit dem sogenannten "Fettverbrennungspuls" trainiert.