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Zitat von Nacki
Die jungen Spieler, so sie sich denn noch weiterentwickeln wollen/sollen, werden am besten dort eingesetzt, wo sie weder unterfordert noch überfordert sind. Da ist man zum einen von der aktuellen Spielstärke am besten aufgehoben und sollte in der Regel die gesündeste Motivation haben. Je nach Gemüt des Spielers ist es aber auch nicht unbedingt schlimm, wenn die Spielklasse eine Saison mal nicht stimmt. Unterforderungen über mehrere Jahre behindern jedoch die Entwicklung.
Einige andere Punkte führen leider auch dazu, daß so manche TT-Karriere beim Übergang in den Erwachsenenbereich endet. Neben den schon öfters hier im Thread angesprochenen biografischen und auch biologischen Gründen sollte man sich auch vor Augen führen, daß der Erwachsenenbereich eine ganz eigene andere Welt ist. Früher spielte man vornehmlich nachmittags am Wochenende mit ungefähr Gleichaltrigen gegen in etwa Gleichaltrige in einem quasi geschützten System. Jetzt muß man zumeist abends mit Menschen aller Couleur und jeden Alters gegen Menschen aller Couleur und jeden Alters antreten. Das ist oberflächlich schon ein riesiger Unterschied. Dann spielen die auch noch aus den unterschiedlichsten Motivationen Tischtennis oder auch mal gar nicht, weil sie, shocking, in den Urlaub fahren wollen, anstatt am Punktspiel teilzunehmen.
Die Gegner spielen ganz anders, nämlich viel abgezockter, oder labern einen voll, oder, verdammt, die eigenen Mitspieler kritisieren einen vielleicht mal, weil sie mit diesem oder jenem nicht einverstanden sind.
Um den Übergang zu erleichtern, sollte man noch ein paar Dinge beachten.
Wichtig, und das wurde auch schon einige Male hier genannt, ist, daß die Jugendlichen im Training auch bereits viel gegen die Erwachsenen spielen.
Dann muß ihnen vermittelt werden, daß die Erwachsenen, allen voran die Noppenopis, auch spielen können und erstmal besiegt werden müssen. Ihnen muß klar sein, daß das in den Herrenklassen kein Selbstläufer ist. Jemand der meint, er habe die ach so tolle Jungen-Bezirksliga gespielt und muß nun unbedingt in der Bezirksliga der Herren gemeldet werden, weil das darunter unter seiner Würde ist, wird es schwer haben. Ebenso darf auch kein zu großer Druck und zu große Erwartungshaltung von Seiten seiner neuen Mitspieler aufgebaut werden. Man sollte darauf achten, daß in den Mannschaften auch Erwachsene sind, die sich um die jüngeren Spieler kümmern, schwer umzusetzen oft, ich weiß. Diese sollten auch mit dem Trainer ungefähr auf einer Wellenlänge liegen und nicht 100% Gegensätzliches erzählen. Ein berühmtes worst-case-scenario ist das lautstarke Fordern, es solle lediglich geschupft und nur nicht angegriffen werden, mit anschließender überzogener Kritik nach einer Niederlage. Das Kümmern um die Jugendlichen beinhaltet aber nicht nur den reinen sportlichen Teil, sondern diese müssen ja auch in die Mannschaft integriert werden.
Ach, und ein weiterer Aspekt noch. Lieber Jugendliche nach oben oder in die Mitte melden in einer tieferen Spielklasse, als unten in einer höheren. Die können, sollen und müssen viel spielen. Von einem Einzel am Abend lernt man nicht viel. Wenn sie tiefer gemeldet sind, können sie auch immer noch als Ersatz in der höheren Mannschaft eingesetzt werden.
So, das waren meine 2 Pfennige zu dem Thema.
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