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Alt 01.09.2005, 12:36
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Weltklasse Weltklasse ist offline
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Wie bereits angekündigt habe auch ich mir den Ekrips besorgt. Hier nun mein Testbericht.

Meine Spielweise:

Ich bin beidseitiger agressiver Spinspieler wobei ich ca 65% mit VH spiele und 35% mit RH. Mein bester Schlag ist der VH Topspin/Schlagspin. Der Schuss ist eher die Ausnahme. Ich versuche so früh wie möglich die Initiative zu ergreifen. Aufschläge des Gegners, die lang sind und nicht zweimal auf meiner Seite aufspringen würden, werden sofort mit VH als auch RH angezogen. Meine Spielklasse ist Bezirksliga im MP des TTVN. Mit der RH spiele ich nur den Eröffnungstopspin und schließ dann den Ballwechsel öfters mit einem VH-Schlagspin ab.

Mein Material (bisher):
Beläge: VH Mambo H sw 2,1 , RH Nittaku Hp@ 2,0 rot, beides mit 2 Schichten Nassgeklebt dann ab in die Presse für mindestens 30min.
Holz: Weltklasse Eigenbau, relativ weiches Tempoelastisches Offensivholz.

Im Test:

VH: nagelneuer BTY Ekrips 2,1 rot, RH nagelneuer Mambo H 2,1 sw, gleiches Holz.

Äußeres Erscheinungsbild:
Der Ekrips wiegt im ungeschnittenen Zustand 63,1 gramm bei einer Größe von 17,8 x 16,6cm. Der Mambo H hingegen bringt es auf nur 57,9 gramm bei einer Größe von17,4 x 16,5 cm. Auf die Größe des Mambo H bezogen wiegt der Ekrips 61,3 gramm. Zugeschnitten auf meinem Holz (16 x 16cm) wiegt der Ekrips 48,8 gramm und der Mambo H 47,1 gramm.

Sowohl beim Mambo H als auch beim Ekrips handelt es sich um zwei eher weichere Exemplare. Wenn man beide Exemplare durch die Daumendrück-Methode testet könnte man meinen das der Ekrips weicher ist als der Mambo H. Dies liegt allerdings am wesentlich weicheren und elastischeren Obergummi des Ekrips gegenüber dem Mambo H. Um sich vom Obergummi nicht blenden zu lassen habe ich bei beiden Exemplaren den Schwamm vom Obergummi (vom Abschnitt natürlich) getrennt. Nun drehte sich das Bild. Der Schwamm Ekrips hat eine gefühlte Shorehärte von ca 44° gegenüber dem Mambo H von ca 42°.

Während sich das Obergummis vom Ekrips sehr leicht lösen ließ, war es beim Mambo H schwieriger, hier riss das Obergummi zuweilen ein. Diese Maßnahme war sehr aufschlußreich, denn zum einen bestätigt sie die Rissempfindlichkeit des Mambo H zum anderen bestätigt sie die überragenden Elastizität des Obergummis beim Ekrips. Während man das Obergummi des Ekrips mit beiden Händen unglaublich lang ziehen kann, ist das Obergummi des Mambo H wesentlich straffer. Bei relativ hohem Kraftaufwand ist das Obergummi vom Ekrips extrem reißfest (das Gummi reißt einfach nicht), das des Mambo H hält diesen Belastungen nicht stand und fängt an zu reißen.

Der Praxistest:
Den Ekrips habe ich mittlerweile in 2 Trainingseinheiten a 2,5 Std und einem Turnier gespielt. Der Ekrips nimmt den Kleber sehr gut auf und ist bereits beim ersten Kleben voll da. Wenn man zu lange wartet macht der Belag sehr schnell einen kräftigen Bauch. Der Mambo H als auch der Hp@ benotötigen da schon ein paar mehr Klebungen um voll da zu sein.

Katapult: Der Ekrips hat beim Kleben einen unglaublichen Katapult, hier kann selbst der Hp@ nicht mithalten, der bei einer Schwammhärte von 44° trotzdem einen sehr guten Katapult hat. Der Katapult des Mambo H würde ich als gut, aber nicht sehr gut bezeichen, was nicht unbedingt ein Nachteil ist, sondern mir persönlich sehr gut am Mambo H gefällt.

Sound: Der Sound des Ekrips ist ziehmlich gut und er klickt lauter als der Hp@ und der Mambo H. Aufallend ist das der Sound beim Hp@ als auch Mambo H wesentlich satter ist, der des Ekrips ist heller bzw. höher.

Aufschlag: Aufgrund des sehr elastischen Obergummis lassen sich extrem Effetreiche Aufschläge gestalten. Eine klare Stärke des Ekrips, wenn auch die Aufschläge nicht ganz den Spin des Mambo H erreichen. Hier ist der Mambo H unter den Japan-Belägen unerreicht. Der Ekrips spielt hier in einer Liga mit dem Hp@

Rückschlag: Der Rückschlag des Ekrips gelingt sehr gut, er verlangt allerdings nach einem Spieler mit einer bewussten Schlagausführung bzw. der weiß wie man welchen Aufschlag annehmen muß. Hat man hier schwächen dann wird der hohe Katapult schnell zum Boomerang. Wenn man nur hinhält dann offenbart er hier ganz klare Schwächen. Aufgrund des flachen Ballabsprungs lassen schnelle Schupfs sehr gut Spielen, kurze Aufschlag mit US können aber sehr gut kurz zurückgelegt werden. Hier kommt der hohe Katapult nicht so zum tragen. Mit Ausnahme des Flips der besser mit dem Ekrips zu spielen ist kommt er jedoch trotzdem nicht an den Mambo H heran. Hier ist der Mambo H allerdings auch einsame Spitze. Im Vergleich zum Hp@ gelingt es mir mit dem Ekrips wesentlich besser den Rückschlag bei Schupfbewegungen flach zu halten. Hier ist der sehr flache Ballabsprung des Ekrips eine klarer Vorteil gegenüber dem Hp@

