Sorry für den erneuten off-topic, aber mir jucks schon lange in den Fingern
Nur so viel:
wissenschaftliche Test haben ergeben, dass ein Lehrer - bei Ausübung seines Berufes - den gleichen Stresspegel erreicht wie ein Kampf-Jet-Pilot.
Ich weiß nicht, wann ich Hefte korrigieren, Proben auswerten und erstellen, Unterricht vorbereiten, Schülerbeobachtungen auswerten, Arbeitsblätter/Arbeitsmaterialien erstellen, Differenzierungsmaßen voüberlegen,..... soll??
Werde in Zukunft versuchen, diese Tätigkeiten vormittags zu erledigen, so dass ich einen Halbtagsjob habe.
Momentmal, ich hab ja auch noch nachmittags Unterricht ;-(
Wann soll ich denn meinen Unterricht nach- und vorbereiten?
Genau: abends ;-(
Hey und was ist mit meinem freien Wochenende?
Fehlanzeige: wenn ich nicht TT-Spiele muss ich acht Unterrichtsstunden für Montag vorbereiten ;-( Für morgen
gehen mir gerade so vereinzelte Gedanken durch den Kopf: "Was mache ich mit Fix und Foxi, die den aktuellen Mathestoff überhaupt nicht checken? Max und Moritz sowie Hänsel und Gretel beherrschen ihn schon sehr sicher. Die langweilen sich, wenn die Aufgaben zu leicht sind. Mal sehen welche Aufgaben ich für sie auswähle?!
Stalin und Lenin können sehr schlecht Deutsch. Wie kann ich sie nebenbei fördern, dass ihre Deutschkenntnisse besser werden?"
Oh, da fällt mir ein: ich muss ja noch die Aufgaben aus den verschiedenen Fächern für die Wochenplanarbeit zusammenstellen!
Macht aber alles nix, denn in zehn Minuten hab ich all diese Aufgaben erledigt.
Ich könnte hier endlos schreiben, aber ich muss heute noch a bisserl was arbeiten!
Nur noch zum Abschluss -eingehend auf PISA, die uns Lehrer in der Bevölkerung ja noch schlechter da stehen lässt:
Die Schule ist lediglich ein Spiegelbild der Gesellschaft!
Aber das ist ja sicherlich bekannt.
Wenn die Rahmenbedingungen schlecht sind, und sie sind schlecht, dann ist es extrem schwierig ausschließlich Elite-Schüler zu produzieren!
Oh ich schreib ja hier nur Ausreden! Sorry: wollte micht nicht selbst bemitleiden!
Liegt mir auch fern, denn ich gehe gerne in die Schule, auch wenn ich häufig "Sozialarbeiter" sein muss, weil Kinder in die Schule kommen, ohne den nötigen sozialen Grundqualifikationen. Oder sie haben kein Pausenfrühstück und kein Geld mit bei. Auf dem Schulweg wurden sie "abgezogen" und sollen jetzt immer bei den Großen Geld abliefern.
Da gibt es viele gleichgelagerte Fälle, die ich noch aufführen könnte!
Wisst ihr was ich solchen Kindern in Zukunft sage: "Kümmer dich selber drum, ich hab für sowas keine Zeit, denn ich muss schnellstmöglich mit dem Unterricht beginnen, da ihr bei der nächsten PISA-Studie besser abschneiden müsst!
In diesem Sinne: Was ist mit der primären Sozialisation? Die vorschulische Erziehung durch die Eltern! Dafür könnte man doch auch die Lehrer verantwortlich machen? Sie haben doch nur einen Halbtagsjob, also sollen sie doch nachmittags in die Familien gehen und dort Erziehungshilfe leisten!
Ich habe 30 liebe, nette, brave, zuvorkommende, sozial unauffällige und stets aufmerksame Schüler und nen Halbtagsjob (29 Unterrichtsstunden, bin aber mind. von 7.30 Uhr bis 13.15 Uhr, wenn kein Nachmittagsunterricht ist in der Schule). Ein Paradies auf Erden also!
Grüße
vom "faulen Sack"
Karsten Reiß