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Erst einmal müsste man den Begriff "Talent" definieren. Denn wer in einem kleinen Verein als echtes Talent gilt und dann vielleicht sogar mal eine Zeitlang in einem Bezirkskader mittrainieren darf, muss noch lange kein "Talent" im Sinne der Spitzenförderung sein.
Deswegen muss man hier auch differenzieren. Absolute Spitzentalente können selbstverständlich in aller Regel nicht bei ihrem Heimatverein bleiben, weil sie dort in den seltensten Fällen die Trainingsbedingungen (Trainingsqualität, -intensität, -partner) vorfinden, die sie benötigen, um vorwärts zu kommen. Hier kann nur ein wirklich ambitionierter und ziemlich hochklassig spielender Verein die geeignete Förderstelle sein. (Von durch den Verband geförderten "Tischtennis-Internaten" halte ich in der Zwischenzeit gar nicht mehr viel; ich schließe mich der Argumentation von Fachleuten an, die sagen, Nachwuchsförderung sei in erster Linie Vereinsangelegenheit, der Verband sei nicht dazu da, das Vereinstraining zu ersetzen - außerdem wird da ein m. E. nicht mehr zu rechtfertigender finanzieller Aufwand betrieben).
Dagegen sind die "Talente" im Normalmaßstab im Regelfall bei ihrem Heimatverein am besten aufgehoben - falls der Rahmen einigermaßen stimmt und jemand dort nicht total versauert, weil wirklich niemand da ist, der sich vernünftig um den Nachwuchs kümmert und die sportlichen Ambitionen gleich Null sind. Wenn natürlich Eltern bereit sind, den erhöhten Aufwand (weitere und öftere Fahrten etc.) auf sich zu nehmen und das Kind das ebenfalls will, wird es schwer sein, die Betreffenden aufzuhalten.
Und manchmal ist es auch so, dass Talente nur mal für zwei, drei Jahre zum Nachbarverein gehen, weil sie dort in einer wesentlich höheren Jugendliga spielen können. Das bringt dem Heimatverein dann ja auch wieder etwas, wenn die später zurückgehen (kommt immer wieder vor). --- Zu verurteilen ist eigentlich nur gezielte Abwerbung, vor allem, wenn sie auch noch mit finanziellen "Argumenten" betrieben wird!
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Pfannaflicka - der "Kampfname" der Rainer Tischtennisspieler; in Erinnerung an unseren unvergessenen Peter Drabek (1965 -1997), der diesen Begriff geprägt hat
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