Schupf: ähnlich wie beim RS fällt hier die Bilanz aus. Aufgrund des flachen Ballabsprungs ist dieser besser als beim Hp@ jedoch schlechter als beim Mambo H welcher einen ähnlich flachen Ballabspung hat jedoch einen nicht so ausgeprägten Katapult. Auf langsame Bälle lässt sich sowohl sehr gut kurz als auch lang und schnell schupfen. Bei schnellen Bällen ist der Schupf aufgrund des Katapults schwieriger zu gestalten. Dies ist mir persönlich aber egal, da schnelle Bälle auf der VH eh angezogen werden.

Block/Konter: aktive Bälle gehen problemlos. Der Ekrips ist hier fast genauso gut wie der Hp@, wobei der Hp@ bei diesen Schlägen einfach ein besseres Gefühl vermittelt. Passive Blocks hingegen (z.B.kurz blocken wenn der Gegner hinten in der Ballonabwehr ist) gehen wiederum mit dem Mambo H besser als mit dem Ekrips und den Hp@

Schuss: da ich nicht der Schussxperte bin und dieser Schlag in meinem Spiel selten vorkommt kann ich hierüber noch keine Aussage treffen.

Topspin: lassen sich ausgezeichnet spielen, wobei die Längenkontrolle schwieriger ist als beim Mambo H.

Schlagspin: Die Paradedisziplin des Ekrips, die Spins haben etwa den gleichen Spin wie die des Mambo H, jedoch sind sie noch schneller und länger. Aufgrund des sehr flachen Absprungwinkels laden die Bälle allerdings häufiger im Netz als beim Mambo H.

Gegentopspin: Da ich ein relativ weiches Holz spiele das gerade aus der Halbdistanz extrem beschleunigt, geraten mir die Gegentopspins destöfteren zu lang und vorallem zu hoch. Aufgrund des sehr flachen Ballabsprung wird diese Problem fast behoben. Insbesondere Bälle die mir auf die weite VH gespielt werden und aufgrund der großen Entfernung (ich umlaufe mein RH sehr stark) sehr spät von mir getroffen werden gelingen wesentlich besser als mit allen Belägen die ich vorher gespielt habe. Mein absoluter Lieblingsschlag mit dem Ekrips. Neben den Schlagspin die zweite absolute Stärke des Belags.

Haltbarkeit: Nach so kurzer Zeit kann ich hierzu natürlich noch keine Aussage machen. Aufgrund meines "Obergummi-zieh-test" vermute ich aber das mir der Ekrips nie reissen wird. Selbst extremes Folienkleben dürfte dieser Belag standhalten.

Nachteile:
Während der sehr flache Ballasprung beim Gegentopspin und beim Schlagspin auf Block ein riesiger Vorteil ist, wirkt sich dieser beim schnellen Eröffnungstopspin/Schlagspin auf Unterschnitt eher negativ aus. Im Gegensatz zum Mambo H landet der Ball hier desöfteren im Netz. Wenn ich allerdings weich eröffne dann ist der Unterschied zwischen den beiden Belägen nicht so groß. Weiche rotationslastige Eröffnungen gelingen mit beiden Belägen sehr gut. Wobei die Kontrolle beim Mambo H hier wirklich State of the Art ist.

Neben diesen Punkt stört mich allerdings manchmal die Streuung der Topspin hinsichtlich der Länge und Tempo. Der Mambo H ist hier wesentlich gutmütiger und stark fehlerverzeihend. Während man mit dem Mambo H in fast allen Lagen den Ball rüberbekommmt ist der Ekrips wesentlich anfälliger wenn man nicht gut zum Ball steht. Es ist teilweise sehr komisch, wenn ich z.B zu weit weg vom Ball stehe und den Ball sehr weit vorne treffe bekomme ich manchmal überhaupt kein Tempo in den Ball. Der Unterschied ist gravierend bei relativ frontalgetroffenen Bällen wie dem Schlagspin. Wenn die Schlägerblattstellung und Treffpunkt stimmt , dann ist der Schlagspin eine wirkliche Granate. Wenn die jedoch nicht stimmmt dann bekomme ich manchmal überhaupt kein Tempo in den Ball. Ich führe das auf dem extrem elastischen Obergummi zurück das nach einem sehr genauen Treffpunkt verlangt. Das Fenster für den optimalen Treffpunkt ist beim Ekrips wesentlich kleiner als beim Mambo H, mit welchem man deutlich weniger Fehler beim Topspin macht, wenn dafür die Spins auch nicht die härte des Ekrips haben.

Fazit:
Ich werde den Ekrips auf der VH erstmal weiter spielen um ihn noch besser kennenzulernen. Auf der RH steht für mich erstmal der Mambo H , der mir aufgrund des flacheren Ballabsprungs einfach mehr Kontrolle im Aufschlag/Rückschlagspiel sowie beim Eröffnungstopspin bietet als der Hp@. Sollte sich die höher Fehlerquote beim Topspin auf der VH gegenüber dem Mambo H nicht bessern, dann werde ich wieder auf den Mambo H zurückwechseln. Da mir 2 Exemplare des roten Mambo H auf der VH gerissen sind, hingegen der schwarzen Mambo H keine Rissprobleme aufweist (sogar auf der VH), werde ich gegebenenfalls den roten mal auf RH und den schwarzen auf VH testen.


Geändert von Weltklasse (01.09.2005 um 18:16 Uhr)
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