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Alt 20.09.2005, 12:43
Duisburger Duisburger ist offline
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Vielen Dank Henning für diesen sehr sachlichen und konstruktiven Beitrag.

Du kannst Dir sicher sein, dass auch die SR viele Regelungen als nicht sehr sinnvoll ansehen. Leider (oder gottseidank) ist das für den Entscheidungsspielraum irrelevant. Es wird erwartet, dass die Regeln umgesetzt werden. Über ihren Sinn streiten müssten wir an einer andern Stelle.

Ich hielte es nicht für glücklich, den SR entscheiden zu lassen, ob ein Aufschlag eine Vorteilnahme beinhaltet oder nicht. Dies würde ja noch mehr Subjektivität Tür und Tor öffnen. Ich brauche objektive Fakten, um gerechte Entscheidungen treffen zu können.

Diese sind ja eigentlich auch nicht sonderlich schwierig. Der Ball ruht auf der Handfläche der geöffneten Hand, wird mindestens 16 cm nahezu senkrecht hochgeworfen und hinter der Grundlinie und über Tischhöhe gespielt, ohne dass Arm oder Körper den Ball verdecken (kurz und knapp ausgedrückt).

Diese Regelung kennt jeder Tischtennisspieler und jede Tischtennisspielerin (davon gehe ich einfach aus). Wenn nun jemand gezielt darauf hintrainiert, korrekte Aufschläge auszuführen während ein anderer dies permanent unterlässt, ist dies doch per se schon eine Vorteilsnahme.

Ungeachtet dessen wäre es überlegenswert, in den Regeln eine Änderung dahingehend zu erwirken, dass der SR die Möglichkeit hat, beim ersten falschen Aufsschlag auf Let zu entscheiden und den Spieler auf seinen Fehler hinzuweisen. Diese Möglichkeit ist nach dem Regelwerk so nicht gegeben. Im Gegenteil, ein Aufschlag, der zu 99% richtig ist, ist falsch.

Ich suche bei Turnieren immer den Dialog mit den Spielern. Im Vorfeld, während der Spielpausen usw. Im Laufe der Zeit kennt man sich und man geht schon mit einer ganz anderen Einstellung in die Box. Ich werde immer noch darauf achten, dass alles korrekt ist. Aber der Spieler muss bei einer Entscheidung gegen ihn nicht das Gefühl haben, dass das eine Entscheidung gegen ihn als Person ist.

Mir scheint eines der Probleme zu sein, dass einige Spieler in der Kategorie Sympathie-Antipathie denken. Ich habe nichts gegen irgendeinen Spieler, im Gegenteil, ich bewundere hochklassiges Tischtennis und manche Macken und Eigenarten, die da mit an den Tisch gebracht werden, sind doch nur menschlich und zum Großteil eigentlich auch sympathisch. Das ändert aber nichts an objektiver und neutraler Bewertung von richtig und falsch.

Ich wünsche mir, dass Spieler und SR in Zukunft einfach etwas näher zusammenrücken. Dass sie uns ihre Sicht der Dinge sagen und wir die Gelegenheit haben, ihnen unsere Sicht mitzuteilen.

Ein Konsens wird nicht immer möglich sein. Aber vielleicht kann die eine oder andere Anregung doch auf Verbands- oder Bundesebene zu Gehör gebracht werden.
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