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AW: Landesrangliste 2005/06 Nachwuchs
Die hier geführte Diskussion hat es in der Tat schon vielfach gegeben, geändert hat sich nichts und es wird sich auch nichts ändern, weil einfach die Interessenslage der Beteiligten viel zu weit auseinander ist. Um dies zu verstehen sollte man sich die Motivation der Hauptbeteiligten mal glasklar vor Augen führen.
1. Der Verband (=TTVN)
Ist im wesentlichen leistungssportlich orientiert und sieht sich im Wettbewerb mit anderen Regionalverbänden. Wichtig sind hier gute und vor allem herausragende Ergebnisse auf norddeutscher oder Bundesebene, bei Ländervergleichen oder die Ergebnisse der regionalen Bundesligaklubs.
Auf Breitensportebene interessiert eigentlich nur die Quantität (wieviel Jugendliche/Mannschaften), die Qualität der Bezirks- oder Kreisligen oder die Plazierungen 20 - 48 bei den DTTB TOP 48 ist so etwas von egal.
2. Der Nominierungsausschuss bzw. die Landestrainer
Werden an den Ergebnissen ihrer Schützlinge gemessen. Dabei geht es im Regelfall nur um die, die auch überregional etwas reissen und deren Nominierung ist eh unumstritten.
Um potentielle Topspieler, deren Eltern und Trainer gewogen zu halten, werden dann bei den Nominierungen, bei denen keine nennenswerte Plazierung auf überregionaler Ebene zu erwarten ist, eben auch mal Gefälligkeitsentscheidungen getroffen, dies sichert auch zukünftige Topergebnisse ab.
Vereine, Trainer oder Spieler, die nicht in dieses System gegenseitiger Abhängigkeiten passen, fallen da trotz besserer Ergebnisse schnell raus, da nur die absoluten Topspieler Plazierungen garantieren.
3. Trainer/Vereine mit engagierter Jugendarbeit
Denken in erster Linie an ihre eigenen Mannschaften und Spieler und haben die Ziele des TTVN genausowenig vor Augen wie die Ängste und Nöte hauptamtlicher Trainer. Da es sich hier oft um kleinere Vereine handelt, die nicht in den oberen Spielklassen aktiv sind und zudem oft geografisch eher dezentral angesiedelt sind, ist eine Deckungsgleichheit mit den Verbandsinteressen nicht gegeben.
Bei dieser Ausgangslage ist es halt verdammt schwierig einen Konsens hinzubekommen. Aus seiner Sicht fährt der TTVN einen stringenten Kurs der absoluten Eliteförderung ohne viel Mittel in die Leistungsförderung des Breitensports zu verschwenden.
Aus Sicht vieler der Vereine, die über Jahre aktiv und erfolgreich Jugendarbeit betreiben, geht dies gegen ihre Interessen, denn die Spieler, die von diesem System gefördert werden, helfen diesen Vereinen in ihrer eigenen Entwicklung nicht weiter und sind eher eine Last als ein Pfund mit dem man wuchern kann. Die Vereine mit höherklassigen Mannschaften haben sich aus der eigenen Talentförderung ziemlich verabschiedet und ihre Tätigkeitsschwerpunkte eher in Sachen Geldbeschaffung verlagert.
Fazit: die Handlungsweise des TTVN ist ebenso nachvollziehbar wie der Frust vieler Vereine, Trainer und Spieler. Dass angesichts der ständigen unqualifizierten Meckereinen die Verbandsverantwortlichen aufgehört haben, darauf einzugehen ist traurig aber durchaus verständlich. Ob man sich damit langfristig einen Gefallen tut, weil man auf die Zuarbeit der Vereine doch angewiesen ist, das sei dahingestellt.
Und sollte eine Mehrzahl der Vereine mit diesem Kurs nicht einverstanden sein, so kann durch den langen Marsch durch die Institutionen Kreis- und Bezirksverbände sehr wohl Einfluß auf die Verbandspolitik genommen werden, schließlich finanziert die Basis das Abenteuer Leistungssport mit ihren Beiträgen und Umlagen.
Am besten wäre es aber die Diskussion auf sachlicher Ebene losgelöst von offensichtlichen Eigeninteressen weiterzuführen und Lösungen zu finden, die auch von einer Mehrzahl der Vereine und Spieler akzeptiert werden und dies gilt sowohl für Nominierungen als auch für das Spielsystem.
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