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AW: Schröder wählen ist Quatsch!
Also ich bin für eine große Koalition und sehe auch nicht die Gefahr des Stillstands dabei, im Gegenteil ist es vielleicht eine Chance. Hätten wir nun eine Schwarz-Gelbe Regierung bekommen, hätte sich das Gewicht im Bundesrat auf Dauer wieder in Richtung der SPD verschoben, mit dem Vorteil für die Union, daß die nächsten Landtagswahlen fast alle in bislang noch
sozialdemokratisch geführten Ländern anstehen. Baden-Württemberg ist auch noch darunter, wird ja aber kaum in rote Hände fallen. So könnte Schwarz-Gelb im Bund zumindest eine Legislaturperiode mit freier Hand regieren.
Daß jedenfalls in den Ländern die Volkspartei, die auf
Bundesebene in der Opposition ist, wieder die Überhand gewinnt, scheint mir leider gewiß zu sein. Das liegt am Fehler der Wähler, auf Länderebene die Bundesregierung bestrafen zu wollen. Und unzufrieden werden sie auch mit der
nächsten Regierung sein. Zum einen wird diese ja wohl die ein oder andere unliebsame Reform in die Wege leiten, zum anderen geht es nicht mehr nur aufwärts wie zu Zeiten des Wirtschaftswunders, eine wirklich drastische Reduzierung der Arbeitslosenzahl halte ich für illusionär, und subjektiv gefühlt im Vergleich zu früheren Jahren wird es den Bürgern schlechter gehen, ganz
egal, welche Regenbogenfarben am Ende an der Regierung sein werden.
Erschwerend kommt für die Parteien hinzu, daß das "Ständebewußtsein" mit dazugehörigen starren Positionen gesellschaftlich aufgeweicht wurde, was ja an sich nicht zu verurteilen ist. Zum Beispiel kann sich die SPD nicht einfach weiter der Stimmen der einfachen Arbeiter oder der Gewerkschaftler sicher sein. Daraus resultieren viele Wechselwähler.
Das Votum ist doch eigentlich eindeutig, große Koalition. Rot-Grün war so nicht mehr gewollt, Schwarz-Gelb konnte sich auch bei weitem nicht durchsetzen. Also haben sich die beiden großen Parteien zusammenzusetzen und ihre durchaus vorhandenen Überschneidungen entdecken, um mit verläßlichen Mehrheiten in Bundestag und Bundesrat das Beste daraus zu machen. Leider ist genau das zu befürchten, daß dieser Sprung über den eigenen Schatten und Eitelkeit mißlingen wird. Aber vielleicht erkennen sie doch, daß keines der beiden Lager die nötige Mehrheit erhalten wird, und sich das Beste für das Land eben nicht automatisch aus dem demokratischen Kampf zwischen beiden sondern nur aus deren Kooperation entwickelt.
Auf offener ruhiger See mit reichlich Vorräten an Bord mag man sich gerne um den Kapitänsposten streiten, aber wenn die See unruhiger wird und ein Ziel angesteuert werden muß, sollte man sich zusammenraufen.
@Keyser_Soze
Mit Eingangsthese meinte ich den Namen des Threads. Es hat sich doch eindeutig gezeigt, daß es kein Quatsch war. Um nochmals das naheliegende Bild des TT-Sports aufzugreifen, würde ja auch kein Kämpfer wirklich bei 0:3 Sätzen und 0:5 Punkten aufgeben. Und gewisse Schadenfreude Dir gegenüber hast Du auch durchaus herausgefordert. Bleibt man beim Bild, bist Du derjenige unter den Zuschauern, der lautstark den Zurückliegenden und seine Anhänger mit Hinweisen auf seine Chancenlosigkeit zu demoralisieren
versucht, und das auf eine ziemlich apodiktische, stellenweise kaum erträgliche Art und Weise. Und nachdem Dein Spieler nun doch noch nach reichlich vergebenen und ein paar abgewehrten Matchbällen gerade so 15-13 im siebten Satz gewonnen hat, stehst Du da und verkündest, Du habest es ja gleich gesagt und Sieg sei Sieg. Nix für ungut, ich selbst bin auch nicht sonderlich schadenfroh.
Abschließend noch zu Schröder. Habe die Elefantenrunde nur mit einem Ohr nebenbei verfolgt. Ich fand Schröders Auftritt menschlich zumindest verständlich. Nach dem völlig überraschenden Ergebnis und etlichen Grabreden vorher ist der Siegestaumel doch nachvollziehbar. Auch wenn er vielleicht etwas überzogen hat, war es auf anderer Seite auch wieder amüsant.
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