Einzelnen Beitrag anzeigen
  #4  
Alt 22.10.2001, 20:25
Benutzerbild von fortune39
fortune39 fortune39 ist offline
Gesperrt
erfahrenes Forenmitglied
 
Registriert seit: 19.10.2001
Ort: Nürnberg
Beiträge: 494
fortune39 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
Man muss bei dieser Diskussion unterscheiden zwischen dem Punkt "Nominierungen" und dem (mir bisher völlig fremden) "Gewähren der vollen Punktzahl bei Nichtantritt oder Aufgabe". Der zweite Punkt ist aus meiner Sicht nicht diskussionswürdig, da völlig abstrus. Zum einen verstehe ich nicht, wer sich sowas einfallen lässt und zum anderen würde mich interessieren, ob das in anderen Verbänden ebenso praktiziert wird. Ein Spieler, der eine Rangliste abbricht oder nicht daran teilnimmt, hat kein Recht, Punkte zu kassieren.
Sehr viel interessanter wird es da bei Nominierungen. Letztendlich ist die Situation folgende: Ein Trainer, ein Gremium, wer auch immer - nennen wir sie A - entscheidet, dass ein Spieler oder eine Spielerin - nennen wir sie B - an einem Turnier spielen darf und ein oder mehrere Spieler/Spielerinnen - da haben wir C- dürfen nicht teilnehmen. Nun ist für C die große Frage: Warum hat A entschieden, dass B spielt und ich nicht. Entscheidungen dieser Art finden täglich in jeder Sportart auf der ganzen Welt statt. Und sie sorgen ebenso regelmäßig für Ärger bei den Daheimgebliebenen. Um den Ärger in Grenzen zu halten und eine Nichtnominierung als Lernprozess zu begreifen und nicht als Benachteiligung, ist es umso wichtiger, dass bei Nominierungen
Punkt 1. KLARE, TRANSPARENTE und NACHVOLLZIEHBARE KRITERIEN herangezogen werden.
Punkt 2. dass Partei A eine gewisse Distanz zu ALLEN Kandidaten - also den Spielerinnen und Spielern, die für eine Nominierung in Frage kommen - wahrt.
Und genau diese beiden wichtigen Punkte werden bei vielen Beteiligten im Bayerischen Tischtennis vermisst. Klar ist, dass die Unzufriedenheit im Lager der Nichtnominierten herrscht, aber es gäbe keine verbalen Auswüchse, wie die in der letzten Zeit, würden sich die Verantwortlichen an die Regeln halten. Die Distanz zu allen potentiellen Kandidaten ist nicht da. Nur zu den Spielern, die nicht im Würzburger Internat sind oder nicht in dieser Trainingsgruppe mitspielen. Und somit bietet Partei A eine Angriffsfläche, die - verständlicherweise - voll genutzt wird. Klare Kriterien für eine Nominierung fehlen ebenso. Denn die spielerische Leistung zählt offensichtlich nicht soviel, wie persönliche Gründe, die eine objektive Beurteilung unmöglich machen. Die Verantwortlichen haben sich die Suppe selbst eingebrockt. Wie und ob sie diese jemals wieder auslöffeln, steht in den Sternen. Leidtragende dieses Schlamassels sind einmal mehr diejenigen jungen Spielerinnen und Spieler, die zu Turnieren fahren, für die sie sich eigentlich gar nicht qualifiziert haben und die Entscheidungen mittragen müssen, die sie, könnten sie allein entscheiden, wahrscheinlich gar nicht getroffen hätten. Denn wenn diese Akteure dem hohen Druck nicht mehr standhalten, den ihr engster Kreis von Vertrauten auf sie ausübt, dann platzt die große Seifenblase. Gruß aus Franken, PL
Mit Zitat antworten