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Zitat von Rudi Endres
Das mag ja sein. Doch wenn eine Sportart weltweit an Boden verliert, muss es schwerwiegende Gründe geben. Unsere Fußballmannschaft (Vizemeister 2. Kreisklasse) hatte letzte Saison im Schnitt 200 Zuschauer. Ein Tischtennisbundesligist ist froh, wenn er auf 400 Zuschauer pro Spiel kommt. Roman Bonnaire, Sportchef der ARD und ehemaliger Zweitligaspieler, sieht in den kurzen Ballwechseln den Hauptgrund für das Desinteresse der Öffentlichkeit. Unsere damalige 1. TT-Mannschaft (Verbandsliga) fuhr zu einem Fußballspiel nach Dortmund (Hinweg 400 km). Die 50 km zu einem TT-Weltklasseturnier in Luxemburg waren den Spielern hingegen zu weit. Was ist das für eine Sportart, die noch nicht einmal von ihren eigenen Aktiven angenommen wird. Für den Zuschauer ist TT ein schlechtes Produkt. Also wird es vom Markt verschwinden.
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Stimmt, der Punkt mit dem Desinteresse der aktiven Sportler am Spitzensport ist schon bemerkenswert. Ich bezweifele aber, daß die hier diskutierten und zum Teil auch durchaus sinnvollen Vorschläge, dieses Verhalten ändern können. Der Grund weshalb Tischtennis nicht mit den Sportarten konkurrieren kann, die das Mediengeschehen ausmachen liegt für mich darin, daß viele den sportlichen Aspekt im Tischtennis einfach nicht erkennen. Man muß schon tollkühn sein um von einer Skichance zu springen, bei der Leichtathletik kommen eingem gestählte Körper auf der Bahn entgegen, beim Tennis braten die Spieler in der sengenden Sonne Australiens und man kann so wunderschön mitleiden.... Und was für ein Bild hat ein Nicht-TTler vom Tischtennis? [IRONIE

] Evtl die Omi die mit ihrem Enkel im Freibad spielt, die Profies die sich in der Halle an der Klimaanlage stören u.s.w. [/IRONIE

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Die einzige Chance auf mehr Präsenz in den Medien liegt darin, den Flair der Garagensportart loszuwerden. Änderungen die das Spiel verlängern, verlangsammen etc, sportliche Erfolge eines Timo Boll, ... Solange das nicht als "Leistung" angesehen wird, wird sich im Stellenwert der Sportart nichts ändern. Das Volleyball hat diesen Weg ein Stückweit bestritten und das mit Erfolg.
Bevor die ersten Steine fliegen: Ich will
nicht vorschlagen, daß die weiblichen TTlerinnen die Platte an den Stand stellen und sich im Bikini die Bälle um die Ohren hauen. Aber ich bin mir sicher, daß es nicht alleine reichen wird das TT-Spiel für die wenigen Zuschauer attraktiver zu gestalten. Man braucht vollkommen neue Konzepte und ich hoffe, daß man sich auch darüber bei den Funktionären den Kopf zerbricht.