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@ Jaskula
Du schreibst an Tommy: „Erzähl doch hier nicht, daß Du Dir auch nur einen Ballwechsel dieser Spieler wegen der Spannung anschaust. Du schaust nur deshalb zu, weil es sich um Deine Vereinskameraden, vielleicht sogar Freunde von Dir handelt. Die Spannung spielt hier gar keine Rolle.”
Hier sehe ich keinen Widerspruch, im Gegenteil: Eben weil es sich um seine Freunde und Vereinskameraden handelt, spielt die Spannung eine so große Rolle. Es ist enorm spannend, weil Tommy natürlich zu seinen eigenen Leuten hält. Und eben dies ist das Prinzip jeglicher Zuschauerbindung: Zum Fußball gehen die Leute, ganz anders als Du schreibst, eben doch der Spannung wegen. Sie halten nämlich zu ihrem Team. Wären sie parteilos, gäbe es für sie diese Spannung nicht; und dann würden sie auch nicht hingehen.
Auch der „Laien-Zuschauer”, von dem Ino schreibt, ist auf Dauer nur über Spannung zu binden – gerade er! Denn dem Laien werden sich die technischen Feinheiten des Spiels, an denen sich Fachleute erfreuen, nicht so leicht erschließen. Der Laie wird auch in der Regel durchaus Partei ergreifen, wenn er knappe Partien verfolgt. Einfach, weil er für einen der Aktiven mehr Sympathien empfindet – und zwar umso eher, je mehr Emotionen die Aktiven zeigen. Und wann zeigen sie Emotionen? Wenn’s spannend wird...
Dort, wo viele Zuschauer zu registrieren sind (oder waren), beispielsweise in den langjährigen Bundesliga-Hochburgen Saarbrücken, Reutlingen, Steinhagen oder Dülmen, funktionierte dies stets über Lokalpatriotismus als Grundlage für Spannung.
Übrigens finde ich es bemerkenswert, daß nach anfänglicher totaler Ablehnung offenbar schon eine Mehrheit die Meinung vertritt, daß die Sätze bis 11 für die Zuschauer besser sind; eine Auffassung, die ich nach meinen eigenen Erfahrungen hundertprozentig teile.
Mit freundlichem Gruß aus der dts-Redaktion
Rahul
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