Zitat:
|
Zitat von Rudi Endres
Wie soll man sich eine weltweite Befragung der Basis vorstellen? Soll die ITTF eine Art Wahlkampf führen und wer soll das bezahlen? Außerdem gab es noch nie eine Reform, die an der Basis eine Mehrheit bekommen hätte. Laut "Spiegel" sind 30% Zustimmung bei Reformen ein sehr hoher Wert.
Ich kenne aber auch niemanden, der wegen der bisherigen Regeländerungen aufgehört hätte.
|
Ich hatte den Weg aufgezeigt. Die Kreistage können darüber abstimmen. Wenn nur der DTTB demokratisch vorgeht, alle anderen weiterhin von oben herab entscheiden, dann bringt das natürlich nichts. Da müssten schon alle Funktionäre Nachhilfe in Demokratie kriegen.
Der Vergleich mit der Politik ist völlig unangebracht. Die Unterschiede hatten wir schon im Zusammenhang mit der 11er-Regel ausführlich diskutiert. Hier nochmal in Kurzform:
- Politiker treten (über ihre Partei) mit einem Programm zur Wahl an und müssen sich nach der Legislaturperiode dem Urteil der Wähler stellen. Sportfunktionäre werden dagegen über mehrere Hierarchiestufen gewählt, so daß keine direkte Wahl der Vertreter erfolgt und diese dann auch keine Konsequenzen befürchten müssen. Man weiß auch vorher nicht, welche grundsätzliche Richtung ein Funktionär verfolgt.
Außerdem handelt es sich fast ausschließlich um Ehrenamtliche, bei denen man froh sein muß, wenn man überhaupt welche findet. Insofern betrachte ich die ITTF-Funktionäre in keinster Weise als vertreter der Interessen der Mitglieder ihrer Verbände. Hier liegt für mich ein grobes Mißverständnis im Selbstverständnis der Funktionäre vor.
Ein Funktionär ist ein Interessenvertreter, damit hat er die Interessen zu vertreten und nicht diese festzulegen.
Es ist mir völlig egal, ob ein dahergelaufener Kanadier der Meinung ist, Tischtennis sei langweilig und langatmig. Seine Aufgabe ist es eigentlich, die Interessen aller weltweit organisierten TT-Spieler zu vertreten. Er aber vertritt seine eigenen Interessen, die er aus unerfindlichen Gründen für maßgebend hält. An sich gehören diese Damen und herren, die uns vorschreiebn wollen, was gut für uns ist alle wegen Nicht-Wahrnehmung ihrer eigentlichen Aufgaben zum Teufel gejagt.
Ich weiß, das klingt ziemlich radikal, aber es entspricht der ursprünglichen Absicht eines Sportverbandes. Zum Beispiel haben die hessischen vertreter bei der damaligen BHV, die für die Einführung der neuen Zählweise gestimmt haben alle gegen die Satzung ihres Verbandes verstoßen, in der geschrieben steht, daß die Vereine als dessen Mitglieder ihre Interessen durch den verband vertreten lassen können. Zumindest in Hessen wurde die damalige Verbandsspitze denn auch massiv abgestraft.
Im übrigen: Ich hatte mit TT aufgehört und nach einem dreiviertel Jahr nur wieder angefangen, weil mein Verein, dem ich bis dahin über 20 Jahre als Spieler und mehr als 10 Jahre als Vorstandsmitglied angehört hatte große Probleme bekam und ich das nicht mitansehen konnte. Erst 2 Jahre später hatte ich mich wenigstens soweit an die regeln gewöhnt, daß es wieder Spaß machte am Tisch zu stehen. Aber meine Begeisterung für meinen Sport hat stark gelitten.