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Alt 07.09.2005, 14:45
madmatt madmatt ist offline
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madmatt ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
AW: Bitte um Ratschläge bei Materialwahl

kurz: mach was bow sagt, der hat recht.

lang: bedenke - sicherheit wirst du nur in nuancen kaufen können und zu 98% trainieren müssen.

Und - spinspiel liegt nicht am material, sondern an der technik. mit schnellem material kannst du auch klasse spin spielen, wenn deine technik sauber ist, gerade weil auch ein grossteil der energie in rotation umgesetzt wird. aus deiner beschreibung schliesse ich, dass die technik für sauberes spinspiel auch vor der pause nicht zu 100% da war, und du das aber jetzt gern erlernen möchtest um dein spiel variabler zu machen. in der lernphase hilft natürlich langsameres/weicheres material, insofern köntest du aus "pädagogischen gründen" dein material so wählen, dass es dich beim erlernen bestimmter schläge ein bisschen unterstützt, bevor du, wenn du's kannst, wieder eine nummer schneller wirst.

Wenn dir dein holz soweit gefällt(das ich übrigens auch mal für zwei Jahre gespielt habe, bis ich auf einem all-holz angefangen hatte frischzukleben und daher das tempo zu holen), versuch erstmal dabei zu bleiben - das Balsa 6,5 ist definitiv der turbo für deine ente, und fixpunkt holz ein guter ansatz. Darauf würde ich - sofern du deinen schwerpunkt auf spin erlernen setzt, einen weichen belag möglichst 2,0(!) auf die spinseite (VH?) und einen mediumharten konter/schussbelag eine nummer dünner auf die andere seite kleben.
Der Soft-D-13, der dir mitgegeben wurde, ist als allroundbelag eine möglichkeit, auch ein Vari Spin oder Nittaku Hi Super Drive böte sich an, ebenso der erwähnte sriver fx, der mambo hat für meinen geschmack schon zuviel katapult. Alternativen wären auch weiche tensorbeläge wie - blues f5, vari spin dtecs, andro impuls. Aber all diese gummis sind dann wieder so weich, dass du mit einbußen im direkten spiel mit der seite wirst leben müssen. Aber für 1/2-1 jahr vielleicht ok, danach 40° Schwamm, z.B. Nittaku Hammond/ Andro Revolution, Donic F3, oder so weich bleiben aber etwas schneller Mambo, Neos Sound, danach vielleicht ein 42°, immer mit der technik die schwammhärte oder das tempo steigern, bis du das gefühl fürs optimum kriegst.
Für die blockseite Sriver 1,7/1,9, Donic vario 1,8, Tibhar Speedy Spin, TSP D-Top off, o.ä. Alles was medium ist und ohne tensor, built-in-power oder irgendein chichi, geht gut - wenns preiswert sein soll und dein rev fire noch so gut geht, wie du schreibst, wäre der auch für diese Seite erstmal geeignet. Danach könntest du dann spin auch auf dieser seite erlernen, ggf. mit dem oben beschriebenen lernmaterial, vielleicht etwas härter einsteigen, um den block nicht zu sehr zu schwächen...

Nochmal zurück zum holz - sollte dir das TSP6,5 auch in kombination mit einem weichen, kontrollierten belag noch zu schnell erscheinen, denn es hat schon eine recht hohe grundgeschwindigkeit und einen ordentlichen balsa-katapult sobald man kräftig in die schläge geht, schau mal nach der 5,5er variante (ggf auch die von GEWO). Das spielt sich kontrollierter, aber immer noch ausreichend schnell und so ähnlich, dass du keine grossen probleme bei der umstellung haben würdest (siehe "fixpunkt", wie BOW schreibt). Besonders das Gewo wird bei uns im verein viel gespielt, ich glaube 4 oder 5 damen aus unseren zwei BezL.-Frauschaften nehmen das.

Falls du gegen allen guten rat trotzdem unbedingt viel geld ausgeben willst und carbon in erwägung ziehst, probier mal das Butterfly Gergely, darauf habe ich vor kurzem gewechselt. Das wird ungefähr so schnell wie dein TSP 6,5 sein, hat keine balsakonstruktion aber bei kräftig-geraden schlägen auch viel dampf, ist recht steif und trocken aber durch das hinoki-aussenfurnier auch im kurz- und besonders im spinspiel ausgesprochen gefühlvoll, und in der halbdistanz eine echte waffe.
Trotzdem hab ich mir gedacht, als ich das kaufte "ich habe eine vollmacke" denn da wird mit 80+ € schon ein ordentlicher batzen aufgerufen. Aber da ich es eine woche intensiv probespielen konnte (jeden tag 8h) und damit alles kurze mindestens zu 90% so gut ging wie mit meinem A'gren allplayV1, spin und block am tisch genausogut und ich mir die halbdistanz damit erst richtig erschliessen konnte, diese teure bisher nicht bereute investition.Ausserdem brauchte ich ne schnelle, gefühlvolle alternative zum frischkleben.

Und, nur am rande - die 98%-training regel förderte bei mir schon immer gegenteiliges verhalten, stets von der idiotischen hoffnung getrieben, man könne vielleicht diese restliche 2%-nuance mit guter wahl und glück doch um das eine oder andere quäntchen nach oben schieben. Und den letzten auswuchs dieser meiner übrigens von vielen geteilten hoffnung, von der die tt-industrie ja nicht schlecht lebt, siehst du oben erwähnt, und sag hinterher nicht, es habe dich keiner gewarnt, wenn du solchem drängen auch folgst. (Wobei ich bei allem testwahn selbstverständlich für mich in anspruch nehmen muss, dass all meinen materialwechseln ausschliesslich und stets fundamentale fortschritte in meinem spiel vorausgingen, sofern ich nicht von dieser maxime abweichend beschlossen hatte, eine positive entwicklung durch optimistische materialwahl und intensives training zielgerichtet provozieren zu wollen. Gewisse 'abstimmungsfehler', die meine gegner dann im anschluss in meinem spiel nach kurzer analyse aufdecken konnten, vermochte ich jedoch glücklicherweise immer durch jeweils dosiertes downgrade im material schrittweise abzufedern, also wie immer, alles wieder beim neuen...)

fröhliche testgrüsse
madmatt

p.s.:Frischkleben würde ich an deiner stelle auf jeden fall unterlassen, auch bei umstieg auf ein langsames holz. 1. allein schon weil frischkleben in der jetzigen form ab nächster, spätestens übernächster saison nicht mehr möglich sein wird und du in absehbarer zeit wieder umstellen musst. 2. Darüberhinaus man immer ein wenig anders geklebt hat, als das mal davor - da sollte die technik schon ansatzweise sauber sein um das zu kompensieren. 3. durch den frischklebekatapult dein kurzspiel und gerades spiel stark beeinträchtigt wird (also bei allem, was keinen spin erzeugt). Nur beim topspin erzeugt frischkleben ein mehr an gefühlter kontrolle.

Frischkleben-light durch tensorbeläge wären für dich durchaus eine alternative - sofern dich da die weichheit und der katapult nicht stört. nachteil: geringere haltbarkeit gegenüber konventionellen belägen - vorteil: mehr spin, mehr gefühlte kontrolle bei spinschlägen.
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ceci n'est pas une pipe (magritte)
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