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Zitat von Jaskula
Du hast es richtig ausgedrückt: Wählerfang.
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Richtig, wir sind schließliche gerade im Wahlkampf. Alle Parteien befinden sich im Moment beim Angeln nach möglichsts vielen Stimmen und schrecken nicht davor zurück Tatsachen zu schönen oder gänzlich zu verdrehen, auf Nebensächlichkeiten rumzureiten um sich vor unbequemen Details zu drücken.
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Zitat von Jaskula
Daß der von den Betroffenen tatsächlich bezahlte Steuersatz recht weit von den 42% entfernt ist zweifle ich nicht an, ich zweifle aber stark an, daß so viele Leute in Medienfonds oder Schiffsfonds o.ä. investieren, wie es hier suggeriert wird.
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Das kommt jetzt stark darauf an von welcher Gruppe wir reden. Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland ist ganz sicher nicht besserverdienend und die meisten Steuersparmodelle machen für sie keinen Sinn, weil sie wenig Einkommensteuer verdienen. Wer ein wenig mehr verdient und gerade ein eigengenutztes Eigenheim und Haus abbezahlt wird auch das Geld eher in die Schuldtilgung stecker.
Wer aber deutlich mehr Geld verdient als er zum Leben braucht und 42% dieses Geld an den Staat überweisen muß, der ist empfänglich für fremdgenutze Immobilien etc. Ich kenne sehr viele Leute die solche Möglichkeiten in Anspruch nehmen.
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Zitat von Jaskula
Interessant wäre, den durchschnittlichen Satz zu kennen, der tatsächlich bezahlt wird. Da wir den alle nicht kennen, ist dies hier eine Glaubensfrage. Unterstützt wird meine Meinung aber durch die Berechnungen des Kirchhoffschen Institus (von herrn Eichel bei Maybrit Illner zitiert), wonach im ersten Jahr 43 Mrd. und in den Folgejahren 10-12 Mrd. an Steuerausfällen beim Kirchhoffschen Modell zusammenkämen. Ich gehe davon aus, daß es eine Steuerentlastung nur für die kleinen Einkommen nicht geben wird.
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Kommt einfach drauf an was kleine Einkommen sind. Den häufig angeführten Fall (der aber ganz sicher nicht der Durchschnitt ist) eines gering bezahlten Familienvater der Frau und Kind finanzieren muß kann man schwerlich von der Einkommensteuer entlasten - der zahlt fast keine mehr.
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Zitat von Jaskula
Als bisher schon, aber nicht als die Bürgerversicherung. Da soll auch jeder einzahlen. Zusätzlich sollen aber auch die anderen Einkommensarten herangezogen werden, was m.E. sehr sinnvoll ist und das Ganze soll so organisiert sein, daß es keine Zwei-Klassen-Medizin (mehr) gibt, weil im Grunde alle gleich versichert sind. Und gerade dieses letzte Argument halte ich für extrem wichtig.
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Na jetzt klingt deine Darstellung doch schon deutlich "zahmer" als das was du mir bisher um die Ohren gehauen hast. Man kann Kopfpauschale oder Bürgerversicherung beide beliebig sozial gestalten, aber ich gebe dir gerne Recht, daß die Bürgerversicherung haushaltstechnisch besser durchzusetzen ist. Bei der Kopfpauschale sehe ich die Gefahr, daß die eingerechnete Einkommensteuer doch mal wieder für was anderes verbraten werden könnte - wir kennen ja unsere Pappenheimer. Was das die Einbeziehung anderer Einkommensarten angeht wäre ich da sehr dafür - im Moment sind Leute mit hohen Nebeneinkünften gewaltig im Vorteil - aber ich denke man wird bei allen Parteien wieder den bequemsten Weg gehen.
Egal was auch immer die Zukunft bringt, ich bin überzeugt wie werden eine Zweilassenmedizin weiterhin behalten. Ein Arzt ist Unternehmer und wird den bevorzugen, der mehr Sonderleistungen bezahlt.
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Zitat von Jaskula
Ich möchte nicht zukünftig aus 7843 verschiedenen, kaum vergleichbaren, privaten Krankenkassen mit völlig unterschiedlichen Leistungskatalogen wählen müssen, um dann im Ernstfall festzustellen, daß die KV leider nicht zahlt, weil im Kleingedruckten dieser Fall ausgeschlossen wurde.
Die Bereitschaft zu zahlen, kennen wir bei privaten Versicherungen als ausgesprochen ausgeprägt, nicht wahr ?
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Damit könnte ich mich schon noch anfreunden. Das ist ja auch bei anderen nicht gesetzlich vorgeschriebenen Versicherungen so und wird fodern ja den mündigen Bürger. ich sehe ein Problem, daß Leute mit diversen Erkrankungen von diesen Krankenkassen systematisch ausgeschlossen werden oder nur für deutlich höhere Kosten Mitglied sein können. Deshalb denke ich wir können nicht auf das Modell der FDP wechseln.