Einzelnen Beitrag anzeigen
  #44  
Alt 12.11.2001, 18:17
Tommy 1 Tommy 1 ist offline
registrierter Besucher
erfahrenes Forenmitglied
 
Registriert seit: 06.08.2000
Beiträge: 305
Tommy 1 ist zur Zeit noch ein unbeschriebenes Blatt (Renommeepunkte ungefähr beim Startwert +20)
@ Ino
In der Tat waren nach meinem (sehr guten) Kenntnisstand mehrere Delegierte einzelner Verbände gegen eine (sofortige) Einführung der neuen Zählweise auf allen Ebenen, am stärksten die Vertreter Hessens, wie auch schon mal irgendwo zu lesen war. Aber nicht nur die.
Dann ist ganz intensiv diskutiert worden (wie dies übrigens häufig geschieht; da wird keineswegs alles abgenickt in Bundeshauptversammlung oder Hauptausschuss des DTTB). Ihr habt da völlig falsche Vorstellungen. Dort wird sehr oft mit viel härteren Bandagen gekämpft, als die meisten hier sich dies vorstellen, die sich unter Hauptausschuss eine Riege ergrauter Funktionäre vorstellen, die keinerlei Ahnung von den Realitäten haben. (Zum Beispiel ist sicher kaum einem bekannt, dass es dort zahlreiche Leute gibt, die zusätzlich noch Kreise führen; fast alle sind auch Vereinsführer oder waren es bis vor einiger Zeit; manche sind, was kaum einer weiß, z. B. sogar im Besitz einer Trainer-A-Lizenz; manche hatten in ihrer wettkampfaktiven Zeit Bundesliga- bis Oberligastärke.)
Man fährt mit vordiskutierten internen Verbandsmeinungen zu solchen Sitzungen, aber jedem ist klar, dass man dort nicht in jedem Punkt und zu jedem Antrag oder Problem bei seiner Meinung wird bleiben können. Manchmal erfährt man neue Argumente, die einen überzeugen (was ja auch Sinn von Argumenten und Debatten ist, sonst könnten sie entfallen und man könnte seine Stimme per Briefwahl abgeben), dann stimmt man ganz anders ab, als man vorher dachte. Manchmal merkt man aber auch, wie unterschiedlich die Interessen der verschiedenen Verbände sind; die sind nämlich sehr unterschiedlich strukturiert, die sind klein oder groß, vertreten ausschließlich Großstädte (Hamburg, Bremen, Berlin) oder Flächenstaaten etc; naturgemäß gibt es da manchmal ganz andere Perspektiven; und manchmal ist man heilfroh, wenn man zu einem Kompromiss gelangen kann, bei dem man nicht ganz "verliert"; ein Kompromiss hat es nämlich so an sich, dass man seine eigene Meinung darin nicht ganz wiederfinden kann. Das ist ein wenig so wie in der Politik, nur das keine persönlichen finanziellen Interessen beteiligt sind, was in der Politik ja oft anders ist, weil man auf höherer politikerebene ja von seinem Mandat auch lebt.

Am Ende haben in diesem Falle alle Delegierten aller Verbände sich (manche schweren Herzens) der ganz gewiss richtigen Meinung, wie ich heute sage, angeschlossen, dass eine ungleichmäßige Einführung, egal welcher Art, noch viel schlimmer gewesen wäre als die sofortige Einführung im Anschluss an den (wie ich meine: zu schnellen) Einführungstermin der ITTF.

Wenn du hier Vorwürfe erhebst, die dem der Gleichschaltung nahekommen, dann ist dies völlig falsch.
Erstens gehst du dann davon aus, dass niemand seine Meinung ändern darf. (Du verhältst dich hier ähnlich unbeweglich, habe ich manchmal das Gefühl; dies ist nicht zu verwechseln mit einer Ablehnung der neuen Zählregel, die ich natürlich akzeptiere).
Zweitens unterstellst du, dass jeder vor einer intensiven Debatte alles schon völlig überblickt hat, was in diesem Falle gewiss nicht der Fall war.
Drittens verwechselst du die Zustimmung zu dem Einführungsbeschluss mit einer Zustimmung zu der neuen Regel. Letzteres scheint mir am tiefsten zu sitzen. Aber eben hier war nun einmal wirklich keine Möglichkeit gegeben. Diese Diskussion selbst hier erneut zu führen, ist jedoch kein Raum, denn die ist schon mehrfach geführt worden.

Jedem, der hier anderer Ansicht ist, die Vertretung der offiziellen DTTB-Meinung zu unterstellen, diese aber vorher als ohnehin völlig falsch vorauszusetzen, das ist kein sauberer Stil, der in den Vorwürfen an Rahul Nelson gipfelte, der nun wirklich kein Pressesprecher des DTTB ist und dies auch nie war!
Mit Zitat antworten