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Zitat von CHE-MAN
Ich glaube, die Definition von "Kreisebene" ist einfach zu unterschiedlich. Das sieht man meiner Meinung nach hier sehr deutlich.
Ausserdem wird in vielen Vereinen(in allen, bei denen ich Jugendtrainings miterlebt habe) die aktive, aggressive Topspinspielweise gerlehrt. Topspin auf Block, bewegen, weiterziehen, nochmal bewegen, Topspi af die Ecke, Punkt.
Ich kenne keinen Verein, wo einem Jugendlichen extra das Spiel gegen Noppen oder Antis beigebracht wird.
Und ausserdem: Das Hauptproblem ist aus meiner Sicht nicht das Material, das die Spieler spielen, sondern die unkonventionelle Spielweise der meisten, also ungewöhnliche Schlägerhaltung, extravagante Schlagbewegungen, etc.
Wenn du eine Jugendlichen gegen einen Topspinspieler spielen lässt, kann er die Bälle wie im Trainig blocken. Wenn er gegen einen Spieler spielt, der aus dem Handgelenk sehr viel Überschnitt in die Topspinähnlichen Bälle bringt, kriegt er Probleme. Von diesen Szenarien hab ich 3 Saisons verschiedenste gesehen. Spieler, die schiessen, sobald der Ball höher als die Netzkante aufspringt, Spieler, die eine Seite Klassen besser spielen...
Gegen all diese Sachen kann man keinen Jugendlichen vorbereiten. Und ich kann mir auch nicht vorstellen, wie man einen Jugendlichen auf Niederlagen gegen Spieler, die "noch nicht mal richtig Tischtennis spielen können", vorbereitet.
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Aus Sicht eines der angesprochenen "Krummspieler", der auch jahrelang selber Nachwuchsarbeit gemacht hat, gibt dies exakt meine Erfahrungen und Beobachtungen wider.
Ansonsten gilt: der Sprung in der Erwachsenenbereich ist für jeden Jugendlichen der Kulturschock in seiner TT-Karriere schlechthin. Und wie auch in anderen Lebenssituationen gibt es dabei Individuen, denen dies besser gelingt und andere die dies trotz bester technischer Voraussetzungen nie gebacken bekommen.
Die Aufgabe aller aktiven Herrenspieler (und nicht nur der Trainer) ist aus meiner Sicht den Jugendlichen in ihrem Verein bei diesem Einschnitt soweit es in ihren Möglichkeiten steht, zu unterstützen. Das heißt für die sowohl für die besseren als auch für die Material- und Krummspieler als Trainingspartner zur Verfügung zu stehen, für die jeweiligen Mannschaftskollegen beim Punktspiel mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
Im Gegensatz zu der Betreuung und dem Fahren von Jugendmannschaften ist hier in den meisten Vereinen bei den Senioren ausreichend Bereitschaft zur Mitarbeit vorhanden. Dafür stehen sich dann viele Jugendspieler selbst im Wege, weil sie entweder nur mit den Besten (und nicht mit den Unangenehmen) trainieren wollen und vielfach extrem unrealistische Vorstellungen von ihrer eigenen Spielsstärke haben. Spielstärke wird dann oft mit technischen Können und Schnelligkeit/Härte gleichgesetzt und alle anderen Komponenten außer acht gelassen.
Und wenn ich's recht betrachte, war das vor 20 Jahren eigentlich alles genauso, nur war es damals noch viel schwerer für die Jugendlichen sich durchzusetzen, da es in den meisten Vereinen mehr Spieler als Platz in den Mannschaften gab....